Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Weitere tausende Jobs bei Siemens in Gefahr
Kraftwerkanlage von Siemens: 11 der 23 Standorte stehen auf dem Spiel. Foto: dpa
Kraftwerke

Weitere tausende Jobs bei Siemens in Gefahr

Mehr Arbeitsplätze als bisher beschlossen könnten wegfallen. Vor allem Ostdeutschland ist betroffen.

20.10.2017
  • DPA

München. Beim Industriekonzern Siemens (München) sind erneut tausende Arbeitsplätze in zwei Sparten in Gefahr. Wie das „Manager Magazin“ berichtete, sollen nach internen Plänen in der Kraftwerkssparte Power & Gas bis zu 11 der weltweit 23 Standorte geschlossen oder verkauft werden. Auch nach dpa-Informationen könnten in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe, für die Konzernchef Joe Kaeser erst kürzlich ebenfalls Einsparungen angekündigt hatte, tausende Jobs wegfallen.

Es sind aber wohl noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen. In beiden Sparten, die unter Auftragsflaute und Preisdruck leiden, hatte der seit Sommer 2013 amtierende Kaeser bereits Arbeitsplätze gekappt: Während bei Power & Gas rund 1100 Jobs an den deutschen Standorten wegfallen sollten, einigten sich Unternehmensführung und Arbeitnehmervertreter erst vor gut einem Jahr auf die Streichung von 1700 Jobs in der Antriebssparte.

Schon seit längerem wird Siemens in der Kraftwerkssparte mit weltweit rund 30 000 Beschäftigten vor allem seine großen Gasturbinen in Deutschland und Europa nicht mehr los, das sorgt für Preisverfall und Überkapazitäten. Das Geschäftsfeld Prozessindustrie und Antriebe mit zuletzt rund 45 000 Mitarbeitern weltweit bietet etwa Getriebe, Motoren, Antriebe und Kupplungen für die Öl-, Gas- und Bergbauindustrie und ist damit auch stark von den Rohstoffpreisen abhängig.

Die IG Metall reagierte verärgert. „Wir bewerten es als unsäglich, dass erneute tausende Mitarbeiter auf diese Weise verunsichert werden“, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Sollte Siemens tatsächlich massive Einschnitte in Standorte und Beschäftigung planen, werde die Gewerkschaft das nicht widerstandslos hinnehmen, sondern gemeinsam mit den Betriebsräten und Belegschaften Gegenwehr leisten.

Vom Siemens-Vorstand verlangte die Gewerkschaft zeitnah eine Erklärung. Falls tatsächlich vor allem die Kraftwerkssparte von geplanten Einschnitten betroffen sei, habe die IG Metall dafür kein Verständnis, sagte der Sprecher. Zum einen werde bereits ein Sparprogramm in der Sparte umgesetzt, das offenbar die versprochene Wirkung weit verfehle. „Zum anderen rechnen wir im November mit einem sehr stattlichen Gewinn für das Gesamtjahr. Dann muss es einem Unternehmen wie Siemens auch einmal möglich sein, potenzielle Probleme zu ertragen, bis eine wirklich tragfähige und nachhaltige Lösung gefunden ist.“

Ein Siemens-Sprecher erklärte lediglich, das Unternehmen setze seine Strategie „Vision 2020“ konsequent und erfolgreich um. „Dazu gehört, dass wir uns kontinuierlich Gedanken über die strategisch richtige Aufstellung unserer Geschäfte machen.“ Das könne „die Konsolidierung einzelner Aktivitäten einschließen, wenn es die Marktbedingungen erforderlich machen“.

Dem Bericht zufolge dürfte es die ostdeutschen Standorte von Power & Gas besonders hart treffen. Das Generatorenwerk in Erfurt solle demnach verkauft werden. Für die Fabrik im sächsischen Görlitz werde die Schließung erwogen. Die Konzernleitung wolle das gesamte Vorhaben den Arbeitnehmern Anfang November im Wirtschaftsausschuss vorstellen. dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

20.10.2017, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
 
Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular