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Wer sparen will, heizt wieder mit Öl
Heizen mit Öl ist für Verbraucher so preiswert wie schon lange nicht mehr. Foto:dpa
Branche meldet nach vielen mauen Jahren wieder einen Boom - Stabil niedrige Preise erwartet

Wer sparen will, heizt wieder mit Öl

Das jahrelange Klagen der Branche hat ein Ende: Heizölhandel und Heizungsbauer freuen sich über den günstigen fossilen Rohstoff, der ihre Kassen klingeln lässt. Kritik üben sie an der staatlichen Förderpolitik.

11.12.2015
  • WOLF H. GOLDSCHMITT

Mannheim. Die Kunden sind im Glück: So günstig wie derzeit war Heizöl seit sechs Jahren nicht mehr. "Die Kosten für den Liter Heizöl bei einer 3000-Liter-Bestellung liegt aktuell zwischen 52 und 56 Cent und erreichen damit das niedrigste Niveau seit Mai 2009", jubelt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes Energiehandel Südwest-Mitte (VEH). Seine Branche profitiert von den niedrigen Preisen: Die Nachfrage nach Ölheizungen wieder Fahrt aufnimmt.

Und der Trend sollte sich fortsetzen: Wegen der Anhebung der Erdölfördermengen stehen die Preise weiter unter Druck. Fossile Brennstoffe werden auch im kommenden Jahr die günstigsten Energielieferanten bleiben, prognostizierte der Verbandssprecher zuversichtlich bei der Präsentation der Jahresbilanz in Mannheim.

Das Auf und Ab in der Branche scheint vorüber: Im laufenden Jahr investieren die Hausbesitzer erstmals seit Jahren wieder in neue Ölheizungen. Jahrelang ging der Verkauf zurück: Wegen hoher Ölpreise stiegen immer Kunden auf Gas oder Pellets um. "In den letzten 20 Jahren hat sich der Heizölabsatz fast halbiert", sagt Funke. Nun aber ist der Absatz von Brennwertgeräten um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Gasgeräte erreichen nun ein Plus von vier Prozent, für Pelletheizungen meldet die Branche gar einen rückläufigen Trend.

Grund für den Heizölpreis-Rückgang ist der günstige Weltmarktpreis für Rohöl. Die Nachfrage bleibt wegen der stotternden Konjunktur in China und der Selbstversorgung der USA mit Öl aus Fracking hinter den Erwartungen zurück. "In den kommenden Wochen erwarten wir deshalb keine grundlegende Änderung an dieser Situation", sagt Funkes Geschäftsführerkollege Jörg Lenk.

Das Kartell der erdölexportierender Länder (Opec) wolle den Preis auf niedrigem Niveau halten. Kurzfristige Preisschwankungen sind nur durch mehr Nachfrage bei Kältewellen zu erwarten. Vor diesem Szenario ist die 50-Cent-Marke pro Liter Heizöl nach Meinung der Fachleute lediglich ein Zwischenziel.

Im Vergleich zu Erdgas- seien Ölheizungen zurzeit klar günstiger. Im Verbandsgebiet, das Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen umfasst, liege der Preisunterschied zwischen 28,5 und 40 Prozent. Laut Verband müssen die Verbraucher für eine Kilowattstunde Energie aus Öl 5,11 Cent bezahlen. Fernwärme kostet rund 8 Cent, Strom fast 20 Cent pro Kilowattstunde.

Die Saison für 960 000 Ölheizungen in Baden-Württemberg und rund 450 000 in Hessen ist im vollen Gange, trotz milder Witterung. Um den Einspareffekt zu nutzen, sollten die Anlage allerdings auf dem neuesten technischen Stand sein, rät Funke. Mindestens 70 Prozent der Öfen arbeiten ineffizient. Das Gros Heizungen sei über 30 Jahre alt.

Kritik an den Vorgaben der Politik gehört zum Ritual des jährlichen "Rundumschlags" der Heizöl-Lobbyisten. Der Gesetzgeber und die Kommunen verhinderten einen fairen Wettbewerb. Deshalb habe der Verband das "Aktionsbündnis für individuelles Heizen" gegründet: Ziel sei, Bürger über die langfristigen Konsequenzen von Nah- und Fernwärmenetzen aufzuklären. Der Verband kritisiert die staatliche Subventionierung der aus ihrer Sicht unwirtschaftlichen und oft nicht ökologischen Wärmenetzen. Die Zeche zahlten die Verbraucher, wenn die staatliche Förderung wegfällt.

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11.12.2015, 08:30 Uhr
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