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RTL lässt wieder die Promis tanzen - Verletzende Kritik inklusive

"Wie ein Storch im Salat"

Vor zehn Jahren ließ RTL zum ersten Mal Promis tanzen; heute startet eine neue Staffel von "Let s Dance". Das Interesse an der Tanznummer ist groß. Mit der Realität hat die Show allerdings wenig zu tun.

11.03.2016
  • GUDRUN SOKOL

Hamburg. "Got to Dance" und "Yes, we can dance" auf Sat 1 und Pro 7, "Stepping Out" und "Let s Dance" auf RTL - im deutschen Fernsehen wird um die Wette getanzt, und das Publikum schaut gerne zu, wenn sich Laien bei Walzer, Rumba, Cha Cha Cha und Co. abmühen. Mit der Realität in Tanzschulen haben diese Fernsehshows wenig zu tun. Ein bisschen sei es hier wie bei den Kochshows, sagt Christian Götsch, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbandes (ADTV). "Alles guckt zu, aber keiner kann deshalb besser kochen."

Heute startet RTL mit seiner neunten Staffel und schickt wieder ein gutes Dutzend mehr oder minder prominente Kandidaten aufs Parkett. Bitten ließen sich dieses Jahr unter anderem die Schauspielerin Nastassja Kinski (55), der Schlagersänger und Ex-"Dschungelstar"- Michael Wendler (42) sowie Alessandra Meyer-Wölden (32), die ihre Popularität vor allem einer kurzen Verlobung mit Boris Becker und einer Ehe mit Berufspöbler Oliver Pocher verdankt.

Sie alle trainieren innerhalb weniger Wochen das komplette Standard- und Lateintanzprogramm: Tango, Slowfox und Quickstep rauf und runter; Drehungen, Hüpf-, Wiege- und Stolperschritte bis die Füße schmerzen. Was sie gelernt haben, dürfen die Kandidaten in den kommenden Wochen freitagabends live auf RTL an der Seite von Profi-Tänzerinnen beziehungsweise Profi-Tänzern vorführen.

Wie gut oder schlecht sie das machen, bewertet zum Teil das Publikum durch kostenpflichtige Anrufe, zum größeren Teil aber eine Jury vom Fach: die charmante Tänzerin Motsi Mabuse, der dauergutgelaunte Catwalk-Trainer Jorge González und Ex-Turniertänzer Joachim Llambi bilden das Bewertungs-Trio, das sich für RTL offenbar bewährt hat. Llambi ist seit der ersten Staffel dabei und gibt den strengen Punktrichter, der mit sprödem Witz und verletzender Kritik verbal gerne aus der Reihe tanzt: "Manchmal war es ein bisschen wie Pferdegalopp" oder "Es sah aus wie ein Storch im Salat" musste sich etwa Boris-Becker-Gattin Lilly öffentlich anhören, ließ sich das aber wenigstens gut bezahlen. Laut TV-Zeitschrift "Hörzu" soll die 39-Jährige 200 000 Euro für ihre Teilnahme eingestrichen haben, Carmen Geiss 135 000 und Larissa Marolt immerhin noch 120 000 Euro.

Dass zahlende Tanzschüler solch scharfe Kritik nicht zu hören bekommen, versteht sich. Trotzdem sind Tanzschulbetreiber natürlich nicht unfroh über das anhaltende Interesse an den TV-Shows: "Sie richten zumindest den Focus aufs Tanzen", sagt ADTV-Sprecher Götsch - auch wenn der Tanzschul-Alltag anders aussieht. "Man muss sich ja bloß die Leute angucken." Im Fernsehen seien die Tänzerinnen und Tänzer "wahnsinnig aufgebrezelt", es komme hier vor allem auf Show, Inszenierung und Wettkampf an. Tatsächlich stehe beim Tanzenlernen aber der Spaß im Vordergrund - am Rhythmus, an Bewegung, Gemeinsamkeit und an der Musik.

Auch wenig realistisch: Dass innerhalb weniger Wochen selbst bei täglich mehrstündigem Training sämtliche Standard- und Lateintänze samt fortgeschrittenen Figurenfolgen durchgehechelt werden. "Das sieht dann ja auch nicht immer nach was aus", urteilt Fachmann Götsch - um das zu erkennen, müsse man kein Profi sein.

Dass es nicht unbedingt zum guten Ton gehört, private Probleme, körperliche Schwächen oder purzelnde Pfunde bei schwergewichtigen Teilnehmern auszuschlachten ist RTL natürlich egal - was Quote bringt, wird durchgenudelt. Eher dekorativ kommen die beiden Moderatoren der Show daher: RTL-Überall-Mann Daniel Hartwich und Sylvie Meis, ehemals van der Vaart. Die hübsche Holländerin bekommt hier jedes Frühjahr aufs Neue die Bühne, um zu zeigen, was sie hat - reizende Kleider und einen super Stylisten. Genug TV-Präsenz, um auch den Rest des Jahres die Klatschspalten zu füllen.

Info Die neunte Staffel von "Let s Dance" startet heute, 20.15 Uhr,

auf RTL, insgesamt zwölf Folgen.

14 Tanzpaare und ein paar Zahlen

Umfrage Das Klischee, dass Männer meist Tanzmuffel sind, scheint zu stimmen. Während sich 50 Prozent der Frauen in Deutschland fürs Tanzen interessieren, sind es laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach bei den Männern gerade mal 17 Prozent. Der Anteil bei den über 60-Jährigen ist höher. Laut Tanzsportverband Nordrhein-Westfalen werden die klassischen Latein- und Standardtänze überwiegend von über 45-Jährigen getanzt.

Einschaltquoten Die achte Staffel von „Let s Dance“ erreichte 2015 im Schnitt rund 4,4 Millionen Zuschauer. Bei den 14- bis 49-Jährigen waren es immerhin 1,5 Millionen. Gewinner war der Ex-Fußballprofi Hans Adu Sarpe mit seiner Profi-Partnerin. Die TV-Show „Stepping Out“, die im Herbst vergangenen Jahres lief, wird es laut RTL 2016 nicht geben. Hier traten Prominente zusammen mit ihren Lebenspartnern nach wochenlangem Intensivtraining an. Finalsieger wurden Anna Christiana Hofbauer und Marvin Albrecht; das „Bauer sucht Frau“-Ehepaar Bruno und Anja Rauh wurde Dritter.

Kandidaten Folgende 14 Promis gehen heute - jeweils zusammen mit einem professionellen Turniertänzer - an den Start: Schlagersänger Michael Wendler (43), Sängerin Sarah Lombardi (23), die österreichische Schauspielerin Sonja Kirchberger (51), Model und Schmuckdesignerin Alessandra Meyer-Wölden (32), Ex-Fußballprofi Thomas Hässler (49), Schauspielerin Nastassja Kinski (55), der Koch und Buchautor Attila Hildmann (34), Moderator Niels Ruf (42), Schauspielerin Jana Pallaske (36), Schauspieler Erich Stehfest (26), Beachvolleyballer Julius Brink (33), Sportmoderator Ulli Potofski (63), die österreichische Sängerin Victoria Swarovski (22) und Schauspielerin Franziska Traub (53). sok

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11.03.2016, 08:30 Uhr
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