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Wasser marsch auf dem Holderle
Das Team „Feuerwehrbataillon“ mit Fahrer Kilian Gugel am Samstag beim Wassertransport während des Holderrennens. Bild: Faden
Ortsfest

Wasser marsch auf dem Holderle

In diesem Jahr fallen das 150-jährige Bestehen der Hagellocher Feuerwehr und das Dorffest zusammen. Das Jubiläum wird drei Tage mit Unterhaltung, gutem Essen und einer Modellaustellung gefeiert.

04.09.2017
  • Monica Brana

Freu dich der Sonne!“ schmetterte der Hagellocher Liederkranz am Samstagabend und eröffnete damit bei trotz Sonne etwas kühler Witterung das diesjährige Dorffest. Drei Tage lang wird in diesem Jahr gefeiert, denn die Hagellocher Feuerwehrabteilung begeht ihren 150. Geburtstag und bietet den Bewohnern des Ortsteils ein abwechslungsreiches Programm.

Die 30 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Chorleiter Eberhard Schramm legten nach mit „Gesang verschönt das Leben“. Anschließend begrüßte Ortsvorsteher Martin Lack etwa 50 Gäste, die es sich auf dem Platz vor dem Feuerwehrhaus zwischen Getränkeausgabe, Essenspavillon und dem aufgestellten Zelt gemütlich gemacht hatten. Unter ihnen waren auch Angehörige des Ortschaftsrats und des Tübinger Gemeinderats.

Lack fasste sich kurz. Auf das erhoffte Freibier mussten die Gäste trotzdem noch etwas warten. Denn das Fass sträubte sich gegen den Anstich. Wieder und wieder klopfte Lack auf den Hahn, doch außer unwilligem Zischen und einigen Spritzern war dem robust gebauten Holzkörper wenig zu entlocken. Schließlich brauchte es mehrere Männer, die das Fass auf den Rücken legten und ihm nach gut zehn Minuten final den Hahn in den Leib rammten, woraufhin das Stuttgarter Hofbräu dann doch noch floss.

Den Höhepunkt des Samstagabends bildete das „Holderrennen“, das etwa 200 Schaulustige in die Hagenloher Straße lockte. Dort standen einige Pylonen bereit, Bierbänke formten enge Schikanen und es gab Hindernisse, über die die sieben Rennteams hinüber fahren musste, wie Feuerwehr-Moderator Thomas Armbruster ankündigte.

Zum Holder bemerkte Ortsvorsteher Lack, diese Einachs-Schlepper seien früher in der Landwirtschaft in Hagelloch häufig im Einsatz gewesen. Seinen Rückblick auf die Ortsgeschichte weitete Lack noch aus: Um das Jahr 1900 war es für jeden männlichen Einwohner Hagellochs Pflicht, Mitglied bei der Ortsfeuerwehr zu sein. Regelmäßig wurde für den Brandfall trainiert, von den etwa hundert Männern waren 20 als Löscher vorgesehen, während die anderen das Wasser trugen.

Die Rennteams bestanden aus je einem Fahrer und vier jungen Wasserschöpfern, denn es galt, den eigenen einachsigen Traktor unbeschadet durch die Strecke zu manövrieren und darüber hinaus auf dem Holder möglichst viel Wasser vom Ende der Hagenloher Straße zu einer großen Wanne vor dem Rathaus zu transportieren. Wer nach einer fünfminütigen Rennrunde am meisten Wasser in die Wanne schaffte, gewann einen Spanferkel-Gutschein.

Die einzelnen Gruppen hatten ihre Fahrzeuge dem Anlass gebührend geschmückt: Feuerwehrschläuche und Martinshörner waren an die Holder und ihre Anhänger montiert, von denen manche größer und manche kleiner waren. Es gehe ihnen vor allem um die Gaudi, sagte Christoph Burkhardt vom Team „Sieger der Herzen“. Wie viele PS ihre Holder haben, wussten die meisten Rennteilnehmer nicht. Sie schätzten meist zwischen vier und zehn PS.

Nach einer guten Stunde standen die Sieger fest: Das Team „Oiner kommt no“ um Fahrer Konrad Seybold gewann. Auf die Siegerehrung des Holderrennens um 21 Uhr folgte bis in die frühen Morgenstunden Partymusik mit Yannick „DJ Mille“ Mildner.

Am Sonntagvormittag kamen historische Feuerwehrfahrzeuge aus anderen Tübinger Ortsteilen und aus Mössingen zu Besuch. Etwa hundert Besucher tummelten sich nachmittags auf der Fahrzeugschau zwischen der Drehleiter, dem Rüstwagen und dem Taucherfahrzeug der Stadtmitte, betrachteten den „Abrollbehälter Gefahrgut“ aus Derendingen oder gönnten sich eine Fahrt im Transportkorb eines Teleskopmastfahrzeugs aus Reutlingen, dessen Leiter sich gut 40 Meter weit ausfahren lässt.

Am späten Nachmittag führte die Altersabteilung unter Einbezug der Gäste eine historische Übung durch mit einer Holzleiter und einem Hydrantenwagen aus dem Jahr 1928, die Pumpenspritze stammt aus dem Jahr 1895.

Am heutigen Montag nochmals zu sehen sind 200 Miniaturfeuerwehrfahrzeuge aus der 12 000 Exponate umfassenden Sammlung eines ungenannt bleibenden Mitglieds der Feuerwehr. Die Modelle im Obergeschoss des Rathauses gewähren durch ihren historischen und überregionalen Querschnitt einen umfassenden Einblick in die Weiterentwicklung von Feuerwehrfahrzeugen. Ein Ausstellungsbereich widmet sich ausschließlich dem Thema „Flughafenfeuerwehr“. Zudem zu sehen sind 1000 unterschiedliche Ärmelabzeichen.

Das Handwerkervesper habe sich bereits beim 90. Jubiläum des örtlichen Musikvereins bewährt, sagte Abteilungskommandant Jürgen Bürker. Daher übernehme die Feuerwehr das Konzept und bietet heute ab 17 Uhr saure Kutteln, Schälrippchen und andere Spezialitäten an.

Die Hagellocher Feuerwehr

Die Hagellocher Wehr zählt derzeit 23 aktive Mitglieder, die Jugendabteilung umfasst vier, die Altersabteilung elf Mitglieder. Vor einem Jahr habe sich der Festausschuss gebildet, sagte der Zweite Abteilungskommandant Benjamin Fritz. Er traf sich jeden Monat, um das Fest mit seinen 90
Helferinnen und Helfern zu organisieren.

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04.09.2017, 01:00 Uhr
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