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Kolumne

We shall overcomb …

Vieles erinnert in diesen Tagen an die 60er Jahre. Das fängt beim Stricken an (rosa Mützen als Zeichen des Protests, die tragen jetzt wirklich viele hier!), geht mit Demonstrationen weiter und hört beim Singen auf.

07.03.2017

Von BRITTA SEMBACH

Britta Sembach ist freie Journalistin und lebt in Brooklyn, New York. Foto: Gudrun Senger

Ja genau, Singen. Nicht, dass man damals dabei gewesen wäre, aber alle sprechen jetzt wieder davon: Von den großen Menschenaufläufen in Washington gegen den Vietnam-Krieg, überhaupt dem Protest auf der Straße. Und den Songs, die dazugehörten.

Ich habe keine Ahnung ob die Menschen, die diesen Präsidenten bewusst gewählt und gewollt haben, auch singen – nun, diejenigen die ihn nicht so mögen haben das jetzt jedenfalls wieder für sich entdeckt.

Ich weiß das, weil ich seit Tagen seltsame Post in meinem E-Mail-Fach finde: Protestchor gegründet, wir treffen uns am Samstag um vier bei Lara. Dort wollen wir gemeinsam singen, neue Lieder schreiben und uns im Protest vereinen. Auch in den vielen Kirchen Brooklyns gibt es jetzt Mit-Sing-Konzerte zum Thema. Wie gesagt, das letzte Mal, als meines Wissens nach Protestlieder sehr beliebt waren, war in den 60ern. Aber es kommt wohl alles wieder, nicht nur in der Mode. Das war schon ein bisschen abzusehen beim Women's March in Washington, der großen Demonstration am Tag nach Trumps Amtsantritt. Da hatte einer sein Banjo mit in den Bus mitgebracht und kurz vor Washington die alten Hits angestimmt: „If I had a Hammer“ und „We shall overcome“ – was so viel heißt, wie: „Wir werden es überwinden“. Das Lied wird ja gerne weltweit als musikalischer Protest gegen Missstände jeglicher Art verwendet. Die Stimme von Joan Baez dazu hat man sofort im Ohr.

Jetzt also Protestsongs zum Selbermachen. Singen ist ja bekanntlich gut gegen Depressionen, es gibt zum Beispiel Chöre in Gefängnissen, damit die Insassen nicht in ein zu tiefes Loch fallen. Warum also nicht jetzt singen gegen den Frust? Aber was nur? Ich hätte da einen Vorschlag. Ist leider nicht von mir, den Spruch habe ich auf einem T-Shirt gesehen, mit dem Trumps Haarpracht veralbert wurde. Aber es wäre eine passende Abwandlung eines alten Klassikers. Singen wir doch: We shall overcomb – was soviel heißt wie: Wir werden es überkämmen ?

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Erstellt:
7. März 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
7. März 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. März 2017, 06:00 Uhr

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