Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Staatstheater

„Wie nirgends auf der Welt“

Der künftige Stuttgarter Opernchef Viktor Schoner und sein Generalmusikdirektor stellen ihre Pläne vor. Die Eröffnungspremiere ist Ende September Wagners „Lohengrin“.

18.04.2018

Von JÜRGEN KANOLD

Viktor Schoner, designierter Intendant der Staatsoper Stuttgart (rechts), und Cornelius Meister, sein Generalmusikdirektor, stellten ihre Pläne für die Spielzeit 2018/2019 vor. Foto: Marijan Murat/dpa

Stuttgart. Was darf das Publikum erwarten? Wahre Wunder? Wagners romantischen „Lohengrin“ in der Regie des Ungarn Arpad Schilling jedenfalls haben der künftige Stuttgarter Opernintendant Viktor Schoner und sein Generalmusikdirektor Cornelius Meister als Eröffnungspremiere gewählt. „Nie sollst Du mich befragen, woher ich kam der Fahrt“: Das Frageverbot war nun gestern aufgehoben, Schoner und sein GMD stellten im Orchesterprobensaal der Staatstheater das Programm der ersten Saison 2018/2019 vor.

Womit aber beginnt am 28. September die Ära Schoner konkret? Mit dem 38 Jahre alten „Freischütz“ Achim Freyers. Diese Inszenierung hatte unter Schoners Vorvorvorvorgänger Wolfram Schwinger 1980 Premiere. Das nennt man Traditionspflege, aber auch eine „Feier des Stuttgarter Repertoire-Gedankens“, wie Schoner sagt.

Ansonsten bricht eine neue Zeit an. Irgendwie hat der Zuschauer ja das Gefühl, dass sich seit 1991 mit den Intendanzen Klaus Zehelein, Albrecht Puhlmann und Jossi Wieler die künstlerische Grundhaltung nicht wesentlich änderte. Schoner kommt aus einem anderen Lager, einer anderen Liga, arbeitet seit 2008 an der Bayerischen Staatsoper in München. Er war aber auch persönlicher Referent Gerárd Mortiers bei den Salzburger Festspielen und der Ruhrtriennale – und der verstorbene Mortier, ja, der hatte wiederum Jossi Wieler sehr geschätzt und umgekehrt.

Also bei Null fängt Schoner nicht an. Im Gegenteil: „Wir stellen die gleichen ernsthaften Fragen“, sagte er und schwärmte von Stuttgart, „vom besten Opernchor der Welt“ zum Beispiel und überhaupt: „Ein Repertoire-Haus ist nicht denkbar ohne Kontinuität.“ Und so steht am Tag nach der „Lohengrin“-Premiere gleich Händels „Ariodante“ mit Ana Durlovski auf dem Spielplan, „eine der feinsten Arbeiten Jossi Wielers“.

Und das nun sind die Opernpremieren neben dem „Lohengrin“: Sergej Prokofjews „Die Liebe zu den drei Orangen“ (Dirigent: Alejo Pérez/inszeniert von Axel Ranisch); Hans Werner Henzes „Der Prinz von Homburg“ (Meister/Stephan Kimmig); „Nixon in China“ von John Adams (André de Ridder/Marco Storman); Christoph Willibald Glucks „Iphigénie en Tauride“ (Stefano Montanari/Krzysztof Warlikowski) und Arrigo Boitos „Mefistofele“ (Daniele Callegari/Alex Ollé von La Fura dels Baus). Dazu kommt ein Gastspiel: „Requiem pour L.“, eine Produktion Fabrizio Cassols und Alain Platels nach dem Mozart-Requiem. Und „aus Neugier“ auf den Interimsspielort der Oper während der Generalsanierung inszeniert Hans Op de Beeck im Paketpostamt Béla Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ (musikalische Leitung: Titus Engel). Wobei Schoner und sein Publikum die nächsten sechs Jahre das Opernhaus auf keinen Fall verlassen müssen.

Starkes Repertoire

„So ein Repertoire gibt es nirgends auf der Welt“, zeigte sich Cornelius Meister begeistert. Für ihn gebe es keinen Unterschied zwischen einer Premiere oder einen dritten Aufführung: Er werde im Haus als Dirigent sehr präsent sein und auch bei den Sinfoniekonzerten Akzente setzen. Der Intendant weiß, welchen jungen, aber weltweit heiß begehrten Chefdirigenten er sich geangelt hat: „Es tut uns auch gut, einen GMD zu haben, der einen Vertrag hat an der Metropolitan Opera in New York.“

Vor dem Spielzeitheft gibt?s jetzt schon mal eine bibliophil gestaltete Postkarten-Sammlung mit den auszuspielenden Premieren und vielen anderen Zahlen und Fakten. Und einem Zitat Rolf Liebermanns von 1981: „Welchen Platz hat die Oper in der Zukunft? Sie ist der Edelstein im blühenden Beet der Kultur, ein notwendiger Luxus, der es den Menschen leichter macht, die Aggressionen der Gesellschaft zu überwinden – ein Zauberschiff zu den Ufern der Phantasie.“ Auch Viktor Schoner, der künftige Stuttgarter Intendant, ist ein Opern-Enthusiast.

Zum Artikel

Erstellt:
18. April 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
18. April 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. April 2018, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+      Google+