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Die Akte „Filip“

Weiterer Spitzel-Verdacht gegen Horst Fassel

Von der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller wurde der Tübinger Horst Fassel mit der Securitate in Verbindung gebracht. Nun wird nachgelegt: Fassel soll IM „Filip“ sein.

10.07.2010

Von Wilhelm Triebold

Tübingen. Ende Mai wurden wohl im Bukarester Archiv des Securitatenetzes Aktenvermerke gefunden, die Fassel als Kollaborateur identifizieren, heißt es. Die Gegner des ehemaligen Leiters am Donauschwäbischen Instituts halten sich derzeit zwar noch bedeckt. So viel scheint immerhin schon klar, dass ein Hochschullehrer aus der rumänischen Stadt Jassy Anfang der 1980er-Jahre offenbar unter dem Decknamen „Filip“ den Temeswarer Schriftstellerkreis um Herta Müller und ihren Ex-Mann Richard Wagner ausspionierte. „Filip“, wird nun gefolgert, sei Fassel.

Vom TAGBLATT darauf angesprochen, hat Horst Fassel von den Vorwürfen zwar bereits gehört. Doch mit „Filip“, betont er, sei er nicht identisch. Auch sei zum fraglichen Zeitpunkt im Jahr 1981, als „Filip“ die systemkritischen Literaten um Müller und Wagner in Temeswar bespitzelt haben dürfte, dort nicht gewesen.

Fassel war inzwischen seinerseits aktiv geworden und wollte Herta Müller durch seinen Anwalt verbieten lassen, ihn weiterhin in einen Zusammenhang mit dem rumänischen Geheimdienst zu bringen. Die „strafbewehrte Unterlassungsverpflichtungserklärung“, die gegenüber der Nobelpreisträgerin in Stellung gebracht wurde, ließ Herta Müller allerdings nicht einlenken. Sie hat nicht unterschrieben.

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Erstellt:
10. Juli 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
10. Juli 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2010, 12:00 Uhr

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