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Weg der kleinen Schritte
Heidenheims Trainer Frank Schmidt (links) fordert von seinen Spielern Bodenständigkeit. Foto: Eibner
Zweitligist 1. FC Heidenheim setzt auf Konstanz und bleibt bescheiden

Weg der kleinen Schritte

„Bescheidenheit tut uns gut. Wo das dann hinführt, weiß ich nicht.“ Heidenheims Erfolgstrainer Frank Schmidt bleibt seiner authentischen Linie treu.

04.08.2016
  • DETLEF GRONINGER

Heidenheim. Die Bäume wachsen auch im dritten Zweitbundesliga-Jahr für den 1. FC Heidenheim nicht kometenhaft in den Himmel. Das Korn für eine ertragreiche Zukunft im Profilager ist durch die kontinuierliche, erfolgreiche Aufbauarbeit der beiden Macher mit Geschäftsführer Holger Sanwald und Trainer Frank Schmidt längst gesät. Luftschlösser werden auf der Ostalb aber weiter nicht gebaut. Neben dem FCH haben lediglich Auftaktgegner Erzgebirge Aue (Sonntag, 15.30 Uhr, Voith-Arena), der SV Sandhausen, Union Berlin und Aufsteiger Kickers Würzburg keine Vergangenheit in der Beletage des deutschen Fußballs vorzuweisen. „Jeder Anflug von Überheblichkeit ist verboten. Du bist gefordert, dich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Wir sind als Verein noch nicht so weit für die Bundesliga“, bekennt Schmidt, für den das im Umfeld allgegenwärtige Duell am 9. September bei Schwabens bisherigem Fußballstolz VfB Stuttgart noch kein großes Thema ist. „Der VfB hat doch Top-Möglichkeiten. Er hat in dieser Liga eigentlich nichts zu suchen.“

Dagegen wird in Heidenheim der Weg der kleinen Schritte unbeirrbar weiter gegangen. „Der Etat von 20 Millionen Euro ist für Heidenheim eine stolze Zahl. Damit zählen wir aber zum unteren Drittel der Liga. Wir werden sehr hart um den Klassenerhalt kämpfen müssen“, verkündet Sanwald. „Die zweite Liga ist für uns eine Herkulesaufgabe. Wir sind aber zuversichtlich, auch diese Saison wieder bestehen zu können. Die Chancen sind besser mit unserem sportlichen Konzept und einer geschickten Transferpolitik.“ Der Großteil der Leistungsträger konnte gehalten werden. Und für die beiden verlorenen Stammkräfte mit Torwart Jan Zimmermann (1860 München) und Offensivkraft Robert Leipertz (zurück zum FC Schalke, von dort weiterverkauft an den FC Ingolstadt) wurden Ablösesummen erzielt.

Bei der Kaderaufbesserung setzt der Klub weiter auf junge hungrige Akteure mit Potenzial, wobei vor dieser Spielzeit das Hauptaugenmerk auf die Unbekümmertheit, Schnelligkeit und Dynamik der neuen Gesichter gelegt wurde. Heidenheim genießt in der Profilandschaft inzwischen einen sehr guten Ruf als idealer Ort für den nächsten Schritt in der Karriere der Talente. „Wir bieten tolle Rahmenbedingungen für die Entwicklung dieser Spieler. Geschenkt bekommt hier aber niemand etwas“, betont Schmidt. Außer John Verhoek (27, vom FC St. Pauli) wurde kein weiterer Akteur, der älter als 21 Jahre ist, an Bord geholt. „Nicht jeder junge Spieler, die wir besser machen wollen, wird den Sprung schaffen. Leistung muss sich durchsetzen. Für Egoisten ist bei uns wenig Platz. Wir reden nicht nur rosarot. Auf der rauen Ostalb kann es auch einmal rau zugehen“, verkündet Schmidt.

Zu große Erwartungen sind aber zunächst fehl am Platz. Jubelarien waren angesichts der Darbietungen bei den vergangenen Testpartien nicht zu verzeichnen. „Wir werden noch einige Spiele benötigen bis ein Rädchen ins andere greift. Unser Potenzial ist aber jeden Tag zu spüren“, fügt Schmidt hinzu. In der Defensive passen die Abläufe, dafür hinkt die Offensive noch gewaltig hinterher. „Wir wollen aber variabler und mutiger spielen“, kündigt Schmidt an. Die nur sechs gewonnenen Heimspiele in der vergangenen Saison sind ihm ein Dorn im Auge. Zumal der Publikumszuspruch weiter ungebrochen ist. 7400 Dauerkarten wurden bislang abgesetzt. Und es wird weiter auch in die Infrastruktur investiert. Die Flutlichtanlage leistet nun 1200 statt bisher 800 Lux. Die neue Geschäftsstelle wurde fertiggestellt. Zudem wird der Businessclub-Bereich bis zum ersten Heimspiel im Jahr 2017 am 5. Februar gegen den 1. FC Nürnberg um weitere 600 auf dann 2200 Plätze erweitert. Insgesamt hat der Verein im Lauf der Jahre schon 40 Millionen Euro investiert. Und bis zum Beginn der Saison 2017/2018 steht ein neuer Trainingsplatz zur Verfügung. „Ich sehe auch die nächsten Jahre noch ein Investitionsvolumen von weiteren 20 Millionen Euro“, sagt Sanwald.

Das Ende der Fahnenstange ist jedenfalls nicht absehbar. „Wir wollen uns vom Kopf her nicht begrenzen. Wir haben Visionen. Dafür haben wir aber noch einen weiten Weg zu gehen“, meint er. So bestehen Möglichkeiten das Stadion mit dem Bau eines Oberrangs auf ein Fassungsvermögen von 26 000 Fans (bislang 15 000 Zuschauer) zu vergrößern.

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04.08.2016, 06:00 Uhr
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