Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Verbrechen

Weiterer Verdacht im Fall Susanna

Der wegen Mordes an der 14-Jährigen verhaftete Ali B. soll ein weiteres Kind zweimal vergewaltigt haben.

04.07.2018

Ali B. sitzt seit vier Wochen in U-Haft. Foto: Hasan Bratic/dpa

Wiesbaden. Der mutmaßliche Mörder der 14-jährigen Susanna aus Wiesbaden soll ein weiteres Kind vergewaltigt haben. Es habe sich der Verdacht erhärtet, dass Ali B. im März eine Elfjährige in einer Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden vergewaltigt habe, erklärte die Wiesbadener Staatsanwaltschaft am Dienstag. Gemeinsam mit einem anderen Tatverdächtigen, der ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt, soll er sich im Mai erneut an dem Mädchen vergangen haben.

Der aus dem Irak stammende Ali B. wurde bereits im Mai verdächtigt, ein elfjähriges Mädchen in der Flüchtlingsunterkunft vergewaltigt zu haben. Der Verdacht ließ sich aber laut früheren Angaben der Ermittler zunächst nicht erhärten.

Die Staatsanwaltschaft wollte noch am Dienstag Haftbefehl gegen Ali B. wegen zweifacher Vergewaltigung beantragen. Dieser sitzt allerdings bereits seit Juni in Untersuchungshaft. Bei dem anderen Tatverdächtigen handelt es sich demnach um einen Afghanen, der im Mordfall Susanna bislang als Zeuge gilt. Durch seinen Hinweis war die Polizei auf die Spur von Ali B. gekommen.

Gegen den Afghanen wurde am Montag Haftbefehl erlassen. Er ist den Ermittlern zufolge aber nicht wie zunächst angenommen 13 Jahre, sondern bereits 14 Jahre alt. Damit ist er strafmündig.

Die Leiche der 14-jährigen Susanna aus Mainz war Anfang Juni, zwei Wochen nach dem Verschwinden des Mädchens, gefunden worden. Die Jugendliche wurde vergewaltigt und getötet. Ali B. gestand die Tötung des Mädchens, bestritt jedoch eine Vergewaltigung.

Der Fall sorgte für hitzige Debatten. B. hatte sich mit seinen Eltern und Geschwistern Anfang Juni in den Irak abgesetzt. Dort wurde er von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen und in Begleitung der Bundespolizei per Flugzeug zurück nach Deutschland gebracht.

Ali B. war im Herbst 2015 nach Deutschland gekommen, sein Asylgesuch wurde im Dezember 2016 abgelehnt. Seither lebte er in einer Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden. Als Konsequenz aus dem Mordfall Susanna forderte unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schnellere Abschiebungen.

Unklarheit bestand noch über das genaue Alter von Ali B. Zunächst hieß es, der Tatverdächtige sei 20 Jahre alt. Später teilte die Wiesbadener Staatsanwaltschaft mit, B. könnte zur Tatzeit bereits 21 Jahre alt gewesen sein. Die Ermittler beriefen sich auf Angaben des irakischen Generalkonsulats.

Das genaue Alter könnte juristisch wichtig sein, weil bis zum Ende des 21. Lebensjahrs ein Prozess nach dem Jugendstrafrecht in Frage käme. Das ist allerdings nicht zwingend. Bei Verdächtigen zwischen 18 und 20 Jahren ist dies nur eine Möglichkeit.

Zum Artikel

Erstellt:
4. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
4. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. Juli 2018, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+