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Welt-Wetter spielt verrückt
Überflutungen in der britischen Ortschaft Ribchester in der nordwest-englischen Grafschaft Lancashire. Fotos: afp/dpa
Tornados, Brände, Überschwemmungen: Extreme rund um den Globus

Welt-Wetter spielt verrückt

Das Wetter scheint in den letzten Dezembertagen verrückt zu spielen. Dabei kam Deutschland mit frühlingshaften Temperaturen noch gut weg. Viele Menschen verloren bei Unwettern im Ausland ihr Leben.

28.12.2015
  • DPA

Deutschland. Handschuhe und Schal waren über Weihnachten in großen Teilen Deutschlands komplett überflüssig. Fast 17 Grad war es über die Festtage in einigen Orten warm. An der Spitze lag an Heiligabend Freiburg mit 16,8 Grad. Der Rekordwert von 2012 (18,9 Grad) wurde aber klar verfehlt. Zumindest für heute sagen die Meteorologen noch bis zu 16 Grad voraus. Danach sollen die Temperaturen bundesweit dann langsam auf winterliche Werte sinken. "Zum Jahreswechsel steuert es auf Dauerfrost hin", sagte gestern ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Sonntag.

Großbritannien Nach starkem Regen an den Weihnachtstagen bringen Überschwemmungen tausende Menschen im Norden Englands in Not. Viele Betroffene bei York und Leeds mussten ihre Häuser verlassen. Sie fanden in Notunterkünften Schutz. Tausende waren gestern alleine in der Region Manchester ohne Strom. "Wir haben entschieden, mehr Mittel des Militärs und mehr Militärangehörige einzusetzen", sagte Premierminister David Cameron nach einer telefonischen Krisensitzung. Die Regierung werde weiter in den Hochwasserschutz investieren. Nach Angaben von Umweltministerin Elizabeth Truss sind manche Flüsse stärker über die Ufer getreten als je zuvor. Aktuell sei am wichtigsten, Leben und Wohnungen der Menschen zu retten, sagte sie dem Sender BBC, die Lage sei "beispiellos".

Russland Die an Kälte gewöhnten Moskauer erlebten in den vergangenen Tagen eine "Dezember-Hitze" mit sechs Wärmerekorden in Folge. Vom 20. bis 25. Dezember hatten Meteorologen in der größten Stadt Europas jeden Tag historische Höchsttemperaturen in 135 Jahren Wetteraufzeichnung gemessen. Der 24. Dezember etwa brachte mit 8,5 Grad Celsius rund 4 Grad mehr als je zuvor an diesem Datum. Wegen der milden Temperaturen waren in Russlands Hauptstadt künstliche Eisflächen zum Schlittschuhlaufen und andere beliebte Winterattraktionen geschlossen worden. Ein Temperatursturz steht aber bevor. Die Stadtwerke präparierten am Sonntag die Straßen mit rund 7000 Spezialmaschinen präventiv für Schnee und Frost, wie die Agentur Interfax meldete.

USA Ganz verschiedene Wetterextreme erlebten die Menschen in den Vereinigten Staaten. Nach einer Serie von Tornados mit mindestens 28 Toten während der Weihnachtstage drohten weitere Unwetter. Meteorologen sagten Schneestürme und Eisglätte vor allem für New Mexiko, Texas, Oklahoma und Teile von Kansas voraus. Im Osten der USA, etwa in New York, genossen die Menschen an den Weihnachtstagen Temperaturen von über 20 Grad. Am anderen Ende des Landes, etwa im Bundesstaat Washington, gab es Schnee. In der Region Ventura in Kalifornien kämpfte die Feuerwehr am Samstag gegen einen Buschbrand.

Südamerika Nach Überschwemmungen im Zuge des Wetterphänomens El Ni·o sind in Südamerika mindestens acht Menschen gestorben, mehr als 150 000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Am schlimmsten wurde an den Weihnachtstagen Paraguay getroffen. Dort starben vier Menschen, über 130 000 Menschen verließen nach dem Anstieg mehrerer Flüsse ihre Häuser, wie die Behörden mitteilten. 125 000 Häuser waren ohne Strom.

Im bolivianischen Amazonasgebiet an der Grenze zu Brasilien starben nach Regenfällen und Überschwemmungen zwei Menschen. In Argentinien, Brasilien und Uruguay mussten wegen der Wetterturbulenzen über 20 000 Menschen ihre Häuser verlassen. In Argentinien kamen laut Behörden mindestens zwei Menschen ums Leben.

Australien Ungewöhnlich heiß war es in einigen Regionen Australiens. Auf der Südhalbkugel ist derzeit ohnehin Sommer. Surfer genossen das Weihnachtswetter. Buschbrände zerstörten jedoch im Süden zu Weihnachten weit mehr als 100 Häuser. Große Landstriche verkohlten, wie Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten.

Smog in Asien und Italien

Dicke Luft Starker Smog macht den Menschen in Peking und in vielen anderen Städten Nordchinas seit Tagen das Atmen fast unmöglich. Der Kampf dagegen gestaltet sich schwierig. Dicke Luft herrscht auch in vielen Städten Italiens – es ist die Kehrseite des sonnig-trockenen und windarmen Winterwetters. Betroffene Kommunen reagieren kurz vor dem Jahresende mit weitgehenden Fahrverboten auf die enorme Feinstaubbelastung. So sollen in Mailand heute private Wagen tagsüber möglichst stillstehen. Und auch Indiens Regierung erklärt der dreckigen Luft den Krieg. Ab dem 1. Januar gelten in Neu-Delhi für eine Probephase abwechselnd Fahrverbote für Autos mit geraden und ungeraden Kennzeichen. dpa

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28.12.2015, 08:30 Uhr
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