Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Where to Invade Next

Where to Invade Next

Der amerikanische Doku-Star Michael Moore erkundet auf einer Reise durch Europa, was dort besser läuft als in den USA.

Where to Invade Next

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

USA 2016

Regie: Michael Moore
Mit: Michael Moore

110 Min. - ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
24.02.2015
  • Klaus-Peter Eichele

Der neue Dokumentarfilm von Michael Moore („Bowling For Columbine“), mit dem er seine amerikanischen Landsleute von den Vorzügen Europas überzeugen möchte, kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt, gibt der alte Kontinent doch gerade ein jämmerliches Bild ab. Die EU steht vor dem Zerfall, in vielen Ländern bricht sich Hass auf Flüchtlinge bis hin zu Pogromen Bahn, fast überall sind rechtsextreme Parteien auf dem Vormarsch. Ganz zu schweigen davon, dass in Griechenland das nackte Elend herrscht und in Spanien kaum ein junger Mensch Arbeit findet.

Aber wenn man, wie Moore auf seiner Erkundungsreise durch acht europäische Länder sowie nach Tunesien, selektiv vorgeht, findet man natürlich auch Vieles, wovon sich Amerika eine Scheibe abschneiden könnte. Beispiel Frankreich. Dort werden Schüler in der Mittagspause nicht mit Fast Food plus Coca Cola abgespeist, sondern bekommen ein so leckeres wie gesundes Vier-Gänge-Menü. Gut so!

Sobald sich Moore jedoch vom Feld der Kultur auf das der Sozialpolitik begibt, wird es tendenziös. In Italien und Deutschland lässt er privilegierte Arbeiter aus Vorzeige-Unternehmen von paradiesischen Arbeitsbedingungen und höchsten Sozialstandards schwärmen. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Hartz IV oder die Tatsache, dass in vielen amerikanischen Staaten der Mindestlohn höher liegt als in Deutschland, werden verschwiegen.

In Finnland preist Moore das Schulsystem, das Kindern bewusst viel Freiraum für Spiel und Spaß einräumt. Davon, dass in fast allen anderen europäischen Ländern die jungen Leute vom zweiten Schultag an auf Leistung getrimmt werden, erfährt man nichts.

Mit derlei Rosinenpickerei überschreitet Moore zu oft die Grenze von der Polemik zur Propaganda, als dass man seinen Film, dies- oder jenseits des Atlantiks, noch Ernst nehmen könnte.

Gut, wenn Moore seinen Landsleuten die Leviten liest. Aber muss man deswegen Europa beschönigen?

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.02.2015, 16:10 Uhr
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Zuschauer-Stimmen
Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Neue Trailer
Neueste
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram

Kino Suche im Bereich
nach Begriff

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular