Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Richtige Körpersprache hilft

Wer überzeugen will, muss Augen, Mund, Arme und Beine einsetzen

Man kann nicht nicht kommunizieren, aber richtige Körpersignale geben. Diese können im Vorstellungsgespräch zum Traumjob verhelfen und wirken sich positiv auf das Gehalt aus. Das ist gar nicht schwer.

31.10.2014

Von PETER ILG

Ulm Auch wenn kein Wort fällt: Menschen kommunizieren immer. Unser Körper drückt wortlos Gedanken und Gefühle aus. Gehobene oder gesenkte Mundwinkel sprechen Bände. Wer körperliche Signale richtig interpretiert, kann Situationen besser einschätzen und passend reagieren. Ob im Vorstellungsgespräch, bei Gehaltsverhandlungen oder in der Familie.

Ein Lächeln sagt mehr als tausend Worte. Das weiß der Volksmund. Und er hat recht. Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen. "Eine der wichtigen Erkenntnisse aus der Kommunikationswissenschaft ist die 7-38-55 Regel", sagt Kathrin Adamski. Sie ist Medien-Coach von Führungskräften und Top-Managern.

Die Regel hat der Kommunikationsforscher Alfred Mehrabien aufgestellt; sie ist eine Zahlenvorgabe für die Wirkung von Körpersprache. Mehrabien geht davon aus, dass eine Botschaft grundsätzlich aus drei Teilen besteht, die der Empfänger so gewichtet: 7 Prozent werden anhand des gesprochenen Wortes beurteilt, zu 38 Prozent ergänzen Nuancen in der Stimme unseren ersten Eindruck. Und der wird zu 55 Prozent aufgrund von Körpersprache bewertet.

Aussehen, Haltung, Stimmlage: das sind Kriterien, anhand derer Menschen beurteilt werden. Das geschieht rasend schnell, in weniger als einer Sekunde.

Wenn Menschen zusammenkommen, sprechen Bände. "Die Forschung geht davon aus, dass Gefühle wie Glück, Angst, Überraschung bei jedem Menschen nonverbale Körpersignale hervorrufen", sagt Jürgen Hesse vom Büro für Berufsstrategie in Berlin.

Nonverbale Kommunikation: das ist Körpersprache. Sie ist die älteste Form zwischenmenschlicher Verständigung. Auf diese Weise klären wir untereinander, ob wir uns sympathisch finden und vertrauen können. Der Körper verrät unsere wirklichen Gefühle, wer wir sind und was wir eigentlich wollen. Weil das körperliche Verhalten deutlich schwerer kontrolliert und beherrscht werden kann als verbale Aussagen, gilt die Körpersprache als wahrer und echter.

Unsere Augen zum Beispiel sprechen ihre eigene Sprache und sie gelten als Spiegel und Ausdruck unserer Seele. "Blicke können lächeln, fragen oder auch zweifelnd wirken", sagt Hesse. Die Wirkung der Augen hat im Gespräch eine zentrale Bedeutung. "In Gesprächen ist es daher immer empfehlenswert, dem Gegenüber einige Sekunden einen offenen Blick zu schenken, begleitet von einem freundlichen Lächeln." Das ist die Königsdisziplin, um Sympathien zu gewinnen. Und die Sprache der Hände ist in vielen Teilen der Welt gleich.

Kopf hoch und Bauch rein, damit ist es bei Weitem nicht getan. Wer durch Körpersprache überzeugen will, sollte Augen und Mund, Arme und Beine gezielt einsetzen. Denn die richtigen Körpersignale können im Vorstellungsgespräch zum Traumjob verhelfen und sie wirken sich auf die Höhe des Gehalts aus.

Körpersprache ist Kommunikation der Sinne. Menschen, die ihre Hände wie zum Gebet aneinanderlegen, fühlen sich sicher: Entscheidungen, die sie getroffen haben, stehen fest und sind nicht mehr zu ändern. Und das Berühren der Nase ist eine typische Geste für Zweifel. Sympathie erzeugt man am einfachsten durch offene Körperhaltung und Lächeln. In Kombination sind diese Signale eindeutig: Ich bin vertrauenswürdig und interessiert an diesem Kontakt. Verschränkte Arme vor dem Körper sind ein Zeichen der Abwehr. Und Lächeln ist ein positives Signal und Sympathiezeichen, das auf der ganzen Welt verstanden wird.

Doch Vorsicht. Eine für uns normale Haltung, kann in anderen Teilen der Welt Empörung hervorrufen. Mit übereinandergeschlagenen Beinen beleidigt man beispielsweise Araber. Für sie gilt die Fußsohle als unrein.

  • Zufriedenheit Verschränkte Hände hinter dem Kopf drückt Dominanz aus. Häufig geschieht das im Gespräch nach einer Entscheidung. Die Geste soll zeigen, dass etwas abgeschlossen ist ? diskutiert wird nicht mehr: Ich bin mir sicher und bin zufrieden mit meiner Entscheidung.
  • >Angst Wer sich am Nacken reibt, dem sitzt die Angst sprichwörtlich dort. Der Gesprächspartner, der sich an dieser Stelle reibt, fühlt sich nicht selten unwohl und in die Enge gedrängt. Er ist unsicher, hat möglicherweise sogar ein schlechtes Gewissen, ist irgendwie angeschlagen und in diesem Zustand entsprechend leicht zu knacken.
  • >Gegenschlag Wenn jemand mit der Hand einen imaginären Schmutz von der Kleidung wischt oder schnippt, ist Vorsicht geboten: Er bereitet sich vermutlich auf einen rhetorischen Gegenschlag vor. pi

Zum Artikel

Erstellt:
31. Oktober 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
31. Oktober 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 31. Oktober 2014, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+