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„Werde Weg für Ronny freimachen“
Ab morgen ist Weinbuch wieder an Schanze und Loipe im Einsatz - der Weltcup startet in Ruka. Foto: DPA
Nordische Kombination

„Werde Weg für Ronny freimachen“

In Finnland starten Frenzel und Co. in die neue Saison. Für Hermann Weinbuch könnte es als Bundestrainer in den Zielsprint gehen – Ronny Ackermann steht als Nachfolger bereit.

23.11.2017
  • MARIUS FALLER

Start in den Weltcup, Olympia steht vor der Tür... Spannende Wochen warten auf die nordischen Kombinierer. Wer jedoch wie Hermann Weinbuch seit über 20 Jahren im Amt des Bundestrainers ist, den kann so schnell nichts mehr vom Hocker hauen. Auch nicht interne Hahnenkämpfe: Bei den letzten olympischen Spielen in Sotschi behinderten sich mit Johannes Rydzek und Fabian Rießle zwei deutsche Kombinierer gegenseitig im Kampf um die Medaillen, beim letzten Weltcuprennen in Schonach gab es ähnliche Probleme zwischen Rydzek und Eric Frenzel. Vor dem ersten Wettkampf kommendes Wochenende im finnischen Ruka sprach Weinbuch über Situationen wie diese, die Konkurrenz, Herausforderungen des Trainerjobs – und seine persönliche Zukunft.

Herr Weinbuch, letzten Winter sprachen Sie von einer Dominanz Ihres Teams, die Sie so noch nicht erlebt haben. Erwarten Sie eine solche Überlegenheit auch in diesem Jahr?

Hermann Weinbuch: Ich denke, dass solche Erwartungen fehl am Platz wären. Letzte Saison sprachen ein paar Besonderheiten für uns. Zum einen der Zweikampf zwischen Eric Frenzel und Johannes Rydzek, der beide beflügelt hat, zum anderen die Schwierigkeiten der Norweger mit sich selbst.

Welche Schwierigkeiten?

Die überragenden Sprungleistungen von Jarl Magnus Riiber hat die etablierten Athleten dazu gebracht, an der Schanze die Brechstange rauszuholen, um mithalten zu können. Dieser Plan ist nicht aufgegangen, aber nächste Saison schätze ich die Norweger wieder stärker ein.

Woran machen Sie das fest?

Sie haben in der Vorbereitung viel investiert, auch finanziell. Was ich so mitbekommen habe, hat sich Magnus Moan, den ich als stärksten Norweger erwarte, im Springen stark verbessert. Riiber hat dagegen im Laufen zugelegt, darunter könnte jedoch sein Sprung leiden.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Stürzen, in die mehrere deutsche Athleten involviert waren. Wie sollen solche Vorkommnisse zukünftig vermieden werden?

Wenn immer gekämpft und jedes Rennen durch einen Zielsprint entschieden wird, kann es oft zu Zusammenstößen kommen. Klar passiert da in den ersten Stunden emotional viel, am nächsten Tag darf so etwas jedoch kein Thema mehr sein. Ich hoffe weiter auf spannende Wettkämpfe.

Wie vermeiden Sie Eifersuchtsgefühle innerhalb des Teams, gerade was die Einteilung Ihrer Betreuungszeit einzelner Sportler angeht?

Wir Trainer arbeiten bei diesem Thema sehr eng zusammen, damit jeder die gleiche Aufmerksamkeit bekommt. Es darf nie das Gefühl aufkommen, dass wir es einem bestimmten Athleten besonders gönnen, zu gewinnen. Wichtig ist am Ende nur, dass ein Deutscher ganz oben auf dem Treppchen steht.

Mit Blick auf Pyeongchang wird immer wieder von der politischen Lage des Landes bzw. des Nachbarlandes Nordkorea gesprochen. Wie sehr sind solche Dinge Thema im Team?

Natürlich beobachte ich das, ein Stück weit müssen wir uns da jedoch auf die Politik verlassen und schauen, was das Auswärtige Amt vorgibt. Bis dahin ist ja auch noch ein wenig Zeit, dennoch bleibt ein ungutes Gefühl. Im Team wird darüber aber wenig diskutiert. Wir dürfen nicht den Fokus verlieren und müssen uns auf unsere Ziele konzentrieren.

Die wären?

Bei jedem Wettkampf, bei dem wir an den Start gehen, wollen wir eine Medaille gewinnen. Wir wissen, dass das vielleicht nicht immer möglich ist, sind jedoch so stark, dass wir diesen Anspruch an uns haben.

Geht in einem Olympia-Jahr der Blick für das „Tagesgeschäft“ Weltcup verloren?

Das Problem haben wir eigentlich immer. Wir haben den Weltcup im Blick, wollen auch den Nationencup gewinnen. Einen Weltcup kann man nicht planen, der muss passieren. Ich denke jedoch, dass gerade Johannes Rydzek ein Augenmerk auf den Weltcup legen wird, da hat er noch eine Rechnung offen. Eric Frenzel hat nach seinem historischen siebten Sieg im letzten Jahr dagegen eher Olympia im Fokus.

Man könnte Sie als „Jupp Heynckes der nordischen Kombination“ bezeichnen, wie er können Sie den Trainerjob einfach nicht lassen. Wie lange bleiben Sie noch Bundestrainer?

Das mache ich von meinem Kollegen Ronny Ackermann abhängig. Er macht einen super Job, arbeitet sehr akribisch. Wenn er sagt, dass er vorne stehen will, werde ich den Weg freimachen.

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23.11.2017, 06:00 Uhr
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