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Stuttgart

Warnstreiks im Land: Tarifparteien schenken sich nichts

Tausende Beschäftigte im ganzen Land haben am Mittwoch 21 Betriebe mit 24 Stunden andauernden Warnstreiks lahmgelegt.

31.01.2018
  • dpa/lsw

Stuttgart. Die IG Metall sprach von mehr als 14 500 Teilnehmern bis zum Mittag, von gesperrten Werkstoren und leeren Fabriken - und zeigte sich erfreut über einen «gelungenen Auftakt». Der Arbeitgeberverband Südwestmetall hingegen reichte beim Arbeitsgericht Stuttgart Klage gegen die Warnstreiks ein. Das Gericht teilte mit, ein Gütetermin werde voraussichtlich Mitte Februar stattfinden.

Südwestmetall hält die Forderung der Gewerkschaft nach einem Lohnzuschlag für bestimmte Gruppen für diskriminierend und damit rechtswidrig. «Weil sich daraus auch die Rechtswidrigkeit aller Streikmaßnahmen ergibt, die diese Forderung erzwingen wollen, sehen wir uns veranlasst, hier nun ein Hauptsacheverfahren anzustrengen», sagte Verbandschef Peer-Michael Dick. «Sollte das Gericht die Rechtswidrigkeit der Streiks feststellen, könnten auf die IG Metall Schadensersatzforderungen in erheblichem Umfang zukommen.» Bundesweit hatten auch andere regionale Arbeitgeberverbände am Mittwoch solche Klagen eingereicht.

Die IG Metall ficht das nicht an. Bei einer Kundgebung in Esslingen sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, Jörg Hofmann: «Damit gießen die regionalen Verbände weiter Öl ins Feuer. Aber wir lassen uns durch juristische Nebelkerzen nicht abschrecken.» Er schloss neuerliche Verhandlungen jedoch auch nicht aus: «Die IG Metall ist nach wie vor an konstruktiven Lösungen am Verhandlungstisch interessiert.»

Auch Bezirksleiter Roman Zitzelsberger verband die Warnstreiks mit einem Angebot zum Gespräch: «Die erste Welle läuft hervorragend, die Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen ist toll. Jetzt wird es Zeit, dass die Arbeitgeber erkennen, dass sie an den Verhandlungstisch zurückkehren müssen.» Am vergangenen Sonntag hatten die Tarifparteien ihre fünfte Verhandlungsrunde ergebnislos abgebrochen.

Bei den Warnstreiks im Südwesten beteiligten sich laut IG Metall unter anderem rund 4000 Mitarbeiter von ZF in Friedrichshafen und 3500 von Heidelberger Druckmaschinen. Auch beim Kettensägen-Spezialisten Stihl in Waiblingen stand die Produktion seit dem frühen Morgen still. Personalvorstand Michael Prochaska kritisierte die Aktion als unangemessen. «Wir haben keinerlei Verständnis für diese Eskalation», sagte er und betonte, das Angebot, das die Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen vorgelegt hätten, sei gut gewesen.

Der 24-stündige Warnstreik bedeute für Stihl eine erhebliche Belastung. «Ein ganztägiger Produktionsstopp bringt nicht nur uns, sondern auch unseren Kunden Probleme. Wenn darunter unsere Zuverlässigkeit, unser guter Ruf leidet, beschädigen wir unser wichtigstes Kapital. Das Streikgebaren ist auch Gift für den Standort und alles andere als eine Werbung für die Mitgliedschaft im Flächentarif.»

Auch der baden-württembergische Ableger des Branchenverbands VDMA kritisierte die IG Metall. «Tarifverträge sollen eigentlich den Betriebsfrieden sichern. Mit den Tagesstreiks versucht die IG Metall, ihre überzogenen Forderungen in einer Art und Weise durchzusetzen, die den Betriebsfrieden über einen Tarifabschluss hinaus beschädigen könnte», sagte VDMA-Geschäftsführer Dietrich Birk.

Bis zum Freitag will die IG Metall im Land mehr als 70 und bundesweit an die 275 Betriebe für jeweils 24 Stunden bestreiken. Ob die Tarifparteien die Gespräche danach am Wochenende wieder aufnehmen, ist bisher offen.

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31.01.2018, 06:57 Uhr | geändert: 31.01.2018, 16:50 Uhr
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