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Statistik bestätigt: Radhelm ist sinnvoll

Weniger schwere Kopfverletzungen

Macht ein Radhelm Sinn? Die Debatte wird in Deutschland seit langem geführt. Neue Zahlen aus den USA zeigen: Helmträger kommen besser weg.

09.10.2015
  • DPA

Chicago Unfälle enden für Radfahrer mit Helm vergleichsweise glimpflich: Sie erleiden deutlich weniger schwere Kopfverletzungen als helmlose Radler. Entsprechende Zahlen haben Forscher der Universität Arizona auf einem Chirurgenkongress in Chicago vorgelegt. Ihre Auswertung der Daten von mehr als 6200 Patienten, die nach einem Radunfall ein Gehirntrauma erlitten, zeigt: Für Helmträger ist das Risiko eines schweren Hirntraumas und auch das eines tödlichen Ausgangs des Unfalls um 60 Prozent geringer.

Das Gleiche gilt für schwere Verletzungen, die wegen einer Hirnschwellung die Öffnung des Schädelknochens nötig machen. Um immer noch ein Viertel niedriger ist das Risiko von Helmträgern, Wunden im oberen Teil des Gesichts zu erleiden.

"Wir wissen sicher, dass Helme Verletzungen bei Radunfällen vorbeugen können", sagte der Co-Autor Ansab Haider. "Aber die wichtige Frage war: Wenn es trotzdem zu einer Kopfverletzung kommt, inwieweit schützt der Helm dann?" Das konnten die Zahlen nun zeigen.

"Wenn man die Gruppe derjenigen mit Hirnverletzung betrachtet, dann machte der Helm wirklich den Unterschied", sagte der Autor Bellal Joseph. Insgesamt war nur ein Viertel der verunglückten Radler mit Helm unterwegs. Besonders wenige Helmträger gab es unter den 10- bis 20-Jährigen. "Dann ging es mit jedem Jahrzehnt weiter nach oben", sagte Haider. Die Studienautoren fordern "strengere Gesetze", die das Radhelmtragen unterstützen.

In Deutschland wird seit langem über eine Radhelmpflicht diskutiert. Um sich vor schweren Kopfverletzungen zu schützen, ist nach Meinung der Deutschen Verkehrswacht und des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ein Helm sinnvoll. Zugleich ist der ADFC aber gegen eine Pflicht, weil sie "weder durchzusetzen noch zu kontrollieren" sei. Er befürchtete, dass dann das Radfahren ab- und der Autoverkehr zunehmen würde, was der Umwelt und der Gesundheit schade. Zugleich betont der Verband: "Selbstverständlich spricht nichts dagegen, wenn sich Radfahrer individuell mit einem Helm schützen."

Die Hannelore Kohl Stiftung hat errechnet, dass sich 80 Prozent der schweren Hirnverletzungen mit Helmen verhindern lassen. Ein weiterer Vorteil: Reflektoren oder Rücklichter am Helm erhöhen die Sichtbarkeit.

Andere halten dagegen, dass Helme Unfälle nicht wirklich verhindern. Der ADFC fordert seit Jahren, das Radfahren in den Städten sicherer zu machen mit einem Tempolimit für Autofahrer und besseren Radwegen.

In den Niederlanden sind Radhelme kaum verbreitet, doch die Unfallzahlen wegen der besseren Infrastruktur niedriger. Die deutsche Regierung plant derzeit keine Helmpflicht.

Weniger schwere Kopfverletzungen

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09.10.2015, 12:00 Uhr
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