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DuGoNe-Gemeinderäte wurden über Hauptschulpläne informiert – heftige Kritik an Minister Rau

Werkreal im Wiesaz- und Steinlachtal

Was der Landtag erst nächste Woche entscheidet, stand für DuGoNe am Mittwochabend zur Debatte: die Weiterentwicklung der drei Hauptschulen zur Werkrealschule.

24.07.2009
  • Jürgen Jonas

<strong>Gomaringen.</strong> Die drei Gemeinderäte des Gemeindeverwaltungsverbandes Steinlach-Wiesaz trafen sich in der Gomaringer Sport- und Kulturhalle zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung. Vor genau einem Jahr hat der Ministerpräsident in einer Regierungserklärung die Konzeption für die Werkrealschulen vorgestellt: Das so genannte Eckpunktepapier des Kultusministeriums legt die Rahmenbedingungen für deren Weiterentwicklung fest. Mit dem Ziel, einen „annähernd einheitlichen Qualitätsstandard und Chancengleichheit“ zu erreichen.

Die alten und die neuen Räte aus Dußlingen, Gomaringen und Nehren befassten sich nun mit der Weiterentwicklung der Hauptschulen zur Werkrealschule im Gemeindeverwaltungsverband Steinlach-Wiesaz. Die Schulleitungen der drei Orte hatten sich im Vorfeld Gedanken über Konzeptionen für eine mögliche Kooperation gemacht, die Rektor Joachim Allgaier vortrug. Die Kernpunkte stellte Roland Hocker vor, Leiter des Staatlichen Schulamts Tübingen. Die Räte sollten sich hernach über ihre Vorstellungen einigen, auf eine der Lösungen verständigen oder einen neuen Vorschlag entwickeln, schlugen die drei Bürgermeister vor. Hausherr Manfred Schmiderer bezeichnete den Abend als Einstieg in die Diskussion, die allerdings in „unbotmäßiger Eile“ und auf unsicherer Basis erfolgen müsse.

Der Beschluss des Landtags wird nächste Woche gefällt, Hocker geht davon aus, dass die Vorlage des Schulausschusses eine Mehrheit im Parlament findet. Die Aussage des Ministers, dass keine Schule gegen den Willen der Schulträger geschlossen werde, gelte, die Entscheidungskompetenz bleibe beim Schulträger.

Wesentliche Neuerung für Hocker: Zweizügige Hauptschulen können Werkrealschulen werden, wobei eine stabile Zweizügigkeit angestrebt wird. Die Mindestschülerzahl liegt bei 32, alle Werkrealschulen können auf Antrag Ganztagesschulen werden.

Wichtig für DuGoNe: In den Klassen 5 bis 7 kann die WRS je einzügig auf mehrere Standorte verteilt werden, jedoch in den Klassenstufen 8 bis 9 an nur einem Standort, zweizügig, Klasse 10 einzügig. Die WRS steht unter einer Leitung, es gäbe also künftig zwei Grundschulen und eine Werkrealschule. WRS und Hauptschule werden Wahlschulen.

Auf drei oder nur zwei Standorte verteilt

Aufgrund der Prognose der Schülerzahlen in Klasse 5 in den nächsten vier Schuljahren ist klar: Keine der drei Gemeinden erfüllt die Voraussetzung einer Zweizügigkeit alleine. Der Standort mit den meisten Schülern, so erläuterte Hocker, soll Stammschule werden, die anderen Standorte werden Außenstellen, die Schulleitung liegt bei der Stammschule. Rektor Allgaier trug für seine Kolleginnen von Anne-Frank-Schule und Kirschenfeldschule die erarbeiteten Vorschläge vor.


&amp;amp;bull; Variante 1 sähe vor, dass die WRS auf alle drei Standorte verteilt wird. In Dußlingen und Nehren gäbe es die Klassen 5 bis 7, einzügig, in Gomaringen die Klassen 8 bis 9 zweizügig, Klasse 10 dann einzügig. Die Schüler aus Gomaringen müssten in Klasse 5 aufgeteilt werden, die Hälfte der Schüler ginge nach Nehren, die andere nach Dußlingen. Ab Klasse 8 müssten alle Schüler nach Gomaringen.


&amp;amp;bull; Bei Variante 2 würde die WRS auf zwei Standorte verteilt, Gomaringen und Dußlingen, die Klassen 5 bis 7 einzügig, ab Klasse 8 kämen alle nach Gomaringen. Der Hauptschulstandort Nehren würde aufgelöst, die Schüler von dort aus 5 bis 7 müssten nach Dußlingen, ab der 8. alle nach Gomaringen.


&amp;amp;bull; Variante 3 sähe die Auflösung des Hauptschulstandorts Dußlingen vor, die Dußlinger müssten also nach Nehren, um dann wiederum mit den Nehrenern nach Gomaringen zu kommen.

Nehrens Räte Antje Warth und Hans Schell stiegen ins Grundsätzliche der Debatte ein, die Trennung nach der vierten Klasse sei pädagogische Sünde, wie alle Pisa-Erkenntnisse bewiesen, die Rausche Konzeption ein Katastrophenplan und eine Mogelpackung, die Dinge liefen eher rückwärts, statt inhaltlichen Veränderungen Raum zu geben. Warth: „Man fragt sich, warum die Schulpolitik des Landes ausgerechnet dem unbelehrbarsten Mensch auf der Erde anvertraut ist?“

Auch praktische Fragen wurden gestellt, etwa wie der Transport zwischen den Orten funktionieren solle oder was mit den Rektorenstellen passiere. Hocker versicherte, die bisherigen Eingruppierungen blieben bestehen, für die Planstellen gebe es einen Bestandsschutz. Die Entscheidung wird den Räten sicher nicht leicht fallen, das war zu spüren, aber, so Schmiderer, wenn man es einfach wollte, wäre man nicht Gemeinderat geworden. Er machte ein weiteres „Riesendilemma“ aus, die Auflösung der Schulbezirke. Man wisse nicht, wie die Eltern sich entschieden, ob eine Abstimmung mit den Füßen erfolgen werde. Jede Gemeinde wird nun unabhängig beraten, „jetzt geht es darum, seriös nachzudenken“, so Schmiderer.

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24.07.2009, 12:00 Uhr
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