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Wie Stuttgart ans Meer verlegt wird
Noch fließt vor dem Stadtpalais vor allem der Schweiß des Architekten-Teams um Peter Weigand (mit Holzlatte auf der Schulter), ab kommender Woche aber soll kühles Wasser aufgeheizte Städter erfrischen. Foto: Ferdinando Iannone
Museum

Wie Stuttgart ans Meer verlegt wird

Das Stadtpalais feiert den Sommer. Am 27. Juli fällt der Startschuss für ein Festival mit Surfwelle, Wasserbecken, Skater-Halfpipe, Radler-Schnitzeljagd und Basketballturnier.

21.07.2018
  • CAROLINE HOLOWIECKI

Stuttgart. Kein Wasser in Sicht! Das Team von Peter Weigand türmt in der sengenden Hitze Paletten, verschraubt Bretter, verlegt Holzelemente. Mit viel Fantasie meint man, in einer Furche ein Flussbett zu erkennen. Aber noch fließt beim Architekten-Team von „Umschichten“ einzig der Schweiß. Bis der – mit Unterbrechungen – 35 Meter lange und sieben Meter breite Meeresstreifen vor dem Stadtpalais, dem Stuttgarter Stadtmuseum, mit Leben, also Wasser, gefüllt sein wird, wird es wohl noch bis ultimo dauern, kündigt Peter Weigand an.

Ultimo, das ist der 27. Juli. Da beginnt „Stuttgart am Meer“. Noch ist das Programm nicht in allen Einzelheiten bekannt, aber es klingt so, als könnte es zum echten Sommerhit werden. Rund ums Museum soll während der großen Ferien ein urbanes Sommerfestival steigen, das vor allem Hipster ansprechen dürfte, die ihren Urlaub zumindest in Teilen daheim verbringen. „Museum muss nicht immer nur hinter dicken Mauern stattfinden. Wir gehen mit unserem Festival mitten hinein in den öffentlichen Raum“, so der Ideengeber, der Museumschef Torben Giese. Für viele sei eine Großstadt im Sommer nicht unbedingt der ideale Ort. „Es ist heiß, vielleicht stickig, und es gibt viel Beton. Wir wollen das aber feiern: Stuttgart ist großartig im Sommer“, findet er.

Wie am Eisbach in München

Es wird actionreich, und das verheißen vier Themenblöcke. Der spektakulärste kommt gleich zu Beginn. Vom 27. Juli bis zum 12. August dreht sich am Stadtpalais alles ums Surfen. Dazu wird eine große Wasserbahn mit einer stehenden Welle installiert, auf der jedermann sein Talent im Wellenreiten testen kann, während das Publikum von der Brücke zujubelt – fast so wie am berühmten Eisbach in München. Eine vorherige Anmeldung über die Homepage des Veranstalters „Surf-Day“ zum Preis von 15 Euro ist erforderlich. Flankierend werden unter anderem ein Infostand des Vereins Neckarwelle, der nach bayerischem Vorbild von einer künstlichen Woge in Stuttgart träumt, oder auch ein Pop-up-Store des hiesigen Surf-Labels „Hi Oceanlovinggirls“ angekündigt.

Wer lieber auf Rollen statt auf Wellen gleitet, dürfte sich in der zweiten Themenwoche wiederfinden. Vom 13. bis zum 19. August geht's ums Skaten. Eine kleine Halfpipe ist hinterm Haus, unter der Brücke Richtung Urbanstraße, bereits so gut wie fertig aufgebaut. Als Highlight wird am 18. August ein Skatecontest (ab 14 Uhr) inklusive Party (ab 22 Uhr) ausgetragen, außerdem wird die Shoppingfläche vom Stuttgarter Label „Grotesque“ bestückt. Auch danach bleibt es noch sportlich. Vom 20. bis zum 29. August sind die Radfahrer am Zug, können unter anderem eine Fahrradwerkstatt und eine Verkaufsfläche der Firma „Basis“ besuchen oder an einem Alleycat-Rennen, einer Art Schnitzeljagd, teilnehmen (25. August, 18 Uhr).

Und danach sind bis zum Ende des Festivals am 9. September die großen Jungs dran. An der Themenwoche Basketball sollen sich auch die Ludwigsburger Bundesligisten MHP Riesen beteiligen, wie genau, steht aber noch nicht fest. Klar ist nur: Am 2. September (ab 12 Uhr) wird ein Streetball-Amateur-Turnier ausgetragen.

Auch für Sportmuffel wird viel geboten sein. Sabrina Volkmann, die Stadtpalais-Referentin, zählt unter anderem eine Bar in einem Überseecontainer, Grillen und DJs an Wochenenden, Livemusik immer sonntags um 17 Uhr und Hängematten auf. „Es soll ein lebendiger Ort für alle Stuttgarter sein.“ Die knöcheltief gefüllten Becken zur B 14 hin sollen die gesamte Festivalzeit über erfrischen. Und auch wenn von der temporären Strandpromenade aktuell noch nichts zu sehen ist, verspricht der Projektleiter Raoul Grossmann: „Man kann dort sogar den Sonnenuntergang genießen.“

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21.07.2018, 06:00 Uhr
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