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Banken

Weltweite Regeln und höhere Kapitalpuffer

Nach sieben Jahren schwieriger Verhandlungen beschließt die internationale Aufsicht „Basel III“.

07.12.2017
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Am Ende hat es gut sieben Jahre gedauert. Im September 2010 waren sich die 27 Staaten im Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht einig: Eine schwere Finanzkrise wie 2008 darf sich nicht wiederholen. Deshalb müssen die Banken durch strenge Kapitalvorschriften krisenfester werden.

Heute ist nicht alles gut. Aber wenn Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) und oberster Bankenaufseher in Europa, und Schwedens Zentralchef Stefan Ingves, Vorsitzender des Baseler Ausschusses, das Regelwerk Basel III absegnen, ist klar: Banken werden nicht mehr windige, kaum abgesicherte Geschäfte machen können wie in der Vergangenheit.

Im Baseler Ausschuss sitzen die Chefs der nationalen Aufsichtsbehörden und Vertreter der nationalen Zentralbanken. Zum Schluss rangen Amerikanern und Europäern um einen letzten, aber wichtigen Baustein für Basel III: die Bewertung der Risiken in den Bank-Büchern und den sich daraus ergebenden Kapitalanforderungen. Auf strengere Eigenkapitalvorgaben besonders für systemrelevante Banken hatte man sich bereits zuvor geeinigt.

Die Vorgaben sehen eine Eigenkapitalquote von 4,5 Prozent auf das harte Kernkapital (eingezahltes Kapital, offene Reserven und Gewinnvorträge) sowie weitere Kapitalpuffer bis hin zu einer Mindestquote von 8 Prozent vor. Seit vergangenem Jahr müssen die Banken bis 2019 schrittweise weitere Reserven bilden, so dass die Quote auf 10,5 und bei Großbanken bis 13 Prozent steigt.

Konkretes Beispiel: Hat die Bank Risiken (etwa Kredite) von 100 000 EUR in den Büchern, muss sie mindestens 10 500 EUR und höchstens 13 000 EUR eigenes Kapital vorweisen. Daneben gilt eine Verschuldungsobergrenze (Leverage Ratio) von mindestens 3 Prozent des Geschäftsvolumens. Deren Wirksamkeit ist umstritten. Andreas Dombret, im Bundesbank-Vorstand für die Aufsicht zuständig und Mitglied im Baseler Ausschuss, spricht von „einer schlagkräftigen Verteidigungslinie“, die verhindere, dass der Kapitalbedarf kleingerechnet werde.

Zuletzt ging es um diese Frage: Muss eine Bank bei der Risikobewertung den Standardansatz anwenden oder ist es auch möglich, wie in Europa üblich, die Risiken mit eigenen, von der Aufsicht akzeptierten Modellen zu berechnen? Weil für US-Institute Kredite eine deutlich geringere Rolle spielen, meiden sie die hohen Kosten für eigene Modelle und nutzen den Standardansatz.

Jetzt hat man sich geeinigt: Bei internen Modellen müssen mindestens 72,5 Prozent dessen zurückgelegt werden, was beim Standardmodell notwendig wäre. Die Amerikaner wollten 75 Prozent, die Europäer 70 Prozent.

Vor allem diesen Punkt hatten europäische Banken kritisiert. Ein zu hoher „Output-Floor“ führe zu Wettbewerbsverzerrungen, weil die Kapitalanforderungen nur bei europäischen Banken steigen würden. Mehr Finanzstabilität gebe es dadurch nicht.

Die Folgen für die Realwirtschaft sind noch nicht klar. Konsum- und Immobilienkredite könnten teurer oder gar nicht mehr angeboten werden. Allerdings muss die Europäische Union Basel III erst in europäisches Recht gießen. Zudem wenden hierzulande ohnehin weniger als 50 von rund 1900 Banken, Volksbanken und Sparkassen eigene Risiko-Modelle an.

Trotzdem ist die Skepsis im Lager der Sparkassen und Volksbanken groß. Ihre Institute mit vergleichsweise risikoarmem Geschäft würden künftig übermäßig belastet. Rolf Obertreis

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07.12.2017, 06:00 Uhr
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