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Kein einziger Verkehrstoter

Weniger schwere Unfälle in Reutlingen durch flächendeckendes Tempo 30

Ein generelles Tempo 30 in allen Wohngebieten hat in Reutlingen zu weniger Unfällen mit Verletzten geführt. Im Jahr 2009 gab es in der 110.000-Einwohner-Stadt zudem keinen einzigen Verkehrstoten.

10.07.2010

Von RAIMUND WEIBLE

Reutlingen Im Jahr 2007 hat die Stadt Reutlingen für ausnahmslos alle Straßen in Wohngebieten Tempo 30 eingeführt, für die diese Geschwindigkeitsbegrenzung zuvor nicht galt. Generell Tempo 30 auf allen Anliegerstraßen mit Ausnahme der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen - das war nicht einfach durchzusetzen. "Das war ein Politikum", sagt Finanz- und Wirtschaftsbürgermeister Peter Rist. Die Tempo-30-Gegner müssen nun einen "durchschlagenden Erfolg" (Rist) zur Kenntnis nehmen.

Das lässt sich in den Zahlen der Verkehrsunfallstatistik ablesen. Nach dem "Städtecheck Verkehrssicherheit 2010" des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) verzeichnet Reutlingen seit 2004 eine kontinuierliche Abnahme der Verunglückten im Verkehr. Lediglich im Jahr 2006 wurde ein Ausreißer konstatiert. Im Schnitt ging die Zahl der Verunglückten jährlich um 3,91 Prozent zurück. Und das, obwohl Reutlingen schon eine verhältnismäßig niedrige Zahl der Verunglückten im Verkehr aufweist.

Im Fünfjahresmittel zählt die Stadt 39 Verunglückte je 10 000 Personen der Werktagsbevölkerung (siehe Infokasten). Noch besser schneidet Mannheim mit 36 Verunglückten ab. Einen ähnlich niedrigen Wert wie Reutlingen haben Heilbronn, Stuttgart und Ulm mit je 38 Verunglückten, allerdings ist die Abnahme nicht so signifikant wie in der Achalmstadt. Heidelberg (44), Karlsruhe (45), Pforzheim (49) und Freiburg (51) folgen.

Was Reutlingen besonders hervorhebt: Im vergangenen Jahr starb auf der Gemarkung der Stadt kein einziger Mensch im Straßenverkehr. Das gab es unter den deutschen Großstädten nur noch in zwei weiteren Kommunen: Pforzheim und Trier.

Rist sieht in dem flächendeckenden Tempo-30-Limit einen wichtigen Faktor zur Verringerung der Unfälle. Wenn die vorgeschriebene Geschwindigkeit eingehalten wird, kommen die Fahrzeuge wegen des kürzeren Bremswegs rascher zu stehen. Entweder können die Fahrer so einen Unfall verhindern oder die Unfallfolgen sind geringer. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg ist für Rist die Arbeit der städtischen Unfallkommission. Sie analysiert Unfälle und Unfallschwerpunkte und schlägt Maßnahmen vor, um allergische Punkte zu entschärfen. Um die Verkehrssicherheit von Kindern zu erhöhen, hat Reutlingen die Projektgruppe "fahRT fair" eingerichtet. Darin arbeiten Bedienstete der Stadtverwaltung und der Polizei, das Elternparlament, die Gemeinderatsfraktionen, die Schulen, der Gesamtelternbeirat und die Kreisverkehrswacht zusammen. Die Projektgruppe entwirft Radwegepläne für alle Reutlinger Schulen.

Pforzheim mit seinem relativ hohen Unfallniveau bemüht sich mit einem Netzwerk darum, Unfälle zu vermeiden. Für die " Aktion Schutzengel" gab es 2008 den Landes-Verkehrspräventionspreis.

"Das war ein Politikum": Tempo 30 hat sich in Reutlingen bewährt. Archivfoto

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Erstellt:
10. Juli 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
10. Juli 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2010, 12:00 Uhr

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