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Werkzeuge gegen die Ungleichheit
Immer mehr können immer weniger ausgeben auch in der Mitte. Foto: dpa
Soziales

Werkzeuge gegen die Ungleichheit

Forscher sagen: Nicht jeder Unterschied ist unfair. Doch es ist an der Zeit, die Mittelschicht zu stärken.

19.09.2017
  • GUNTHER HARTWIG

Berlin. Gustav A. Horn, der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, sagt nicht, dass jede Form von Ungleichheit immer auch ein Ausdruck sozialer Ungerechtigkeit sei. Was fair ist in einer Gesellschaft oder Wirtschaftsordnung und wo Ungerechtigkeit anfängt, sei stets „eine Frage gesellschaftlicher Aushandlung“. Momentan ist die Sache für Horn und sein Forscherteam vom IMK aber klar: „Viele Menschen empfinden die wirtschaftlichen Verhältnisse als ungerecht, und es ist Zeit, die Ungleichheit wieder zu reduzieren.“

Das Institut bezieht sich bei seinen wirtschaftspolitischen Empfehlungen auf aktuelle Erkenntnisse aus dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP), nach dem das durchschnittlich verfügbare Einkommen der oberen Einkommensgruppe in der Bundesrepublik von 1991 bis 2014 um real über 17 Prozent gestiegen sei, das der Mitte um zehn Prozent. Die Geringverdiener mussten sich im selben Zeitraum mit einem Zuwachs von nur knapp drei Prozent begnügen. Die Differenz zwischen den Einkommensklassen hat sich deutlich vergrößert, die Mittelschicht ist geschrumpft von 63 auf 56 Prozent der Bevölkerung.

Was aber tun gegen Ausgrenzung und Schieflagen bei Einkommen, Vermögen, Teilhabe und Bildung? Horn bietet ein „Drei-Säulen-Konzept gegen Ungleichheit und Armut“ an. Das IMK-Konzept sieht verschiedene Maßnahmen vor, die Starken mehr an der Finanzierung des Gemeinwesens zu beteiligen, die mittleren Einkommen zu stärken und Armut zu verringern. So plädieren Horn und seine Kollegen dafür, Steuerschlupflöcher zu stopfen und Steuerflucht konsequent zu unterbinden, den Spitzensteuersatz anzuheben, Privilegien von Unternehmenserben im Steuerrecht abzubauen und die Vermögensteuer zu reaktivieren. Zur Stärkung der Mittelschicht schlagen die Forscher vor, Tarifverträge leichter als bisher für allgemeinverbindlich zu erklären. Das Kindergeld solle angehoben, das Ehegattensplitting auf einen Grundbetrag reduziert werden.

Horn nennt seine Vorschläge einen „Werkzeugkasten gegen Ungleichheit“. Gunther Hartwig

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19.09.2017, 06:00 Uhr
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