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Thromboserisiko

Warnung vor modernen Antibabypillen

Moderne Antibabypillen können das Thromboserisiko erhöhen. Dennoch werden sie häufiger verordnet, kritisiert die Techniker Krankenkasse.

10.10.2015
  • AFP

Berlin Dass Antibabypillen nicht ohne Nebenwirkung sind und das Thromboserisiko erhöhen können, ist lange bekannt. In seltenen Fällen können sich durch die Hormonpräparate Blutgerinsel entwickeln, die Lungenembolien und Schlaganfälle auslösen oder im Gehirn auftreten.

Insbesondere die Pillen der dritten Generation stehen in der Kritik. Studien zufolge ist ihr Thromboserisiko auf neun bis zwölf Embolien pro 10 000 Frauen und Jahr erhöht. Damit ist es 1,5- bis zweimal so hoch wie das der Pillen der zweiten Generation.

Auch die Pillen der vierten Generation haben Studien zufolge ein ähnliches Risiko, schreibt die Techniker Krankenkasse (TK) in ihrem "Pillenreport". Die Studie unter Federführung des Bremer Gesundheitswissenschaftlers Gerd Glaeske hat Nutzen und Risiken der neueren Antibabypillen erforscht.

"Vor allem bei jungen Frauen, die nicht rauchen und kein Übergewicht haben, spricht auf den ersten Blick auch nichts gegen die neuen Präparate", sagte Glaeske. Neu sei aber nicht immer gleich besser, im Gegenteil. "Die Pillen der früheren Generationen schützen genauso gut vor einer ungewollten Schwangerschaft und haben ein geringeres Thromboserisiko."

TK-Vorstandschef Jens Baas sagte, es handele sich um verschreibungspflichtige Arzneimittel "und nicht um ein Lifestyle-Produkt". Er kritisierte die Marketingstrategien der Pharmaindustrie. Die rücke "vermeintliche Schönheitseffekte der neueren Pillen in den Vordergrund". Gleichzeitig werbe sie in den sozialen Netzwerken gezielt um junge Frauen.

Die Werbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel unter Verbrauchern wird vom Heilmittelwerbegesetz verboten. Gleichwohl betreibe nahezu jeder größere Anbieter von Antibabypillen eine allgemeine Webseite zum Thema "Verhütung und Pille", sagte Baas.

Glaeske: "Es muss hinterfragt werden, ob nicht zwischen Beauty- und Lifestyletipps in Wahrheit ein ungefilterter Informationsfluss der Marketing- und Werbebotschaften der Pharmaindustrie an die Teenager stattfindet." Zwar werde auf das Thromboserisiko hingewiesen, "aber im Vordergrund stehen neben der Verhütung meist die vermeintlich positiven Nebenwirkungen auf Haut oder Haare".

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat wiederholt auf das Risiko der modernen Antibabypillen hingewiesen. Es empfiehlt, vor allem Erstanwenderinnen und Frauen unter 30 Pillen mit geringerem Thromboserisiko zu verordnen.

Auch sollten die Frauen über persönliche Risikofaktoren einer Embolie wie Rauchen oder Übergewicht von ihrem Arzt genau aufgeklärt werden, fordert das BfArM. Insgesamt überwiege bei allen zugelassenen Kombinationspräparaten aber "der Nutzen die Risiken". Etwa sieben Millionen Frauen in Deutschland nehmen die Pille.

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10.10.2015, 12:00 Uhr
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