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Bodelshausen · Verkehr

Wenn der Radweg abrupt endet

Der Radverkehrsbeauftragte des Kreises informierte im Bodelshäuser Gemeinderat über den Stand der Netzplanung. Nicht alle waren danach zufrieden.

23.01.2020

Von Fabian Renz-Gabriel

Einigen Räten und Bürgern ein Dorn im Auge: Der plötzlich endende Fahrradweg in der Bahnhofstraße. Bild: Fabian Renz-Gabriel

Gemeinderäte und Bürger versuchten es am Dienstagabend immer wieder. Ob ein separierter Radfahrstreifen an der Steigstraße möglich sei, fragte Lutz Herrberg aus der SPD-Fraktion. Ob man in der Bahnhofstraße, wo der Radweg an der Kreuzung Schillerstraße abrupt endet, nicht etwas an der Situation verbessern könne, wollte Gunar Krause (FWV) wissen. Und einer der Bürger fragte ergänzend, warum man den Radverkehr dort nicht schon früher über eine Seitenstraße umleite.

Doch Tobias Schmauder konnte auf diese Fragen keine befriedigenden Antworten geben. Der Radverkehrsbeauftragte des Landkreises sprach von „Einzelfallentscheidungen“ und „Zuständigkeitsfragen“. Er selbst hat qua Amt den Blick fürs Ganze: Der Landkreis möchte ein kreisweites Radverkehrskonzept für den Alltags- und den Freizeitverkehr erstellen. Zu diesem Zweck hat er ein Planungsbüro mit der Überprüfung der bestehenden Radwege beauftragt. Dabei sollen in erster Linie Mängel festgestellt werden – wie fehlende Beschilderung, gefährliche Querungen oder schlechte Fahrbahnbeschaffenheit.

Welche Strecken innerhalb Bodelshausens überprüft werden, zeigte Schmauder den Räten und den zwölf Bürgern, die zur Sitzung gekommen waren, in einer Powerpoint-Präsentation. Es sind die wichtigen Durchfahrtswege zu den benachbarten Ortschaften. Zum konkreten Zustand der Radwege im Ort konnte er jedoch noch nichts sagen: Die Ergebnisse der Prüfung werden erst im Juni erwartet.

Bis an einzelnen Stellen dann tatsächlich gebaut wird, könnten nochmal ein, zwei Jahre vergehen, räumte Schmauder auf Nachfrage von Margarete Mende (FWV) ein. Dann könnten bis zu 50 Prozent der anfallenden Kosten jedoch vom Bund übernommen werden: Das Umweltministerium fördert mit der Klimaschutzinitiative „Projekte zur Verbesserung der Radverkehrssituation“.

Mit den Ausführungen Schmauders sei er dennoch „nicht so richtig zufrieden“, sagte Gemeinderat Lutz Herrberg gestern auf TAGBLATT-Nachfrage. Er hat im vergangenen Jahr den Arbeitskreis Mobilität ins Leben gerufen, der bei seinen Ortsbegehungen unter anderem auch die im Rat angesprochenen Verkehrspunkte ausgemacht hat. „Dass sich an den problematischen Stellen bald was tut – da hat Herr Schmauder mir nicht so große Hoffnungen gemacht“, so Herrberg.

Bürgermeister Uwe Ganzenmüller versuchte während der Ratssitzung in seinem Fazit einen Ausgleich: „Wir warten jetzt mal die Ergebnisse der Prüfung ab. Wenn danach noch Themen offen sind, könnte man einen Anschlussantrag an das Planungsbüro vergeben.“

Ganzenmüller war wichtig, dass es durchaus schon konkrete Erfolge bei der Radwegeplanung gebe, die man bald werde sehen können: So wird in Verbindung mit dem vorgesehen Ausbau der Hechinger Straße auch eine „erhebliche Verbesserung der Radwegeverbindung“ angestrebt. Damit werde eine Lücke im Bodelshäuser Radnetz geschlossen, so der Bürgermeister – nämlich die zwischen Bahnhofstraße und Weisengärtenstraße.

Vorerst kein Radschnellweg Tübingen-Hechingen in Sicht

Etwas überrascht waren die Räte von der geringen Nutzung der Verbindung Tübingen-Hechingen durch Radfahrer. Weniger als 1000 Menschen führen dort pro Tag, informierte der Radverkehrsbeauftragte des Kreises, Tobias Schmauder. Damit erreicht die Verbindung – anders als die Achsen Tübingen-Reutlingen und Tübingen-Rottenburg – nicht die Zahl von 2000 Pendlern, die nötig wäre, damit das Land für den Bau einer Radschnellverbindung zuständig wäre. Eine Schnelltrasse zwischen Tübingen und Hechingen, von der auch Bodelshausen profitieren würde, ist damit nicht in Sicht. „Die Strecke hat keine Priorität“, so Schmauder.

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Erstellt:
23. Januar 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
23. Januar 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2020, 01:00 Uhr

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