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Unklarheit über weitere Terrorpläne des verhafteten Islamisten

Was wollte Abdeslam?

Er war einer der meistgesuchten Männer Europas. Nun sitzt der mutmaßliche Paris-Attentäter Abdeslam in Belgien hinter Gittern. Ermittler halten sich mit Einschätzungen über seine Absichten sehr zurück.

22.03.2016
  • DPA

Brüssel/Paris. Wenige Tage nach der Festnahme des Terrorverdächtigen Salah Abdeslam ist unklar, ob er weitere Attentate geplant hat. Der belgische Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw reagierte gestern ausweichend auf entsprechende Fragen. Der Chefermittler sagte lediglich, bei Terrorermittlungen gehe es darum zu handeln, bevor etwas passiere. Er sprach von einem "Puzzle", dessen Teile erst noch zusammengelegt werden müssten. Belgiens Außenminister Didier Reynders hatte zuvor gesagt, der 26 Jahre alte Terrorverdächtige habe in Brüssel "wieder etwas vorgehabt". Reynders war dabei nicht ins Detail gegangen.

Abdeslam soll einer der Hauptverantwortlichen der Anschläge vom 13. November in Paris sein; dabei wurden 130 Menschen getötet und rund 350 verletzt. Polizisten hatten ihn am Freitag nach mehrmonatiger Flucht in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek gefasst. Die gilt als Islamisten-Hochburg.

Van Leeuw und der französische Antiterror-Staatsanwalt François Molins sagten in Brüssel, sie informierten nur zurückhaltend über die Ermittlungen, denn es würden noch Verdächtige gesucht. Gefahndet werde unter anderem nach dem 24 Jahre alten Najim Laachraoui, der gut zwei Monate vor der Pariser Attentatsserie mit Abdeslam und einem weiteren Verdächtigen in Ungarn gewesen sein soll. Er nutzte dabei einen gefälschten belgischen Personalausweis.

Französische Medien berichteten, DNA-Spuren des mutmaßlichen Abdeslam-Komplizen seien auf einem Sprengstoffgürtel gefunden worden, den die Terroristen in Paris benutzten. Demnach verdächtigen die Ermittler Laachraoui, am Abend der Anschläge von Belgien aus Kontakt zu den Attentätern gehalten zu haben.

Auf die Frage nach möglichen weiteren Anschlagplänen Abdeslams sagte Van Leeuw, es sei beunruhigend, schwerbewaffnete Männer gefunden zu haben. "Es ist offensichtlich, dass sie nicht hier waren, um ein Picknick zu machen." Er spielte auf eine Razzia in der vergangenen Woche in der Brüsseler Gemeinde Forest an, wo Sicherheitskräfte einen mit einer Kalaschnikow bewaffneten Mann getötet hatten. Von Forest aus waren die Ermittler auf die Spur Abdeslams gekommen.

Abdeslam sitzt nun in Belgien in Untersuchungshaft. François Molins machte deutlich, Frankreich dringe auf die Auslieferung Abdeslams. Das Verfahren dazu in Belgien kann aber nach früheren Angaben noch Wochen dauern. Molins wies gestern Vorwürfe des Anwalts von Abdeslam zurück, er habe unerlaubt Vernehmungsdetails ausgeplaudert. Das französische Recht ermögliche unter bestimmten Bedingungen, "objektive Elemente" herauszugeben.

Fingerabdrücke und DNA-Spuren

Fährte Durch Fingerabdrücke ist die Polizei auf Najim Laachraoui gekommen, einen möglichen Komplizen von Salah Abdeslam. Die Spuren des flüchtigen 24-Jährigen, der 2013 nach Syrien gereist war, wurden laut belgischer Staatsanwaltschaft in einem Haus in Auvelais in Südbelgien und in einer Wohnung in Brüssel-Schaerbeek gefunden. Beide hatten die Paris-Attentäter genutzt. Laut französischen Ermittlerkreisen wurden an Sprengstoffen der Pariser Attentate auch DNA-Spuren Laachraouis entdeckt. Am 9. September war Laachraoui zudem unter falschem Namen mit Abdeslam in einem Auto an der österreichisch-ungarischen Grenze kontrolliert worden. Auch der Algerier Mohamed Belkaid war im Auto. Er wurde vergangene Woche im Brüsseler Vorort Forest erschossen. afp

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22.03.2016, 08:30 Uhr
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