Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Wohnungsmarkt

Wer günstiger mieten will, muss lange warten

Die Einkommensgrenze für Sozialwohnungen steigt weiter, doch es gibt zu wenige Immobilien.

12.02.2018
  • UWE ROTH

Stuttgart. Zwei Hürden müssen künftige Mieter einer Sozialwohnung nehmen: Die Bewerber benötigen zuerst von der Stadt einen Wohnberechtigungsschein, und anschließend verdammt viel Glück, eine staatlich geförderte Wohnung zu finden. Eine vierköpfige Familie mit kleinem Einkommen schafft die erste Hürde inzwischen ohne größere Probleme. Denn die Landesregierung hat in den vergangenen Jahren die Einkommensgrenzen kräftig angehoben. Zum 1. April wird das erlaubte Bruttojahreseinkommen für den Anspruch auf eine Sozialmietwohnung von 65 600 Euro auf 66 450 Euro angehoben. Das entspricht einem durchschnittlichen Monatsverdienst von immerhin 5 500 Euro.

Wäre der Wohnungsmarkt in der Region Stuttgart nicht so aufgeheizt, hätte das für Wohnungssuchende eine gute Nachricht bedeutet. Doch so ist der amtliche Nachweis nicht mehr als ein Glückslos: Laut dem Sprecher der Stadt Esslingen wurden im Jahr 2016 knapp 580 Wohnungsberechtigungsscheine ausgegeben. Doch lediglich 81 hätten eine Sozialwohnung gefunden. 2017 spitzte sich die Lage weiter zu: Von den 700 Antragstellern konnten 50 in eine solche Immobilie einziehen. Ähnlich ist die Lage in Ludwigsburg. In der Landeshauptstadt wurden im vergangenen Jahr nach Angaben eines Stadtsprechers etwa 830 Sozialwohnungen an neue Mieter vergeben – ein Tropfen auf den heißen Stein.

Wegen des großen Wohnungsmangels sind die Städte von der Anhebung der Einkommensgrenzen wenig begeistert. In Stuttgart erfüllt mittlerweile die Hälfte der Mieterhaushalte, also rund 100 000, die Kriterien für einen Berechtigungsschein. Einzig der Mieterverein Stuttgart und Umgebung hält dagegen. Um den Kreis der Berechtigten zu erhöhen, sei eine Anhebung sinnvoll, so Geschäftsführerin Angelika Brautmeier. Das stärke den Druck.

Nach Schätzungen liegt ein Drittel der Mieter mit seinem inzwischen höheren Einkommen über der Höchstgrenze. Der Mieterverein ist sich mit den Kommunen jedoch einig, dass die Wiedereinführung der 2007 abgeschafften Fehlbelegungsabgabe kein gutes Instrument wäre. Laut Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU) habe die Abgabe in der Vergangenheit zu Ghettos geführt. „Der Ausbau des sozialen Mietwohnungsbaus wird nicht wegen mangelnder Finanzen, sondern in erster Linie durch gering verfügbare Baugrundstücke gebremst“, sagt er. Der Verein Haus und Grund hält laut Geschäftsführer Ulrich Wecker die Fehlbelegungsabgabe für ein probates Mittel. Nach Einführung der Abgabe Anfang der 1990er Jahre seien von den damals 28 000 Sozialwohnungen rund 3000 für die tatsächlich Betroffenen frei geworden. Uwe Roth

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

12.02.2018, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular