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Weit entfernt von Lohngleichheit
Beruflich qualifiziert, aber im Vergleich zu Männern in Deutschland schlechter bezahlt: Frauen. Foto: dpa
Kluft zwischen Männern und Frauen in Deutschland besonders groß

Weit entfernt von Lohngleichheit

Beim Thema Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern schneidet Deutschland innerhalb der EU schlecht ab - auch weil viele Frauen in Teilzeit arbeiten. Die Politik fordert: Bessere Bezahlung muss her.

03.03.2016
  • DPA

Berlin. Die Lohnkluft zwischen Männern und Frauen ist in Deutschland so groß wie in kaum einem anderen Land Europas. So verdienen Frauen hierzulande im Schnitt brutto 21,6 Prozent weniger als Männer. Nur in Estland (28,3 Prozent) und Österreich (22,9 Prozent) ist der Abstand demnach noch größer. Das geht aus einer Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor.

Justizminister Heiko Maas (SPD) sagte der Funke Mediengruppe: "Die Gleichberechtigung steht zwar im Grundgesetz, ist aber in vielen Unternehmen noch immer nicht Wirklichkeit geworden." Firmen sollten sich aus alten Verhaltensmustern lösen. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) hatte im Dezember einen Gesetzentwurf für "mehr Lohngerechtigkeit" vorgestellt.

Die Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann begrüßte zwar, dass immer mehr Frauen eigenes Geld verdienen. "Aber die meisten können von ihren niedrigen Löhnen nicht leben und schon gar keine ausreichenden Rentenansprüche aufbauen." Frauen arbeiteten überwiegend in Branchen, die für niedrige Bezahlung und hohe Belastung berüchtigt seien. "Was die soziale Lage von Frauen angeht, sind wir von Gleichberechtigung der Geschlechter noch weit entfernt."

Der Arbeitgeberverband BDA warnte vor neuer Bürokratie: "Wir brauchen in erster Linie mehr Ganztagskitas und Ganztagsschulen. Der Wunsch, Vollzeit zu arbeiten, darf nicht länger an kurzen Öffnungszeiten von Kindertagesstätten und Schulen scheitern."

Das Sozialministerium beruft sich auf Zahlen von 2014, die vom Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) stammen.

Der große Lohnunterschied in Deutschland ist laut Experten unter anderem darauf zurückzuführen, dass Frauen verstärkt teilzeitbeschäftigt sind. So sind von den Teilzeitbeschäftigten mit bis zu 20 Wochenstunden über 85 Prozent Frauen. 77 Prozent aller Minijobs werden von Frauen verrichtet.

In den nach Deutschland größten EU-Staaten Frankreich (15,3 Prozent), Großbritannien (18,3), Spanien (18,8) und Polen (7,7) fällt die Lohnlücke deutlich geringer aus. Die niedrigsten Werte weisen Slowenien (2,9 Prozent), Malta (4,5) und Italien (6,5) auf. In Ländern mit niedrigem Frauenanteil an der erwerbstätigen Bevölkerung wie Italien ist der Lohnunterschied niedrig, weil es weniger qualifizierte Frauen am Arbeitsmarkt gibt.

Auch wenn man die Bezahlung bei formal gleicher Qualifikation und Tätigkeit betrachtet, schneiden Frauen schlechter ab - allerdings bei Weitem nicht so stark. Der Abstand beträgt dann 7 Prozent.

Laut Forschungsinstitut DIW leisten berufstätige Frauen, die mit ihrem erwerbstätigen Partner leben, im Schnitt mehr Hausarbeit als ihre Partner. Sie erziehen auch mehr die Kinder. So kümmerten sich Frauen mit einem Vollzeitjob in Doppelverdiensthaushalten an einem Werktag gut eineinhalb Stunden um den Haushalt und fast fünf Stunden um die Betreuung der Kinder.

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03.03.2016, 08:30 Uhr
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