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Wie in Klein-Europa
Seit September im Amt: Rektorin Annette Schert. Foto: Caroline Holowiecki
Bildung

Wie in Klein-Europa

In Sillenbuch befindet sich die einzige Schule landesweit, in der nach zwei Schulsystemen unterrichtet wird.

06.03.2017
  • CAROLINE HOLOWIECKI

Stuttgart. Man hört es häufiger als in anderen Stuttgarter Stadtbezirken. In Sillenbuch wird viel Französisch gesprochen. Ganz selbstverständlich in der U-Bahn, im Supermarkt. Und besonders häufig natürlich in der örtlichen Grundschule. Die ist ein Unikum in ganz Baden-Württemberg, erklärt die Rektorin Annette Schert. Ihre Besonderheit trägt die Einrichtung schon im Namen.

In der Deutsch-Französischen Grundschule lernen seit dem Staatsvertrag 2008 deutsche und französische Kinder zwar unter einem Dach, aber nach zwei Schulsystemen. In der Stadtteilschule werden deutsche Kinder aus dem Bezirk aktuell in 15 Klassen, also vierzügig, nach dem hiesigen Bildungsplan von Lehrern unterrichtet, die beim Land Baden-Württemberg angestellt sind. Besonderheit: Als erste Fremdsprache steht neben Englisch auch Französisch zur Verfügung, beigebracht von Muttersprachlern.

Von Frankreich bezahlt

In der französischen Abteilung wird unter der französischen Rektorin Catherine Koudou zweizügig nach dem französischen Bildungssystem von Lehrern unterrichtet, die von Frankreich aus bezahlt werden. Alle diese Klassen erhalten Deutschunterricht sowie Sachunterricht in deutscher Sprache. Das Einzugsgebiet für die französischen Kinder ist die Gesamtstadt. Viele Eltern nehmen weite Anfahrten in Kauf, denn das Konzept kommt an. In den vergangenen Jahren ist die Schule stetig gewachsen – und stößt nun an ihre Grenzen.

Seit diesem Schuljahr gibt es den Ganztag in der Deutsch-Französischen Grundschule. Während sämtliche 167 französischsprachigen Kinder bis 17 Uhr betreut werden, hatten die Eltern der 350 deutschen Kinder die Wahl. Je zwei der ersten bis dritten Klassen wurden bislang umgestellt. Für die 47-jährige Annette Schert, die erst seit September offiziell im Chefsessel sitzt, viel Arbeit und noch mehr Organisation. Da in der kleinen Mensa nur 100 Kinder gleichzeitig essen können, musste der Schultag neu rhythmisiert werden. Viele Herausforderungen in einer ohnehin pädagogisch anspruchsvollen Schule.

Wie das mit der Zweisprachigkeit in der Praxis kappt? „Es fühlt sich an wie Klein-Europa“, sagt die Rektorin. Auf dem Schulhof oder auch im Lehrerzimmer werde spielend leicht nach einem Halbsatz von einer Sprache in die nächste gewechselt, „das ist faszinierend“. Das Protokoll aus den Gesamtlehrerkonferenzen wird einmal auf Deutsch, einmal auf Französisch angefertigt – wer halt gerade dran ist.

Auch sind die Klassen nicht nach Gebäudeteilen getrennt, sondern lernen nebeneinander bilingual. Die Schulleiterin findet diesen Mix richtig. „Die Leute sollen sich begegnen. Ich sehe das als unsere Aufgabe an, dies zu initiieren.“ So geht's beim Miteinander nicht nur um die Sprache, sondern auch viel um Traditionen und Kultur. Französische Feste werden ebenso gefeiert wie deutsche. Für Schert selbstverständlich. „Wir sind eine Einheit. In unserem Bildungsplan sind die Themen Akzeptanz und Vielfalt verankert.“ Caroline Holowiecki

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06.03.2017, 06:00 Uhr
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