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Weltoffenheit mit Multikulti-Beeten
"Für Demokratie und Menschlichkeit": Ein breites Bündnis ging in Öhringen gegen die Gruppierung "Hohenlohe wacht auf" auf die Straße. Foto: Hans Georg Frank
Landesgartenschau in Öhringen grenzt sich gegen fremdenfeindliche Kundgebungen ab

Weltoffenheit mit Multikulti-Beeten

Wöchentliche Kundgebungen mit Hass-Parolen können in Öhringen nicht die Vorfreude auf die Landesgartenschau vergällen. Von Weltoffenheit soll ein multikultureller Garten zeugen, der neu geplant worden ist.

09.12.2015
  • HANS GEORG FRANK

Öhringen. Ein "Jahrhundertereignis für den Hohenlohekreis" soll die Landesgartenschau nächstes Jahr in Öhringen werden, versprechen die Macher. Sie haben eine Konzeption erarbeitet für eine "Verbesserung und nachhaltige Entwicklung des Ortsbildes", wobei der 300 Jahre alte Hofgarten saniert und erweitert, das Flüsschen Ohrn renaturiert und Agrarfläche in einen Landschaftspark verwandelt werden. 28 Millionen Euro werden dafür ausgegeben. Das 171 Tage dauernde Gartenfestival, das vom 22. April bis zum 9. Oktober "fröhlich und friedlich" geraten soll, wird zehn Millionen Euro kosten. Kommen die erwarteten 750 000 Besucher wegen der "schönen Augenblicke für alle Sinne", muss die Stadtkasse 1,95 Millionen Euro zuschießen.

Das Konzept ist ambitioniert und auf Erfolg programmiert. Gar nicht vorgesehen ist jedoch die derzeitige Rufschädigung Öhringens durch allsamstägliche Hetze gegen Politiker und Flüchtlinge bei Kundgebungen einer Gruppierung namens "Hohenlohe wacht auf". Bis 2. April 2016 sind Termine angemeldet. Auch jetzt wurden wieder primitive Parolen beklatscht, allerdings von weniger Gleichgesinnten als früher. 100 Teilnehmer zählte die Polizei.

"Wir müssen damit leben", erklärte Erich Herrmann, Geschäftsführer der Landesgartenschau, "ich persönliche bedauere das." Viele Teilnehmer kämen von außerhalb, "um hier Stimmen zu fangen". Dass jetzt ein breites Bündnis 450 Teilnehmer auf die Straße gebracht hat, um "für Demokratie und Menschlichkeit" zu demonstrieren, sieht Herrmann mit Wohlgefallen. Das Motto der Allianz, "Öhringen ist bunt", könnte schließlich auch zur Gartenschau passen.

Keinen der eingeplanten Akteure für 2500 Veranstaltungen auf diversen Bühnen haben die rechten Umtriebe abgeschreckt. Eher scheint das Engagement für ein friedliches Zusammenleben der Kulturen verstärkt worden zu sein. Auch auf dem 30 Hektar großen Schau-Gelände soll die Weltoffenheit der Stadt mit 23 000 Einwohnern zu erkennen sein. Annette Stoll-Zeitler, für den gärtnerischen Bereich verantwortlich, lässt einen "Weltgarten" auf 200 Quadratmeter anlegen, in dem sich alle Kontinente wiederfinden sollen.

"Wir wollen uns offen zeigen", sagte die Landschaftsarchitektin. Zwischen den Beeten möchte sie "eine Möglichkeit des Zusammenkommens" und "eine Plattform für verschiedene Kulturen" schaffen. Unterstützer fand sie genug: "Wir haben offene Türen eingerannt." Auch der Freundeskreis Asyl bringt sich ein. Dessen Wortführer, der evangelische Pfarrer Hannes Wössner, sagte bei der Allianz-Kundgebung: "Ein klares Zeichen tut not, dass Menschenverachtung und Demokratieverachtung nirgendwo Raum haben."

Um Politik soll es beim "Weltgarten" nicht gehen, doch als Reaktion auf die aktuelle Situation darf diese Idee durchaus verstanden werden, sagte doch Erich Herrmann, "vor drei Jahren war das noch kein Thema für uns". Für Annette Stoll-Zeitler sind die Multikulti-Beete jetzt "die richtige Geste".

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09.12.2015, 07:30 Uhr
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