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Gesundheit

Warm anziehen und gesund essen

Draußen wird es bald kalt und grau; die Zeit von Husten, Schnupfen und Heiserkeit naht. Fast jeder hat ein paar gute Ratschläge parat, was so alles dagegen hilft. Erkältungsmythen auf dem Prüfstand.

18.10.2019

Von DPA

Kalt duschen macht zumindest wach. Foto: © Andrey_Popov/Shutterstockom

Berlin. Herbst und Winter sind nicht nur die Hauptsaison für Erkältungen, sondern auch für altbewährte Ratschläge zu dem Thema. Viele der oft gehörten Tipps sind wissenschaftlich umstritten.

Zieh‘ dich warm an, sonst erkältest du dich. Erkältungen treten in den kalten Monaten tatsächlich besonders häufig auf. Allerdings: „Ein Zusammenhang zwischen Frieren und sich daraufhin erkälten ist wissenschaftlich nicht belegt“, sagt Martin Scherer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Erkältungen oder grippale Infekte werden durch Viren, nicht durch kalte Temperaturen ausgelöst. Ob die Kälte die Abwehrkräfte der Körpers so sehr schwächt, dass eine Infektion begünstigt wird, ist umstritten. Forscher fanden jedoch Hinweise, dass Immunzellen bei Kälte Viren schlechter bekämpfen.

Kalte Duschen härten ab. Wissenschaftler aus den Niederlanden haben festgestellt, dass Menschen, die kalt duschen, sich seltener und weniger heftig krank fühlten. Bei den tatsächlichen Krankheitstagen pro Jahr gab es dagegen keinen Effekt.

Immer wieder Hände waschen. Ein guter Rat, sagen viele Experten. „Die Hände sind ein wichtiger Keimüberträger“, erklärt der Hamburger Allgemeinmediziner Scherer. So können etwa durch Anfassen einer Türklinke Keime aufgenommen werden. Reibt man sich anschließend die Augen oder fasst sich an die Nase, können die Erreger in die Schleimhäute gelangen. Forscher gehen davon aus, dass regelmäßiges Händewaschen die Verbreitung von Viren und die Ansteckungsgefahr senken kann. Dafür sollten die Hände gründlich für 20 bis 30 Sekunden eingeseift werden.

Du brauchst viel Vitamin C und Zink. „Ohne Vitamin C und Zink dauert eine Erkältung eine Woche, mit Vitamin C und Zink dauert sie 7 Tage“, sagt Scherer. Im Vorfeld einer Erkrankung können sie jedoch womöglich etwas helfen: Die reguläre Einnahme von Zink reduzierte zumindest in Studien mit Kindern die Zahl der Erkältungen pro Jahr. Die regelmäßige Gabe von Vitamin C führte dagegen bei Erwachsenen lediglich zu einer geringeren Krankheitszeit und etwas abgeschwächten Symptomen. Auch wenn das Vitamin kein Allheilmittel gegen Erkältungen ist, bleibt es sinnvoll, den Körper durch eine ausgewogene Ernährung ausreichend damit zu versorgen.

Ab ins Bett. Sich bei einer Erkältung Ruhe zu gönnen, hat zwei Vorteile: Man steckt weniger Menschen an. Zudem hilft Schlaf dem Körper, Erkältungsviren abzuwehren. „Körperliche Schonung ist beim akuten Infekt sinnvoll. Übermüdung und Schlafentzug können das Immunsystem schwächen“, sagt Scherer. Das kann im Vorfeld auch die Anfälligkeit für Erkältungen erhöhen.

Warm einpacken. Foto: © Borysevych.com/Shutterstock

Trink schön viel Ingwer-Tee mit Honig. Das kann Symptome durchaus lindern. Warme oder heiße Getränke können das Husten und den Abfluss von Schleim nach einer Handreichung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erleichtern. Generell sei Trinken bei Erkältungen förderlich. Honig könne demnach helfen, einen trockenen Rachen und gereizte Bronchien zu beruhigen. In Ingwer sind sogar Stoffe enthalten, die gegen Rhinoviren wirken, einen der häufigsten Verursacher der klassischen Erkältung. Zudem kann die Wurzel der Pflanze Entzündungen entgegenwirken.

Nasenduschen helfen. Nasenspülungen mit Salz wird nachgesagt, dass sie gegen Viren wirken. Ob Nasenduschen jedoch wirklich Erkältungen vorbeugen oder bekämpfen kann, ist umstritten. Einige Studien zeigten durchaus eine prophylaktische Wirkung von regelmäßiger Anwendung, grippale Infekte wurden seltener. Bei einer bestehenden Erkältung erleichterte Nasenduschen Kindern zudem das Atmen. Australische Forscher verglichen jedoch die Ergebnisse mehrerer Studien und kamen zu dem Schluss, dass es bisher keine medizinisch bedeutsamen Anzeichen für einen Nutzen gebe. David Schwarz

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Erstellt:
18. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
18. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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