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Wer kriegt den VfB dicht?
Gegen den pfeilschnellen BVB-Angreifer Pierre-Emerick Aubameyang (links) hatten die Stuttgarter - hier Georg Niedermeier - mehrfach das Nachsehen. Foto: Imago
Vor dem Bremen-Spiel: Interimstrainer Kramny versucht, Abwehr zu stärken

Wer kriegt den VfB dicht?

Keine Mannschaft kassiert mehr Gegentreffer: Mit Moral und Teamgeist arbeiten die Stuttgarter Profis daran, die offensichtlichen Probleme in der Defensive zu beheben und die Zahl der Fehler zu reduzieren.

01.12.2015
  • SID

Dortmund. Keine Qualität, keine Stabilität, und wieder einmal auf der Suche nach einem neuen Trainer: Kontinuität beweist der VfB Stuttgart allenfalls als Schießbude. Zum dritten Mal in Folge kassierten die Schwaben beim 1:4 in Dortmund vier Gegentreffer. Insgesamt sind es 35 nach 14 Spieltagen so viele hat keine andere Mannschaft der 1. oder 2. Bundesliga kassiert.

"Ich hätte mir einen besseren Start gewünscht", sagte Interimstrainer Jürgen Kramny. "Ich habe versucht, der Mannschaft eine gewisse Stabilität zu geben. Das hat phasenweise funktioniert, aber wir haben wieder vier Gegentore bekommen. Da werden wir weiter ansetzen müssen." Angesichts des von Vorgänger Alexander Zorniger hinterlassenen Scherbenhaufens kann der Übergangstrainer derzeit aber nur Schadenbegrenzung betreiben.

Vor allem die Abwehr der auf Rang 16 platzierten Stuttgarter, die lediglich ein Zähler von Schlusslicht 1899 Hoffenheim trennt, bewies in Dortmund erneut kein Erstligaformat, während die Offensive einige gute Ansätze zeigte. Ohne die richtige Balance und geeignetem Personal dürfte der VfB in dieser Saison jedoch kaum zu retten sein. Zwischen den Ansprüchen und der Realität klaffen auch in dieser Spielzeit Welten. Nach dem Auftritt in Dortmund machten sich die Stuttgarter dennoch Mut. "Die Art und Weise wie wir nach dem frühen Rückschlag ins Spiel zurückgekommen sind, zeigt, dass die Mannschaft nach wie vor Moral und Teamgeist hat. Schlussendlich haben wir zu viele Fehler gemacht, die bei der Qualität der Dortmunder zur Niederlage führen", sagte Verteidiger Daniel Schwaab.

Faktisch zerbröselte das Abwehrgebilde jedoch bei dem Heimspiel gegen Augsburg (0:4) und in München (0:4) bereits nach wenigen Minuten. Dem BVB reichten 19 Minuten, dem FCA und den Bayern jeweils gar nur 17 zur vorentscheidenden 2:0-Führung.

Der Auftritt gegen den BVB war nicht dazu angetan, einen geeigneten Chef-Coach zum VfB zu locken. Zehn Trainerwechsel in den vergangenen acht Jahren haben den Ruf zusätzlich ruiniert. Nicht ausgeschlossen, dass Kramny, nach Gladbacher Muster mit André Schubert, ein Kandidat für eine Beförderung werden könnte. "Man hat mir kein zeitliches Limit gesetzt", sagte Kramny. "Das Spiel gegen Dortmund war die Hauptaufgabe, jetzt sehen wir weiter. Es war ganz klar, dass es eine Interimslösung ist. Was daraus wird, wird die Zeit zeigen."

Beim VfB im Gespräch ist Tayfun Korkut, Wunschkandidat der Kluboberen offenbar Lucien Favre. Bei dem richtungweisenden Heimspiel am Sonntag gegen den um drei Punkte besseren SV Werder Bremen wird höchstwahrscheinlich erneut Kramny auf der Bank sitzen.

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01.12.2015, 08:31 Uhr
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