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VW atmet durch

Weitaus weniger Autos sollen vom Abgas-Skandal:betroffen sein

Der Volkswagen-Konzern hat möglicherweise selbst unnötig negative Schlagzeilen produziert. Statt 800 000 Autos mit falschen Angaben zum Klimakiller Kohlendioxid sollen weitaus weniger betroffen sein.

10.12.2015
  • DPA

Wolfsburg. Kurz vor der Jahreswende kann Volkswagen zumindest bei einer Großbaustelle Entwarnung geben: Anders als ursprünglich befürchtet sind nach Angaben des Konzerns nicht 800 000, sondern nur maximal 36 000 Fahrzeuge von den falschen CO2-Abgaswerten und Spritverbrauchs-Daten betroffen. Dies teilte VW zu erneuten Prüfungen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA), des Bundesverkehrsministeriums und eigenen Untersuchungen mit.

"Abweichungen wurden in den internen Messungen nur bei neun Modellvarianten festgestellt", hieß es. Der Verdacht auf rechtswidrige Veränderung der Verbrauchsangaben habe sich nicht bestätigt.

Trotz des geringeren Ausmaßes der CO2-Falschangaben hält das KBA aber an allen vorgesehenen Nachmessungen fest. "Diese Messungen werden ungeachtet der nunmehr vorliegenden Bewertung durch Volkswagen in vollem Umfang durchgeführt", hieß es vom Bundesverkehrsministerium in Berlin. Für eine abschließende Bewertung - auch zur Frage Steuer-Nachzahlungen - müssten diese Messungen abgewartet werden.

Fast zeitgleich ernannte der VW-Aufsichtsrat bei seiner Sitzung auf dem Werksgelände den Stahlmanager Karlheinz Blessing zum neuen Personalvorstand. Ab Januar soll der in Eislingen/Fils geborene 58-Jährige den derzeit vakanten Posten übernehmen. Blessing arbeitete zuvor unter anderem bei der IG Metall, der SPD und bei Stahlunternehmen. Der bisherige Personalchef Horst Neumann war Ende November in den Ruhestand gegangen. In der Zwischenzeit übernimmt VW-Chef Matthias Müller den hoch dotierten Vorstandsposten.

Zudem setzte VW zwei neue Vorstände bei der Pkw-Kernmarke ein: Ralf Brandstätter wird zuständig für das Ressort Beschaffung, Frank Welsch wird Entwicklungschef. Brandstätter übernimmt sein Amt vom Konzern-Beschaffungschef Francisco Javier Garcia Sanz, der den Job kommissarisch gemacht hatte. Welsch folgt auf Heinz-Jakob Neußer, der Kreisen zufolge bereits wegen der Abgas-Affäre beurlaubt wurde.

Niedersachsens Regierungschef und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil lobte die Personalentscheidung: Blessing sei ein "hochkompetenter Manager mit breiten industriellen Erfahrungen". Zugleich zeigte sich Weil angesichts der gesunkenen Zahl an Autos mit CO2-Manipulationen erleichtert: "Gerade diese Frage hatte in den vergangenen Wochen für Verunsicherungen gesorgt, die jetzt weitgehend beseitigt sind."

Nach Angaben von Volkswagen stoßen die besagten neun Modellvarianten entsprechend dem gültigen Europäischen Prüfzyklus auf dem Prüfstand "im Mittel nur wenige Gramm CO2" mehr aus als bislang angegeben. Dies entspreche zugleich einer Erhöhung des Verbrauchs im Messzyklus von etwa 0,1 bis 0,2 Litern auf 100 Kilometer.

"Es gab anfangs Unplausibilitäten", sagte ein VW-Sprecher auf die Frage, warum man Anfang November überhaupt und ohne Druck von außen an den CO2-Werten von 800 000 Autos gezweifelt hatte, "und es gab Mitteilungen von Mitarbeitern, die sich nicht sicher waren, ob bei Messungen alles mit rechten Dingen zugegangen war.

Alle US-Schadenersatzklagen werden in San Francisco verhandelt

Gerichtsort In der Affäre um manipulierte Emissionstests muss sich Volkswagen in den USA mit Hunderten von Klägern auseinandersetzen – die Fälle werden nun in San Francisco (US-Bundesstaat Kalifornien) zusammengeführt. Um die Verfahren gegen den Konzern zu vereinfachen, entschied ein Justizausschuss in New Orleans, über 500 Klagen bei dem Bezirksrichter Charles Breyer zu bündeln. Der Ausschuss wandte sich damit gegen 27 andere Distrikte, die als Gerichtsstandort vorgeschlagen worden waren. Die Anwälte von VW hatten sich Gerichtsdokumenten nach zunächst für Michigan und Virginia eingesetzt. „Wir haben die Anweisung des Gerichts erhalten und werden das Unternehmen in diesen Fällen energisch verteidigen“, teilte die US-Tochter Volkswagen of America mit. Das Rechtsgremium begründete die Entscheidung für Kalifornien damit, dass dort fast ein Fünftel aller Klagen eingereicht worden seien. Zudem hob es die wichtige Rolle der kalifornischen Umweltbehörde Carb bei der Aufdeckung des Betrugsfalls hervor. Die Anwälte von VW hatten argumentiert, dass das Gericht im Bezirk von Michigans Autometropole Detroit – Heimat der US-Branchenführer General Motors, Ford und Chrysler und Standort des EPA-Testzentrums – besser für die Klagen geeignet sei. Für Virginia hatte sich VW aufgrund der Nähe zu seinem US-Sitz eingesetzt. Einige Kläger wollten in Kalifornien verhandeln, das als Klimaschutz-Vorreiter gilt. In den Klagen tauchen auch die Konzerntochter Audi sowie in einigen Fällen der Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn und der aktuelle US-Chef Michael Horn sowie der Stuttgarter Zulieferer Bosch als Beklagte auf. dpa

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10.12.2015, 06:00 Uhr
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