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Wenn harte Jungs den Tränen nah sind
Freude pur und Tränen nach dem sensationellen Triumph: Die deutschen Eishockeyspieler konnten ihr Glück nach dem 4:3-Coup über Kanada kaum fassen. Foto: Tobias Hase/dpa
Eishockey

Wenn harte Jungs den Tränen nah sind

Als der 4:3-Erfolg im Halbfinale gegen Kanada perfekt ist, brechen alle Dämme. Das deutsche Team weiß, dass es große Olympia-Geschichte geschrieben hat.

24.02.2018
  • MANUELA HARANT

Gangneung. Als Marcel Goc an seinen Sohn zu Hause denken muss, hält sich der 92-Kilo-Mann an der Absperrung der Mixed Zone fest. „Er hat heute seinen siebten Geburtstag“, sagt Goc und ist dabei den Tränen nahe: „Er hat vor dem Spiel gesagt, schade dass Du nicht da sein kannst, aber wenn Du eine Medaille mitbringst, dann ist es ok.“ Anschließend muss der Kapitän der Eishockey-Nationalmannschaft tief durchatmen und ist ein paar Sekunden sprachlos. „Jetzt muss ich erst einmal daheim anrufen.“

Zum ersten Mal im Finale

Wenn harte Jungs wie der ehemalige NHL-Star Marcel Goc mit den eigenen Gefühlen kämpfen müssen, dann muss etwas Großes geschehen sein. Denn der 4:3-Erfolg gegen den haushohen Favoriten Kanada bedeutete nicht nur die sichere Medaille, sondern auch, dass Deutschland zum ersten Mal überhaupt in einem olympischen Finale steht. Nicht jeder Spieler konnte gestern gleich fassen, welch historisches Spiel er da aufs Eis gezaubert hatte. Doch Verteidiger Christian Ehrhoff sah schon Minuten nach dem Spiel alles ganz klar. „Jeder redet immer noch von 1976, von dem Team das die letzte Medaille geholt hat. Für die nächsten 50 Jahre wird jeder von diesem Team reden“, war sich Ehrhoff sicher.

Der Schlüssel zum Erfolg gegen das absolute Schwergewicht im Eishockey lag für den Co-Kapitän im Zusammenhalt der Mannschaft und ihrem jungen Coach Marco Sturm (39): „Jeder würde für den anderen durchs Feuer gehen, und das sieht man auch auf dem Eis. Zudem hat uns Marco ein System gegeben, das perfekt auf die Truppe zugeschnitten ist“, sagte Ehrhoff. Allerdings war selbst der Bundestrainer völlig baff angesichts der starken Mannschaftsleistung: Wir waren noch nie in so einer Situation, um die Medaillen zu spielen. Aber die Jungs waren abgeklärt, als hätten sie schon mehrmals im Finale gestanden“, schwärmte Sturm.

Tatsächlich wuchs die DEB-Auswahl gegen den Rekord-Olympiasieger über sich hinaus, spielte ihn im zweiten Drittel phasenweise an die Wand. War das 1:0 durch Macek nach 14 Minuten hauptsächlich noch der doppelten Überzahl zu verdanken, so waren die Treffer zum 2:0 (Plachta/24.), 3:0 (Mauer/27.) und 4:1 (Hager/33.) allesamt das Produkt herausragender Kombinationen, als würde die Mannschaft schon jahrelang in einer Liga zusammenspielen.

Dass die kanadischen Spieler – hauptsächlich aus der russischen Profiliga KHL – aber mit allen Wassern gewaschen sind, zeigten sie in der hochdramatischen Schlussphase, in der sie zehn Minuten vor dem Ende auf 3:4 verkürzt hatten. Letztlich half aber selbst die Brechstange mit leerem Tor nicht gegen die Leidenschaft, mit der das deutsche Team den knappen Vorsprung ins Ziel rettete.

Selbstbewusst gegen Russen

Nun also spielt Deutschland morgen (13.10 Uhr/5.20 Uhr MEZ) gegen die Olympischen Athleten aus Russland um den Olympiasieg. Und das Team zittert auch vor diesem, erneut übermächtig scheinenden Gegner nicht. „Warum soll es nicht auch gegen die Russen klappen?“, fragte Ehrhoff ganz lapidar. Die passende Whatsapp-Gruppe hat sich die Mannschaft für die Kommunikation untereinander übrigens extra für Olympia eingerichtet. Sie heißt „Mission Gold“. Um nicht weniger geht es schließlich.

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24.02.2018, 06:00 Uhr
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