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Was erlaubt ist
Politisches Buch

Was erlaubt ist

Volker Kitz: Ich bin, was ich darf. Knaur, München. 265 Seiten. 12,99 Euro.

16.03.2016
  • BERTHOLD MERKLE

Was ist gerecht? Was darf der Staat? Was dürfen seine Bürger - und was dürfen sie nicht? Große Fragen. Volker Kitz ist ihnen nachgegangen und nimmt uns mit auf eine spannende Zeitreise. Beim Lesen von "Ich bin, was ich darf. Wie die Gerechtigkeit ins Recht kommt - und was Sie damit zu tun haben" gibt es immer wieder Aha-Erlebnisse. Die Fälle, die oft schon vor vielen Jahren die Menschen in Wallung versetzten und ob ihrer scheinbaren Ausweglosigkeit den Staat an die Grenzen seiner Kraft brachten, werden wieder lebendig: Sitzblockaden, RAF-Terror, "Soldaten sind Mörder", Volkszählung, DDR-Schießbefehl, Recht auf Rausch, Frauenquote, Beschneidung, Ehe für alle, Sterbehilfe und Leihmutterschaft.

Im Rückblick zeigt sich: Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird. Es gab bei jedem Streit eine Lösung, oft mit einschneidenden Folgen für die Gesellschaft. Sie hat sich damit verändert und das Land zu einem anderen gemacht. So sind die vielen Urteile zur Familie, wie gleichgeschlechtliche Ehe, künstliche Befruchtung und "weiblicher Vater" heute ganz selbstverständlich Teil unseres Alltags. Dies alles beschreibt Kitz in einem angenehmen Plauderton. Der Jurist und Psychologe packt auch die ganz heißen Eisen an: Darf der Staat in Notsituationen foltern? Darf er ein Passagierflugzeug abschießen, um andere Menschenleben zu retten? Die sogenannte Stimme des Volkes ist hier schnell mit einfachen Lösungen dabei. Doch Volker Kitz erinnert an die Grundsätze: "Der Rechtsstaat ist dem Verbrecher sittlich überlegen."

Ganz aktuell ist die Auseinandersetzung darüber, was gesagt werden darf. Was ist Meinung, Beleidigung oder Volksverhetzung? Man darf eine Meinung haben. Sollte man sogar, meint der Autor. Dazu gehört für ihn auch: "Sich gegenseitig doof zu finden, ist Teil der geistigen Auseinandersetzung." Damit erklärt Kitz, was die Gesellschaft und das Zusammenleben ausmacht: Akzeptieren, dass es unterschiedliche Anschauungen gibt.

Das sollte selbstverständlich sein. Doch in einer Zeit, in der auf Demonstrationen und in sozialen Netzwerken Hetze und Hass mit Meinungsfreiheit gerechtfertigt werden, ist dieses Buch besonders wichtig. Denn es zeigt, dass Grenzen nötig sind, um den Frieden im Land zu schützen und damit die Freiheit aller. Genau dies hat Volker Kitz klargemacht - anschaulich und lebensnah, einfach und gerade deshalb so eindrucksvoll.

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16.03.2016, 08:30 Uhr
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