Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Warum ausgerechnet Italien immer wieder von verheerenden Erdbeben heimgesucht wird
Das Seismogramm des Bebens. Foto: Grafik: dpa
Von Platten und Tiefe: Geophysikalische Hintergründe

Warum ausgerechnet Italien immer wieder von verheerenden Erdbeben heimgesucht wird

Das schwere Beben von L‘Aquila liegt nur sieben Jahre zurück, nun gibt es wieder Tote und Verletzte in Italien. Warum bebt dort immer wieder der Boden?

25.08.2016
  • DPA

Warum immer wieder Italien? „Wir haben dort eine ziemlich komplexe Situation. Die afrikanische Platte drückt von Süden auf die eurasische Platte“, sagt Gernot Hartmann, Geophysiker der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Von Osten drücke zudem die kleine adriatische Platte. „Gleichzeitig wird die Erdkruste auf der westlichen Seite Italiens noch gedehnt, was mit der Öffnung des Tyrrhenischen Meeres in Zusammenhang steht.“ So entstehe ein komplexes Spannungsfeld. „Bei diesem Erdbeben führte das zu einer sogenannten Abschiebung. Man kann sich auch vorstellen, dass Italien sich quasi gegen den Uhrzeigersinn dreht.“ In dieser Region müsse man immer auf ein Erdbeben vorbereitet sein, sagt Professor Frederik Tilmann vom Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam. Das schlimmste Erdbeben in der Region habe die Gegend im Jahr 1915 mit einer Stärke von 6,7 erschüttert.

Sind immer sogenannte Abschiebungen die Ursache der Beben? „In dem Gebiet sind ebenso Aufschiebungen möglich“, sagt Hartmann. Dabei bewegen sich Erdplatten aufeinander zu. Aber auch 2009 bei dem Beben von L‘Aquila sei es derselbe Erdbebenmechanismus gewesen – also eine Abschiebung.

Wieso hatte das Beben nun, das vergleichsweise nicht so stark war, so schlimme Folgen? Hartmann begründet das einerseits mit der Tiefe des Bebens: „In diesem Fall wird davon ausgegangen, dass es in nur vier Kilometern Tiefe stattfand. Das ist dann deutlich spürbar und bringt eben auch erhebliche Schäden mit sich.“ Die Angaben zur Tiefe unterscheiden sich allerdings: Etwa das GFZ geht von zehn Kilometern Tiefe aus, was aber auch nicht besonders tief ist. Seismologe Tilmann hat eine weitere Erklärung: die hohe Zahl an historischen Gebäuden, die meist nicht nach seismischen Kriterien gebaut seien.

Welche Auswirkungen wird das Erdbeben noch haben? Ein Beben der Stärke 6,2 wird immer zu Nachbeben führen“, sagt Hartmann. Tendenziell nehme die Stärke der Nachbeben mit der Zeit ab. „Es kann aber auch weitere schwere Erdbeben geben.“ Auch Tilmann sagt, dass es wohl in den kommenden Wochen noch eine spürbar höhere Bebenrate geben werde. In ein und demselben Ort träten ganz schlimme Erdbeben normalerweise aber nur alle paar hundert Jahre auf.

Hat das Erdbeben Auswirkungen auf andere Regionen? Das ist schwierig zu sagen. Solche Spannungsumlagerungen seien schwer vorherzusehen, erklärt Hartmann. „Eine Beeinflussung auf andere Regionen ist bei der Stärke aber relativ unwahrscheinlich. Sie wird sich auf die Umgebung begrenzen.“

Konnte man das Erdbeben auch in Deutschland spüren? „Signale waren bis in den Bayerischen Wald messbar. Dort bewegte sich der Boden noch etwa 0,25 Millimeter in der Sekunde“, sagt Hartmann. Für Menschen sei das aber nicht wahrnehmbar.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

25.08.2016, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular