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Türkei

Weltweite Jagd auf Gülen-Leute

Geheimdienst bringt mutmaßliche Anhänger der Bewegung in seine Gewalt. Deutschland könnte betroffen sein.

12.04.2018
  • GERD HÖHLER

Ankara. Der türkische Geheimdienst MIT meldet einen neuen Erfolg bei seiner weltweiten Jagd auf mutmaßliche Anhänger des Exil-Predigers Fethullah Gülen: Agenten des MIT brachten am Dienstag drei angebliche Gülen-Gefolgsleute an Bord eines Privatjets aus dem zentralafrikanischen Staat Gabun nach Istanbul und übergaben sie den Justizbehörden. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Geheimdienstkreise. Die Sicherheitskräfte von Gabun hätten die drei Männer am 23. März auf Betreiben der Türkei festgenommen und in der Hauptstadt Libreville den türkischen Agenten übergeben – offenbar unter Umgehung der völkerrechtlich vorgesehenen Auslieferungsprozeduren. Die drei Männer arbeiteten als Manager für zwei Schulen in Gabun, die dem Gülen-Netzwerk zugerechnet werden. Sie sollen außerdem Geldtransfers der Organisation arrangiert haben.

Der Prediger Gülen ging 1999 ins Exil in die USA und baute von dort ein weltweites Netz von Bildungseinrichtungen, Stiftungen und Medien auf. Gülen war ein enger Verbündeter des heutigen türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan, bis es 2013 wegen des wachsenden Einflusses Gülens im türkischen Staatsapparat zum Bruch kam. Erdogan macht seinen früheren Verbündeten für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Die Gülen-Bewegung gilt in der Türkei als Terrororganisation.

Vizepremier Bekir Bozdag bestätigte vergangene Woche, der Geheimdienst habe bereits 80 Gülen-Anhänger in 18 Ländern „eingepackt und in die Türkei gebracht“. Staatschef Erdogan kündigte am Dienstag weitere Geheimdiensteinsätze an. Deutschland dürfte besonders im Fokus stehen. Allein im Januar und Februar dieses Jahres haben nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge bereits mehr als 1400 Türken in Deutschland Asyl beantragt.

Bereits vor einem Jahr kam heraus, dass der türkische Geheimdienst in Deutschland in großem Stil mutmaßliche Gülen-Anhänger ausspioniert. Medienberichten zufolge übergab der MIT-Chef 2017 dem Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes ein Dossier, das Angaben zu mehr als 300 Einzelpersonen und gut 200 Einrichtungen in Deutschland enthielt, die der Gülen-Bewegung zugerechnet werden. Einige Bundesländer warnten daraufhin die genannten Türken vor Nachstellungen des MIT. Gerd Höhler

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12.04.2018, 06:00 Uhr
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