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Gebühren kaum gestiegen: Haushalte zahlen 150 Euro im Schnitt

Weniger Hausmüll im Land

Weniger Müll kostet mehr Geld: Die Entsorgungskosten steigen leicht. Trotzdem, versichert Minister Franz Untersteller, kommt der Südwesten weiter gut weg.

02.08.2016
  • ANDREAS BÖHME

Stuttgart. Rund 150 Euro zahlt ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt pro Jahr im Südwesten, um seinen Müll fortzuschaffen. Von Kreis zu Kreis sind die Gebühren unterschiedlich, ein Vergleich ist dennoch schwierig. Denn die Angebote der Entsorger sind höchst unterschiedlich je nach Abholfrequenz und Service: Es gibt Kreise, da wird der Müll sogar aus dem Keller geholt, andere betreiben Wertstoffhöfe, zu denen man zwar selber fahren muss, dann aber auch jede Art von irgendwie recycelbarem Material los wird. Zwar liegt der Durchschnittspreis im laufenden Jahr um 34 Cent höher als 2015, gleichwohl ist er seit 2002 von damals rund 175 Euro deutlich gesunken. Damit behaupte der Südwesten weiter einen Spitzenplatz, sagte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) bei der Vorlage der jährlichen Abfallbilanz.

Ebenfalls zurückgegangen ist die Menge, die der Durchschnittsbürger produziert: 142 Kilogramm pro Jahr, ein Kilo weniger als 2014. Deutschlandweit sind es mehr als 190 Kilo. Allerdings hat diese Rechnung einen kleinen Schönheitsfehler: Den meisten Müll macht zunächst die Industrie mit 35,5 Millionen Tonnen Gewerbeabfalls. Dazu kommen 11,5 Millionen Tonnen Haushaltsmüll und Baustoffabfall – zusammengenommen also 47 Millionen Tonnen, eine Million mehr als 2015. Damit, so Untersteller, könne er nicht zufrieden sein, obwohl der Zuwachs auf das Wirtschaftswachstum zurückzuführen ist. Im gleichen Zeitraum ist auch die Bevölkerung um 100 000 Köpfe gewachsen.

Spitzenreiter bei der Müllvermeidung ist wieder Freiburg mit 110 Kilo Müll pro Kopf. In zwei Jahrzehnten hat sich das Abfallaufkommen in der Unistadt mehr als halbiert. Mannheim, der negative Spitzenreiter,ist davon weit entfernt, dort fallen 246 Kilo pro Nase an. Ulm (130 Kilo) und Heidelberg (145) liegen im Mittelfeld.

Zwei Zukunftsthemen beschäftigen das Umweltministerium. Zum einen das noch in den Anfängen steckende Beton-Recycling. Erst gut 70 000 Tonnen Altbeton werden derzeit wiederverwendet, immerhin drei Millionen Tonnen fallen an. Mehr Wiederverwertung ist schon deshalb notwendig, weil in Südbaden der Deponieplatz zur Neige geht. Die Auffüllflächen für Bauschutt reichen nur noch gut vier Jahre.

Zum anderen weigern sich sechs Landkreise beharrlich, die Biotonne für kompostierbaren Abfall einzuführen, obwohl dies durch ein Bundesgesetz geregelt wird. Untersteller will nach der Sommerpause Gespräche führen und wundert sich über die ins Feld geführten Zahlen: So soll im Kreis Sigmaringen der Durchschnittsbürger nur sechs Kilo Bioabfall pro Jahr produzieren: „Das entspricht dem Drittel einer Bananenschale pro Tag.“ Einen Grund, die Kreise von der Sammelpflicht zu entbinden, sieht er nicht, denn auch Biomüll sei Rohstoff, den ein ressourcenarmes Land wie der Südwesten nutzen müsse.

Massive Kritik äußerte der Umweltminister an der Bundesregierung, die das geplante Wertstoffgesetz nun doch nicht mehr in dieser Legislaturperiode verabschieden will. Es sollte nach dem Willen der Länder Schluß machen mit der Trennung zwischen Verpackungsmüll, der vom Dualen System gesammelt werden muss und Produkten aus den gleichen Werkstoffen, die aber nicht in den Gelben Sack gesteckt werden dürfen, deshalb meistens im Restmüll landen und deshalb nicht stofflich wiederverwertet werden. Aus ökologischen wie ökonomischen Gründen sei unverzichtbar, möglichst alle Wertstoffe zu erfassen und optimal zu verwerten „bis hin zur alten Bratpfanne und dem Qietscheentchen aus Plastik.“

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02.08.2016, 06:00 Uhr
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