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Retter für die Tigers gesucht

Wer wird neuer Trainer der Tübinger Bundesliga-Basketballer?

Das TAGBLATT hat Coach-Kandidaten für Tübingens Basketballer gefragt: mit Absagen, Liebesbotschaften an die Stadt und Kontakten nach Serbien.

22.11.2017
  • tzu, itz, vm

Das Headset von Robert Wintermantels Handy war am Dienstag so beansprucht, dass der Akku rasch leer war. Der Manager der Tigers führte auch am Tag nach der Entlassung von Trainer Tyron McCoy viele Gespräche. „Wir sind bei etwa 30 Trainern, die wir angeboten bekommen haben“, sagt Wintermantel. Nun sondiert er, wer in die engere Auswahl kommt. Drei bis fünf Kandidaten will er zusammenstellen und dann gemeinsam mit dem Beirat und den Gesellschaftern des Tigers-Stammvereins SV03 Tübingen mit diesen Kandidaten Gespräche führen und entscheiden. Am Mittwochvormittag leitet Interimstrainer Aleksandar Nadjfeji erstmals das Training.

Das TAGBLATT hat mit einigen möglichen Trainer-Kandidaten gesprochen und bewertet die Wahrscheinlichkeit eines Engagements bei den Tigers.

Michael Koch

Als Spieler 1993 Europameister mit Deutschland, als Trainer zweimal Deutscher Vizemeister mit den Baskets Bonn (2008, 2009): Der 51-Jährige hat bewiesen, dass er als Coach erfolgreich arbeiten kann. Arbeitete bis zum Frühjahr 2016 in Bayreuth und ist seither ohne Job. „Ich bin bereit, mit Tübingen zu sprechen und auszuloten, ob wir zusammenkommen“, sagte Koch auf TAGBLATT-Nachfrage. Kontakt habe es noch nicht gegeben, „es müssten halt drumherum auch die Dinge passen.“ Bei der Tigers-Niederlage in Gießen (98:110) war er in der Halle, besuchte seinen Ex-Spieler und Tigers-Kapitän Jared Jordan: „Die Defense ist Tübingens große Schwachstelle.“ Koch wohnt in Bonn, verfolgt aktiv die Liga. Und: „Ich habe schon Interesse, wieder als Trainer einzusteigen – wenn alles passt.“

Wahrscheinlichkeit: 65%. Koch scheint die naheliegendste Lösung. Er ist ohne Job, kennt die Liga und ist Gesprächen nicht abgeneigt.

Mike Taylor

Der 45-jährige frühere Trainer des Tigers-Erzrivalen Ulm ist seit 2014 Nationaltrainer Polens, „und da bin ich derzeit auch total fokussiert drauf“, wie Taylor dem TAGBLATT sagt. Taylor bereitet das Team gerade auf die anstehenden WM-Qualifikationsspiele vor gegen Ungarn und Litauen. Vor der Verpflichtung von Tyron McCoy hatten die Tigers-Verantwortlichen auch Taylor kontaktiert – seit dessen Entlassung aber (noch?) nicht. „Aber wenn sie anrufen, würde ich mich freuen, mit ihnen zu sprechen“, sagt der US-Amerikaner, „ich bin offen für alles, interessiere mich für die Bundesliga, ich liebe Tübingen.“ Taylors Ehefrau ist die Tochter der Tübinger Center-Legende Gerald Dietl.

Wahrscheinlichkeit: 60%. Taylor würde sicher gerne kommen, zumal er familiäre Beziehungen zur Stadt hat. Fraglich ist, ob die Tigers einen Trainer in Doppelfunktion wollen. Geschweige denn, ihn aus dem Vertrag rauskaufen.

Aleksandar Nadjfeji

Der 41-Jährige ist im zweiten Jahr Assistenz-Coach. Dass er die für Bundesliga-Trainer erforderliche A-Lizenz nicht besitzt, wäre kein großes Problem. Die Statuten sehe vor, dass eine Übergangslizenz bis zum Ende der Saison für 1300 Euro möglich wäre. Kurzfristige Erfolge, und dass er schon auf der Gehaltsliste steht, würden für ihn sprechen.

Wahrscheinlichkeit: 25%. Sollte der Trainermarkt nichts hergeben, was ins Anforderungsprofil beziehungsweise ins finanzielle Budget der Tigers passt, könnte er seine Chance bekommen.

Igor Perovic

Der 43-Jährige hatte schon Kontakt mit Manager Wintermantel und Interimstrainer Nadjfeji. „Ich war und bin immer noch gut mit dem Verein verbunden“, sagt der Serbe. Ab 2005 war er als Spieler bei den Tigers. 2009 übernahm er das Traineramt. 2015 trat er zurück, und McCoy kam. Anschießend hatte er noch einige Zeit mit seiner Familie in Tübingen gelebt, ehe er nach Ulm zog, wo er eine Trainerstelle im Jugendbereich innehat. „Es tut mir sehr leid für den Verein“, sagt Perovic. „Ich bin immer da, um dem Klub zu helfen.“ Damit meint er jedoch weniger ein Engagement als Trainer, als vielmehr seinen Rat: „Ich helfe, indem ich mögliche Trainer empfehle. Ich habe ja gute Verbindungen nach Serbien, wo es viele gute Leute gibt.“

Wahrscheinlichkeit: 10%. Unwahrscheinlich, dass die Tigers den direkten Vorgänger von McCoy zurückholen. Zumal der wohl auch in Ulm einen sichereren und entspannteren Job hat als bei den Tigers.

Jens Leutenecker

War schon Co-Trainer unter Igor Perovic und sogar für ein Spiel Cheftrainer. Trainiert derzeit den Regionalligisten SV Fellbach. Leutenecker ist sehr ehrgeizig und theoriebewandert, gibt als „Coach Jens“ auch Trainingstipps im Internet. Zudem ist er bei den Heimspielen sehr nah dran an der Mannschaft – als Hallensprecher.

Wahrscheinlichkeit: 5%. Wenn die Tübinger überhaupt keinen finden – warum nicht er…?

Stefan Koch

Der ältere Bruder von Michael Koch begleitet die Bundesliga als Kommentator für Telekom-Sport. Und unter ihm arbeitete Tyron McCoy einst als Co-Trainer. Außerdem stieg der 53-Jährige 2014 mit Würzburg aus der Bundesliga ab und hatte danach keinen Trainerjob mehr.

Wahrscheinlichkeit: 0%. Koch sagte am Dienstag: „Ich bin nicht kontaktiert worden, und ich hätte an diesem Job auch kein Interesse.“

Hans-Peter Müller-Angstenberger

Fans warfen Tyron McCoy zuweilen vor, er coache zu emotionslos. Wenn dies das größte Problem ist, dann wäre der Rottenburger Volleyball-Bundesligatrainer die Lösung.

Wahrscheinlichkeit: 0%. Müller-Angstenberger hat noch einen lebenslangen Vertrag beim TVR zu erfüllen…

Mister X

Gut möglich, dass Tigers-Manager Robert Wintermantel eine Überraschung parat hat. Wie wäre es eigentlich mit Thomas Päch? Der langjährige Co-Trainer der TBB Trier und aktuelle Assistenzcoach von Alba Berlin kennt die Liga aus dem Effeff. Der 35-Jährige zeigte in der Vorsaison auch, dass er ein Team als Chef führen kann – er brachte mit Berlin die Saison ab April als Interimscoach zu Ende. Oder: Gibt’s das Jupp-Heynckes-Modell mit den einstigen Aufstiegshelden Uwe Sauer oder Georg Kämpf? Zugegeben: Da ist’s noch wahrscheinlicher, dass die Wahl auf einen fällt, dessen Name hier nicht auftaucht. Denn die Basketball-Welt ist groß.

Wahrscheinlichkeit: 80%. Auch mit McCoy hatte nach dem Perovic-Rücktritt zunächst niemand gerechnet. Wintermantel ist für Überraschungen gut.

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22.11.2017, 01:01 Uhr
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