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Leitartikel von zum Beginn des neuen Schuljahres

Weiter wursteln

Am Montag geht es wieder los: erster Schultag. Ein großes Gewimmel wird sich morgens vor den Schulen erheben und familiäre Hektik am Frühstückstisch.

09.09.2017
  • Axel Habermehl

Stuttgart. Busse und Bahnen werden sich zweimal täglich bis zum Rand füllen mit lärmenden Kindern und innerorts gibt es dann Staus, weil manch Sprössling dringend bis zum Pausenhof chauffiert werden muss.

Wenn sich die Schultore schließen, werden viele Eltern drei Kreuze machen, dass die Kinder nach sechs Wochen Lotterleben endlich wieder aufgeräumt sind. Vielleicht gibt es auch vereinzelt Schulpflichtige, die zwar wortreich die viel zu schnell verflossene Ferienfreiheit beweinen, sich aber innerlich doch ein bisschen freuen, und sei es nur auf die Kameraden.

Die Lehrer indes werden diesmal sicher mit besonderem Elan die Klassenräume aufschließen. Sie konnten in der Zeitung lesen, was ihnen blüht: Lehrermangel und Unterrichtsausfall lauten die Schlagworte, mit denen die Bildungsszene die Ferien für beendet erklärte. Für die, an denen es so mangelt, heißt das: mehr Arbeit. Spätestens im Herbst, wenn Grippewellen durch Schulflure schwappen. Das prophezeit selbst die Kultusministerin.

Dabei wünscht Susanne Eisenmann, die in ihr zweites Schuljahr als Ministerin geht, für Schulen eigentlich Ruhe und Verlässlichkeit. Das betont die CDU-Politikerin seit Beginn ihrer Amtszeit. Nach Jahren voller Strukturreformen – nach all dem Streit und erbitterten Grundsatzdebatten um die Einführung der Gemeinschaftsschule, den Ausbau des Ganztagsangebots, um G8 oder G9, Inklusion, Kompetenzorientierung und Chancengerechtigkeit – soll in den Schulen bitte endlich ungestört gearbeitet werden, auf dass am Ende messbare Qualität herauskomme.

Der Wunsch nach Ruhe ist nachvollziehbar. Nur wird daraus vorerst leider nichts. Baden-Württembergs Schulsystem steckt mitten im Umbruch. Die Hauptschule verschwindet, Gymnasien dagegen vermelden Zugangsrekorde, und welche Rollen mittelfristig altgediente Realschulen und immer noch neue Gemeinschaftsschulen spielen ist längst nicht ausgemacht. Berufliche Schulen sind plötzlich Hauptschauplätze der Flüchtlingseingliederung.

Eisenmann hat die meisten ihrer Baustellen geerbt, aber auch selbst einige aufgemacht: die Lehrerfortbildung etwa und die Schulverwaltung, die sie komplett einreißt und neu aufsetzen will. Die Ministerin, die stets den Wert wissenschaftlicher Daten für die Schulentwicklung betont, schleift auch das bisherige Evaluations-System – vorerst ersatzlos. Und der Fremdsprachen-Unterricht beginnt künftig erst in Klasse drei.

Die Schulen spiegeln eine Gesellschaft im schnellen Wandel: heterogenere Klassen, neue Medien, mehr Kinder mit Förderbedarf, man denke nur an die neuesten Einwanderergruppen. All das schreit nach mehr individueller Förderung – mehr Zeit, Technik, Lehrern, Sonderpädagogen. Und hier beißt sich die Katze dann in den Schwanz. Bis auf weiteres ist viel Wandel und Mangel, wenig Ruhe und Verlässlichkeit. Man schlägt sich durch, erstmal bis in die Herbstferien.

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09.09.2017, 06:00 Uhr
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