Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Stuttgart

Beginn des Abbaus des Investitionsstaus bei Unikliniken

Das Land will mit 400 Millionen Euro in den Abbau des Sanierungsstaus an den Unikliniken einsteigen.

19.06.2018

Von dpa/lsw

Die Universitäts- und Rehabilitationskliniken in Ulm. Foto: Stefan Puchner/Archiv dpa/lsw

Stuttgart. Damit sollen Projekte an den Krankenhäusern in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm geplant und umgesetzt werden. «An unseren Universitätsklinika wird Spitzenmedizin geboten und Spitzenforschung geleistet», betonte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. «Leider sind die Gebäude nicht alle in einem Spitzenzustand.» Die vier Häuser haben insgesamt zwischen 5500 und 6000 Betten und rund 40 000 Mitarbeiter. Der Investitionsstau wird auf rund drei Milliarden Euro geschätzt.

Die Maßnahmen haben das Wissenschafts- und Finanzministerium gemeinsam mit den Krankenhäusern ausgesucht und nach Wichtigkeit sortiert. Um den Sanierungsstau an den Universitätskliniken komplett abzubauen, werden weitere Investitionen in den kommenden Jahren nötig sein, wie Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) erläuterte. Für die Patienten bedeute dies: Behandlung nach modernsten Konzepten und eine passende Umgebung zum Gesundwerden. Für die Wissenschaft ergebe sich eine optimale Verbindung von Krankenversorgung und Forschung. «Und genau daraus entstehen neue Therapien und die Chance auf künftige Heilung», erläuterte Bauer.

210 der 400 Millionen Euro sind für Erhalt und Instandhaltung vorgesehen, die die Kliniken eigenverantwortlich umsetzen. Hinzu kommen große Sanierungsvorhaben, zu denen auch Ersatzneubauten gehören. Kostenpunkt: 90 Millionen Euro. Je Universitätsklinikum gibt es außerdem 25 Millionen Euro als Planungsrate für ein großes Ersatzneubauprojekt mit langjähriger Laufzeit.

Lob kam vom Leitenden Ärztliche Direktor der Uniklinik Tübingen, Michael Bamberg. Er sagte, die Gebäude seien bei Brandschutz, Lüftungstechnik und Zuschnitt der Räume nicht mehr zeitgemäß. Die Investitionen brächten erhebliche Verbesserungen für Patienten und Mitarbeiter. Die Kliniken erhalten laut Bamberg jährlich vom Land je 70 bis 80 Millionen Euro. «Das reicht hinten und vorne nicht.» Mit 20 Millionen Euro mehr im Jahr könnten die Kliniken auf einem modernen Stand gehalten werden.

Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) sprach von einem immensen Sanierungsstau, der jetzt angegangen werde. «Die Arbeiten hinauszuschieben, würde alles teurer machen - das können und wollen wir uns nicht leisten.»

Auch aus Sicht der Gewerkschaft Verdi ist die Finanzspritze ein Schritt in die richtige Richtung. Die Gewerkschafterin und Gesundheitsexpertin Irene Gölz verwies aber darauf, dass allein die Sanierung der Kopfklinik in Heidelberg 200 Millionen Euro verschlinge.

Für die SPD-Fraktion genügt es nicht, allein Geld für Universitätskliniken bereitzustellen. «Zu einer wahren Sanierungsoffensive im Klinikbereich gehören auch die kommunalen Krankenhäuser», betonte Fraktionschef Andreas Stoch. Die grün-schwarze Landesregierung müsse dort die Kürzungen rückgängig machen.

Die Universitäts- und Rehabilitationskliniken in Ulm. Foto: Stefan Puchner/Archiv dpa/lsw

Zum Artikel

Erstellt:
19. Juni 2018, 07:35 Uhr
Aktualisiert:
19. Juni 2018, 19:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2018, 19:30 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen?
Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+      Google+