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Bildung

Wege, um das Studium zu finanzieren

Kredit oder Fonds? Experten raten, zuerst auf Stipendien, Nebenjobs, Bafög oder die Eltern zu setzen.

07.04.2018

Von ROLF OBERTREIS

Vorlesung: Viele Studenten müssen nebenher arbeiten, um das Studium zu finanzieren. Foto: Oliver Berg/dpa

Frankfurt. Ein Zins von fünf Prozent ist in diesen Zeiten sehr gut. Wenn mit einer so verzinsten Anleihe Bildung gefördert wird, erscheint das Investment auch noch sinnvoll. Etwa beim in Frankfurt ansässigen Deutsche Bildung Studienfonds. Er hat, sagt Andreas Schölzel, Geschäftsführer des Fonds, mittlerweile drei Zehn-Jahres-Anleihen aufgelegt, die platziert sind und an der Börse gehandelt werden. Rund 3000 junge Menschen haben bisher mit dieser privaten Studienunterstützung und damit dem Geld der Anleihekäufer über Kredite von bis zu 25?000 EUR ihr Studium finanziert. Die Rückzahlung erfolgt dabei einkommensbasiert, um das finanzielle Risiko für die Studierenden zu minimieren.

„Wir kalkulieren mit einer Rendite von 12 bis 13 Prozent“, sagt Schölzel. Das heißt: Die jungen Menschen zahlen – wenn sie einen Job haben – rein rechnerisch satte Zinsen. Schölzel erläutert ein typisches Beispiel: 9800?EUR werden in Raten über 17 Monate gewährt. Festgelegt ist eine Rückzahlquote von 8,7 Prozent vom Jahres-Bruttoeinkommen von 36?709 EUR gestreckt über vier Jahre und vier Monate. Das ergibt für Tilgung und Zinsen insgesamt 14?052 EUR – für einen Kredit von 9800 EUR.

Im Schnitt 527 Euro monatlich

Der Studienfonds ist nur eine von vielen Optionen, mit denen sich Studierende finanzielle Unterstützung holen können. 43 Studienkredite und Bildungsfonds listet etwa der Studienkredit-Test 2017 des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) auf. Am beliebtesten ist der Studienkredit der bundeseigenen Förderbank KfW. 2016 gab es 26?400 neue Kreditverträge im Gesamtvolumen von 958 Mio. EUR, in den ersten neun Monaten dieses Jahres weitere knapp neue 15?800 Darlehen. Im Schnitt werden 527 EUR monatlich ausgezahlt. Der Effektivzins liegt aktuell bei rund 3,6 Prozent, die Rückzahlung beginnt ab einem Mindesteinkommen von knapp 1100 EUR netto. Hinter dem KfW-Kredit rangiert der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes mit gut 14?700 Abschlüssen. Die effektiven Zinssätze für alle angebotenen Studienkredite liegen aktuell zwischen null und 6,5 Prozent.

Insgesamt nennt das CHE 17 Studienkredite, fast die Hälfte meist zinsfrei von Studentenwerken. Dem stehen zwölf private Fonds gegenüber, bei denen die Rückzahlung vom Einkommen abhängt. Generell empfehlen die CHE-Tester wie auch die Experten des unabhängigen Verbraucherportals Finanztip den Studierenden, sehr genau zu prüfen, ob ein Kredit notwendig ist. Alle Möglichkeiten ohne oder mit nur geringer Rückzahlungspflicht sollten ausgeschöpft sein – also Jobs, Stipendien, Bafög und die Unterstützung durch die Eltern. Generell gelte: so wenig Kredit wie möglich.

Abbruch als Gefahr

Das seien Anlageprodukte, betont Finanztip mit Blick auf Bildungsfonds. Was die Studierenden letztlich an Zinsen zahlen, sei schwer erkennbar. Die Experten warnen ausdrücklich vor den Folgen eines Studienabbruchs, wenn eine Finanzierung genutzt wird: Der KfW-Kredit muss nach einer Karenzzeit trotzdem getilgt werden, bei Bildungsfonds wird die Finanzierung oft in einen normalen Ratenkredit überführt.

Rolf Obertreis

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Erstellt:
7. April 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
7. April 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. April 2018, 06:00 Uhr

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