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Wie Reutlingen dank des mysteriösen Smombie-Schilds weltweit berühmt wurde
Achtung: Smombies! Bild: Haas
Mysteriöses Straßenschild: Achtung Smombies!

Wie Reutlingen dank des mysteriösen Smombie-Schilds weltweit berühmt wurde

Niemand weiß, wer es aufgehängt hat, sogar die „Tagesschau“ berichtete darüber. Und obwohl es am Straßenrand der Kanzleistraße eigentlich gar nicht hängen darf, tat es das gestern immer noch: das Reutlinger Smombie-Schild.

04.05.2018
  • kk

Es ist etwas kleiner als ein reguläres Verkehrsschild und zeigt einen Mann und eine Frau, die den Kopf gesenkt halten und auf ihr Handy starren. Sie sind Smombies: Smartphone-Zombies. Bei einigen Betrachtern löst das einen herzlichen Lacher aus, die anderen finden es eher bedenklich, dass immer mehr Menschen sogar beim Überqueren der Straße vertieft am Handy hängen.

Anja Putterstein, die Social-Media-Beauftragte des Reutlinger Stadtmarketings (StaRT), entdeckte das Schild vor zwei Wochen beim Gang durch Reutlingen direkt neben dem Friedrich-List-Gymnasium. Sie fotografierte es, postete es auf allen StaRT-Kanälen – und war schon wenige Stunden später mehr als überrascht von den Reaktionen: Auf Facebook wurde es 9000 Mal geteilt und hundertfach kommentiert. Während es die einen Nutzer für eine Fotomontage hielten, forderten die anderen die sofortige offizielle Einführung auf allen Straßen.

Immer mehr Medien wurden aufmerksam: Von verschiedenen Lokalzeitungen bis hin zu „Bild“, „Stern“ und „Spiegel“, von Radiosendern bis hin zu allen großen Fernsehrsendern. Sogar in Dubai, Brasilien, Taiwan, Thailand, Kanada und den USA wurde über das Reutlinger Schild geschrieben.

Was fasziniert die Leute so an den Smombies? Das fragt sich auch Putterstein, die sich vor zwei Wochen nicht mal sicher war, ob sie es überhaupt hochladen soll. „Ich hatte schon über solche Schilder aus anderen Städten gelesen, das war für mich nichts Neues in dem Moment“, sagt sie. In Stockholm steht beispielsweise eines, in Augsburg warnen Bodenampeln (kurz: Bompeln) die Smartphone-Nutzer vor vorbeifahrenden Straßenbahnen.

Und, wer hat denn nun das Schild aufgestellt? Das weiß bis heute niemand. Ein erfolgreicher PR-Gag vom Stadtmarketing? „Ich wünschte, ich wär’s gewesen – aber ich war’s nicht“, versichert Putterstein. Zunächst vermutete sie einen Streich von Abiturienten dahinter. „Aber da hat jemand ordentlich Geld in die Hand genommen, das Schild ist hochwertig“, sagt die StaRT-Mitarbeiterin. Deshalb sei man nun vielmehr überzeugt: „Das haben besorgte Eltern aufgestellt.“

Wie auch immer: Das Schild muss wieder weg. Denn ein solches Motiv gibt’s (trotz einer nicht von der Hand zu weisenden Notwendigkeit) bisher in der Straßenverkehrsordnung nicht, deshalb darf es auf öffentlichem Grund auch nicht stehen bleiben. Ein Facebook-Nutzer schlägt vor, das Motiv stattdessen auf den Asphalt zu sprühen. Da schauen die Smombies schließlich eher hin.

Das Reutlinger Ordnungsamt hat beschlossen, es trotzdem noch bis zum 18. Mai stehen zu lassen. Dann wird es um ein paar Meter versetzt: Auf das Gelände des List-Gymnasium. Dessen Rektorin Susanne Goedicke hatte nämlich schon kurz nach Beginn des Hypes ihr Interesse angemeldet.

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04.05.2018, 01:00 Uhr
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