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Wie ein Fisch im Wasser
Im Berliner Haus am Waldsee zeigt der Anwalt Peter Raue nun einen Teil seiner Kunstsammlung. Foto: Bernhard Ludewig
Künstlerfreunde des Sammlers Peter Raue stellen im Berliner Haus am Waldsee aus

Wie ein Fisch im Wasser

Seit Jahrzehnten bemüht sich der Anwalt Peter Raue um das Berliner Kulturleben. Ein Teil seiner Kunstsammlung wird jetzt im Haus am Waldsee gezeigt.

12.08.2016
  • BURKHARD MEIER-GROLMAN

Berlin. Im Berliner Kulturgewässer kennt er so ziemlich jede spitze Klippe, jede gefährliche Untiefe. Überhaupt bewegt sich Peter Raue dort auch mit 75 wie ein besonders emsiger Fisch im Wasser. Hält er morgens noch eine Vorlesung über Urheberrecht an der Freien Universität, hat er mittags schon in seiner Kanzlei am Potsdamer Platz ein vertrauliches Gespräch mit einem Mandanten. Da geht es möglicherweise um die Restitution eines von den Nazis geraubten Gemäldes oder er berät in Sachen Presse- und Persönlichkeitsrecht.

Am späten Nachmittag macht er sich für einen Auftritt als Vernissage-Redner in einer Kunstgalerie nahe dem Kurfürstendamm fit. Und abends dann – wenn er nicht gerade einen Vortrag halten muss über Gurlitt und die Folgen – überkommt ihn die Qual der Wahl: Gibt es einen Konzertbesuch, einen Theaterabend oder die Opernpremiere?

In der Hauptstadt ist der kleine Mann mit dem silbergrauen Haar und der obligaten Fliege eh bekannt wie ein bunter Hund. Seit er 2002 seinen Freund Glenn Lowry, den Direktor des New Yorker Museum of Modern Art, bei einem Abendessen dazu überreden konnte, die 200 Bilder aus der MoMA-Sammlung, die während der Renovierung des Hauses ins Depot kommen sollten, doch besser nach Berlin zu expedieren, um sie einem europäischen Publikum näherzubringen, wird er nur noch „Mr. MoMA“ genannt. Die Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie war damals 2004 mit 1,2 Millionen Besuchern ein unglaublicher Erfolg, vergleichbar vielleicht nur mit Christos Kunstaktionen und Verhüllungs-Events.

Apropos Christo: Wer hat denn, als Christo und Jeanne-Claude auf die Idee kamen, den Berliner Reichstag zu verpacken, einen ersten Bitt-Brief ans Parlament geschrieben? Es war kein anderer als Peter Raue.

Kunst und Künstler sind sein täglicher Umgang. Das sieht man auch bis 28. August im Berliner Haus am Waldsee, wo der Berliner Fotokünstler Ingo Mittelstaedt mit Stücken aus Peter Raues Sammlung aufzeigt, wie künstlerische Ideen und Vorstellungen als „Chinese Whispers“, als stille Post von Künstlergeneration zu Künstlergeneration weitergetragen werden. Wobei Raues besondere Verbundenheit zu Künstlern wie Rebecca Horn, David Hockney oder Robert Longo offenbar wird, auch seine Wertschätzung unter anderem. der Arbeit von Cy Twombly, Gotthard Graubner und Joseph Beuys.

Info „Chinese Whispers – Ingo Mittelstaedt mit der Sammlung Peter Raue“ bis 28. August im Berliner Haus am Waldsee, Argentinische Allee 30; Öffnungszeiten: Di–So 11–18 Uhr; www.hausamwaldsee.de

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12.08.2016, 06:00 Uhr
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