Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Studie zu AfD-Wählern

Weder arm noch arbeitslos

In dünn besiedelten Gebieten mit älterer Bevölkerung gibt es besonders viele AfD-Wähler. Der Ausländeranteil spielt keine Rolle.

22.02.2018
  • THOMAS BLOCK

Berlin. Bernd Baumann ist ganz guter Laune. In einer Umfrage liegt die AfD erstmals vor der SPD. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion stellt sich nun laut eine Zukunft vor, in der seine Partei auch an der CDU vorüberzieht. „Das deutsche Parteiensystem bebt“, sagt Baumann. Stellt sich die Frage: Warum profitiert eigentlich die AfD überproportional stark davon?

Baumanns Antwort: „Der kleine Mann will nicht mehr beschimpft werden.“ Er wähle die AfD, weil die „Altparteien“ seine Sorgen nicht mehr ernst nehmen. Eine nun veröffentlichte Studie des Deutsches Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt jedoch, dass es so einfach nicht ist. Das Ergebnis: Es besteht kein Zusammenhang zwischen Arbeitslosenquote und Ausländeranteil im Wahlkreis auf der einen und dem AfD-Wahlergebnis auf der anderen Seite.

„Die AfD ist eben nicht die Partei der Arbeitslosen, der Einkommensschwachen oder der Ostdeutschen. Die Realität ist vielschichtiger“, sagt Christian Franz, einer der Autoren der Studie. Im Osten schneide die Partei vor allem in überalterten Gegenden gut ab und in Regionen mit vielen Handwerksbetrieben. Im Westen hingegen sei die AfD in Wahlkreisen stark, „in denen das verfügbare Haushaltseinkommen unter dem Bundesdurchschnitt liegt und der Anteil an Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe besonders hoch ist“.

Mehr Investitionen gefordert

DIW-Präsident Marcel Fratzscher sieht in der Studie auch einen Hinweis darauf, dass die AfD stark bei Menschen ist, die sich abgehängt fühlen und Zukunftsängste haben. „Niedrige Einkommen, ein starkes Gewicht der Industrie – hier könnte auch die Angst vor Jobverlusten durch Automatisierung und Digitalisierung eine Rolle spielen“, sagt er. Um sich diese Wähler zurückzuerobern, müssten die Volksparteien die soziale Teilhabe verbessern und mehr Gewicht auf öffentliche Investitionen legen.

Die AfD selbst wildert nun ganz offiziell in Gebieten, die mal der FDP und der CDU vorbehalten waren. Eine der jüngsten Initiativen der AfD-Bundestagsfraktion beschäftigt sich mit dem Widerrufsrecht für Handwerker. Mit dem DIW-Bericht hat das wohl nichts zu tun. Eher mit einer klaren Positionierung. „Wir sind die Partei der kleinen Handwerker“, sagt Baumann.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die AfD vor allem in Sachsen die Partei derer ist, die früher rechtsextrem gewählt haben. Auch hier will die Partei Pflöcke einschlagen. Führende Funktionäre stellten kürzlich die Distanzierung der Parteiführung vom islamfeindlichen Pegida-Bündnis infrage. Nun machten auch die Parteichefs Alexander Gauland und Jörg Meuthen deutlich, unter bestimmten Bedingungen sei eine Kooperation möglich. Thomas Block

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

22.02.2018, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular