Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Wenn nichts anderes hilft

19.10.2019

Von ANDRé BOCHOW

NBR Berlin. Copyright: Thomas Koehler/ photothek.net Foto: Thomas Koehler/photothek.net

Berlin. Niemand lässt sich gern zu etwas zwingen. Wir wollen in Freiheit leben, selbstbestimmt. Wenn es um unser Privatleben geht, hat sich der Staat herauszuhalten. Und nun soll die Impfpflicht kommen. Gegen die Masern. Dabei gilt die Pflicht gar nicht einmal für alle, sondern nur für Kinder und Erzieher in Kitas und für andere Personen in öffentlichen Einrichtungen. Vermutlich wird es dabei in Zukunft nicht bleiben. Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung ist für die Impfpflicht und will die Masern genauso loswerden, wie man die Pocken eliminierte. Und in diesem Fall hat die Mehrheit mit ihrem Anliegen auf jeden Fall Recht.

Eine lautstarke Minderheit aber fährt eine Kampagne nach der anderen, weil sie der Meinung ist, Staat und Pharmaindustrie manipulieren, betrügen und schicken die Menschen in den Impftod. Dass die Medikamentenhersteller sehr unterdurchschnittlich an Impfstoffen verdienen – was tut das schon zur Sache? Was Regierung und Behörden mit dem Impfen außer dem Wohl der Bürger noch im Sinn haben könnten, bleibt allen Nicht-Verschwörungstheoretikern ein Rätsel.

Masern sind nicht ungefährlich. Weil aus Gesundheits- oder Altersgründen nicht jeder geimpft werden kann, müssen alle anderen geimpft werden. Was ist daran nicht zu verstehen? Ob allerdings die Impfpflicht allein zu einer höheren Impfquote führt, muss sich noch zeigen. Ohne parallele Aufklärung, freundliche Impfeinladungen und ruhige Debatten mit Impfmuffeln, Impfskeptikern und, ja, auch noch einmal mit Impfgegnern wird es nicht gehen. Der Mühe muss man sich schon unterziehen, denn Impfen ist in unser aller Interesse.

Zum Artikel

Erstellt:
19. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+