Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Autonomes Fahren

Wie wird sich der Alltag dadurch verändern?

Im Flugverkehr ist eine gewisse Autonomie vom Menschen schon lange anzutreffen. Hier sind moderne Autopiloten nicht nur in der Lage, die Bewegungen des Flugzeugs in einer Achse zu steuern. Inzwischen besitzt ein zweiachsiger Autopilot die Fähigkeit, Höhenänderungen vorzunehmen. Autonomes Fliegen zeigt, welches Potenzial in der Maschinensteuerung steckt. Vor 20 Jahren war es noch undenkbar, diese Technik auch auf das Auto zu übertragen.

02.12.2015
  • Markus Müller

Inzwischen ist die Autoindustrie im Zusammenhang mit dem autonomen Fahren ein entscheidendes Stück vorangekommen. Man hat in der Grundlagenforschung und Entwicklung so viele Fortschritte gemacht, dass einige Experten bereits für 2020 damit rechnen, dass in einigen Bereichen das autonome Fahren Anwendung finden wird. Selbst im Bereich des Schienenverkehrs, für welchen man das autonome Fahren eigentlich über lange Zeit ausgeschlossen hat, laufen inzwischen entsprechende Entwicklungen. Welche Veränderungen sind davon zu erwarten? Und vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Entwickler an dieser Stelle?

Autonomes Fahren – eine Definition

Der Begriff des autonomen Fahrens hat in der Vergangenheit nicht nur einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren. In den letzten Jahren ist es auch zunehmend zu einer Umdeutung gekommen. Hintergrund: Das Auto selbst fährt genau genommen bereits autonom, da es weder gezogen noch von außen geschoben werden muss. Die Wortwahl autonomes Fahren oder selbstfahrendes Auto muss in seiner Bedeutung also stärker eingegrenzt werden. In der Praxis hat sich daher seitens vieler Experten die Bezeichnung des fahrerlosen Autos eingebürgert. Letzteres bringt den eigentlichen Kerngedanken auf einen Punkt: Es geht um die autonome Steuerung eines Fahrzeugs – ohne Eingriffe durch den Menschen.

Autonome Autos - der Verkehr wird sich grundlegend ändern

Auf den ersten Blick ist das autonome Auto keine wirkliche technische Herausforderung. Schließlich lässt sich bereits heute: die Beschleunigung das Lenkverhalten

fernsteuern. Das Problem besteht vielmehr darin, ein fahrerloses Fahrzeug praxistauglich zu machen. Hierfür sind zwei wesentliche Aspekte von Bedeutung – und zwar: die Infrastrukturkomponente der Umgebungsverkehr.

Beide Aspekte machen das autonome Fahren so komplex. Ein Fahrzeug muss schließlich nicht nur die Spur bei der Geradausfahrt halten, sondern auch auf Kurven reagieren. Gleichzeitig ist ein selbstfahrendes Auto immer in den Straßenverkehr eingebunden. Eine erste Ahnung von dessen Komplexität vermittelt der Abstandsregeltempomat, welcher nicht einfach nur das eingestellte Tempo hält, sondern auch den fließenden Umgebungsverkehr berücksichtigt.

Welche Auswirkungen wird das autonome Fahren im Alltag haben? Alle Facetten lassen sich nicht abschätzen. Einschätzungen von Experten, wie etwa der Beratungsgesellschaft McKinsey & Company gehen allerdings von einem nachhaltigen Einfluss aus. So werden sich mit dem selbstfahrenden Auto ganz neue Geschäftsmodelle und Märkte rund um die „freie“ Zeit des Fahrers und der Insassen entwickeln. Parallel wird das autonome Fahren auch die Dienstleistungssektoren rund um das Auto und die Konkurrenz zwischen IT-Branche und Kfz-Herstellern verändern.

 

Autonome Züge – Schienenverkehr ohne Zugführer

Autonomes Fahren wird heute häufig auf den Straßenverkehr reduziert. Eine Tatsache, die das Potenzial völlig falsch einschätzt. Über Jahre haben Unternehmen im Schienenverkehr das Selbstfahrkonzept vernachlässigt. Allerdings zeigen gerade aktuelle Entwicklungen im innerstädtischen Schienenverkehr – wie in Vancouver und London – dass man auch ohne Zugführer auf Schienen unterwegs sein kann.

Gerade für das Logistiksegment ist Fahrautonomie ohne den Menschen von großem Interesse. Besonders die Arbeitsniederlegungen der jüngeren Vergangenheit haben unterstrichen, wie gravierend der Mensch als Einflussgröße sein kann. Steuern Züge sich automatisch, wäre dieser Faktor in seiner Bedeutung erheblich gehemmt. Aber: Im Schienenverkehr sind ganz eigene Probleme zu lösen. Gerade das Streckennetz ist eine Herausforderung, da sich hier: Güterverkehr Personenverkehr Nahverkehr und Schnellverkehr (Stichwort ICE)

auch regionen- und länderübergreifend begegnen. Wie sehen die Auswirkungen beim autonomen Zugverkehr aus? Hier ist – sofern es in absehbarer Zeit zu praxistauglichen Konzepten kommt – gerade im Logistiksektor mit Veränderungen zu rechnen. Streiks als Kostenfaktor werden in den Hintergrund treten. Und auch Verspätungen könnten sich eventuell reduzieren, was für Bahnfahrer wirkliche Vorteile mit sich bringen dürfte. Laut mein-deal.com lassen sich bei Verspätungen zwar Entschädigungen erreichen, was aber die verlorene Zeit nicht zurückbringt.

 

Drohnen als autonome Objekte

Der Autopilot im Flugzeug oder das selbstfahrende Auto – die Automatisierung macht im Verkehr vor keinem Segment halt. Und auch wenn es um das Thema Drohnen geht, ist Autonomie im Spiel. Versandhändler haben erst vor einigen Monaten mit der Ankündigung, über autonome Drohnen die Auslieferung abwickeln zu wollen, für Aufsehen gesorgt. Dieser Nutzung stehen nach wie vor sicherheitstechnische und flugrechtliche Bedenken gegenüber.

Wie stark die Autonomie der Flugsysteme fortschreitet, lässt sich gerade im Militärsektor nachvollziehen. In den letzten Jahren ist die Entwicklung von der ferngesteuerten Drohne mit Bewaffnung hin zur selbständigen Drohne gegangen, die ohne menschliche Kontrolle landen, in der Luft auftanken und operieren kann. Eine Tatsache, die viele Verbraucher nicht wahrnehmen, welche aber viele Bereiche – auch im zivilen Alltag – wird nachhaltig beeinflussen können.

Fazit: Autonome Fortbewegung wird bald Wirklichkeit

Vor 50 Jahren war das autonome Fahren oder das selbstständige Fliegen eine reine Fiktion und Wunschdenken. In den letzten Jahren haben Entwickler gezeigt, dass wir von diesem Alltag gar nicht mehr so weit entfernt sind. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit werden in fünf bis zehn Jahren erste voll automatisierte Systeme am Markt verfügbar sein. Autonomes Fahren ist also inzwischen nicht mehr nur eine Zukunftsvision, es ist eher nur noch eine Frage der Zeit, bis Hersteller und Entwickler dieses Ziel praxistauglich machen. Allerdings sind damit auch gewisse Risiken verbunden. Automatisierte Systeme müssen nicht nur Sicherheit im Verkehr gewährleisten. Es muss auch darum gehen, diese Systeme gegenüber Störungen unempfindlich zu machen. Parallel werden wir uns fragen müssen, wie weit die Autonomie gehen soll. Gerade im Zusammenhang mit militärischer Technik wirft das Ganze erhebliche Fragen auf. Aber auch wenn es um die zivile Nutzung geht, dürfte es in den kommenden Jahren Debatten geben. Denn gerade die Logistikbranche ist ein Arbeitgeber, der für hunderttausende Jobs auch auf der Straße sorgt.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

02.12.2015, 11:37 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular