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Hurrikan

Wie nach einem Krieg

Häuser, Straßen, Brücken, Wasserversorgungen: „Irma“ hat enorme Schäden in der Karibik und in den USA angerichtet. Vor allem die Stromversorgung liegt darnieder. Hilfe kommt auch von europäischen Staaten.

13.09.2017
  • DPA/AFP

Miami. Das übersteigt alle Vorstellungskraft“, sagt der niederländische König Willem-Alexander, als er gestern Sint Maarten in der Karibik besucht und sich anschaut, wie der Hurrikan „Irma“ gewütet hat. In der Karibik und in Florida hat „Irma“ kilometerbreite Schneisen geschlagen. Häuser und Fabriken flogen weg, Stromleitungen wurden gekappt, Brücken verbogen, unzählige Autos demoliert, Städte und Dörfer überflutet.

Willem-Alexander und seine Begleiter gingen durch verwüstete Straßen. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte er einem TV-Reporter. „Und ich habe ziemlich viel Naturgewalt und Kriegsgewalt gesehen.“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollte noch gestern in die Karibik reisen, später auch der britische Außenminister Boris Johnson. Die meisten Inseln der Antillen stehen unter niederländischer, französischer oder britischer Verwaltung.

„Irma“ war gestern Abend nur noch ein kräftiger Wind, nachdem er durch die US-Staaten Florida, Georgia, South Carolina und Alabama gezogen war. Zahllose Hausdächer sind abgerissen und in Florida die Stromleitungen zu mehr als der Hälfte aller Wohnungen zerstört. 15 Millionen Einwohner haben keinen Strom.

Aus den Küstenorten ist gestern langsam das Wasser der Sturmflut abgeflossen. Gefahr durch Überschwemmung besteht jedoch weiter. Jacksonville (880 000 Einwohner) stand unter Wasser. Wie in anderen Gegenden war die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen.

Floridas Gouverneur Rick Scott sagte, es werde dauern, bis sich das Leben normalisiere. Die Schäden seien mancherorts doch sehr groß. US-Präsident Donald Trump hat finanzielle Hilfe angekündigt. Auch europäische Staaten wollen Hilfe leisten: 

England hat den Britischen Jungferninseln und Anguilla rund 35 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Zehn Hilfsflüge bringen Medikamente, Lebensmittel, Trinkwasser und Zelte, aber auch Soldaten und Ingenieure. Unter den bisher rund 700 Soldaten vor Ort sind Ärzte und Pfleger.

Frankreich schickte Hubschrauber, technisches Material, Medikamente und Millionen Liter Trinkwasser in die Krisengebiete, in denen drei beschädigte Wasseraufbereitungsanlagen für Monate ausfallen dürften. Bisher sind rund 1500 Helfer im Einsatz, darunter Soldaten und Polizisten. Der Energiekonzern EDF wollte Generatoren zur Stromerzeugung und Pumpen nach Saint-Martin schicken.

Die Niederlande helfen derzeit von zwei Kriegsschiffen aus, die Hubschrauber und Hilfsgüter an Bord haben, und fliegen Verletzte und Kranke aus. Vier Militärflugzeuge flogen Helfer und Hilfsgüter zu den Niederländischen Antillen. Das Rote Kreuz schickte mit Hilfe der Airline KLM 60 Tonnen Hilfsgüter.

Die USA haben Staatsangehörige schon vor dem Hurrikan von Saint Martin ausgeflogen. Amphibienboote sind vor den Amerikanischen Jungferninseln im Einsatz, der Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ mit 24 Hubschraubern vor der Küste von Florida. 4600 Soldaten helfen auf den Jungferninseln.

Deutschland hat ein 31-köpfiges Team von Mitarbeitern aus dem Auswärtigen Amt, Bundeswehr und THW nach Atlanta (Georgia) geschickt, weil in Florida 200 000 Deutsche leben. Ein Militärflugzeug bringt Hilfsgüter auf die Karibikinsel Curaçao. dpa/afp

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13.09.2017, 06:00 Uhr
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