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Was Pflanzen und Tieren hilft

Warm einpacken: Alles zur erwarteten Kältewelle

Bis zu minus 20 Grad soll es am Wochenende geben. Wie kann man Pflanzen und Goldfische, Hund und Katze schützen?

23.02.2018

Von PHILIPP KOEBNIK

Foto: ©vvvita/Shutterstock.com

Ulm. Brrrr! Das Wochenende verspricht eisige Temperaturen. Auf minus drei bis minus 14 Grad sinken die Tiefstwerte im Südwesten in der Nacht zum Sonntag. Für die Nacht auf Montag rechnen die Meteorologen mit bis zu minus 16?Grad, in manchen Regionen sogar mit bis zu minus 20 Grad, und mit strengem Frost. Fragen und Antworten:?

Ist diese Kälte Ende Februar ungewöhnlich? Nein, sagt Sebastian Schappert vom Deutschen Wetterdienst. „Wir haben eigentlich jedes Jahr eine solche Kälteperiode mit strengem Frost.“ Die Frage sei nur, wann die Kältewelle übers Land rollt: im Januar, Februar oder im März? Rekordwerte erwarten Meteorologen für die nächsten Tage jedenfalls nicht.

Warum werden solche Temperaturen als noch kälter empfunden? Die so genannte gefühlte Temperatur liegt oft unter der tatsächlichen, weil die menschliche Wahrnehmung auch auf die Luftfeuchtigkeit, die Windverhältnisse und die Sonneneinstrahlung reagiert, erklärt Schappert. Da der Wind „recht kräftig“ werden dürfte, kann die gefühlte Temperatur also noch unter minus 20 Grad fallen.

Wie lange wird der Kälteeinbruch andauern? „Das steht noch in den Sternen“, sagt Schappert. Zwar könnte es von Donnerstag an milder werden. Doch aktuell sei die Wetterlage sehr stabil – die Kälteperiode könnte sich also durchaus über den 1. März hinaus hinziehen.

Was sind die Ursachen? „Stratosphärische Erwärmung“ nennen die Meteorologen dieses Phänomen. Vereinfacht ausgedrückt: Eine sehr stabile Hochdrucklage über Nordosteuropa führt dazu, dass kalte Luftmassen von dort nach Deutschland gelenkt werden. Zugleich hält diese „blockierende Wetterlage“ Tiefdruckgebiete ab, die vom Atlantik her kommen.

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Muss man Haustiere vor der Kälte schützen? „Wenn sie regelmäßig raus kommen, bilden Hunde und Katzen rechtzeitig ein Winterfell aus, das sie vor Kälte schützt“, erklärt Lea Schmitz, die Pressesprecherin des Deutschen Tierschutzbundes. Man sollte allerdings sicherstellen, dass eine Katze jederzeit ins Haus zurückkommen kann, etwa durch eine Klappe. Mit dem Hund sollte man bei kalten Temperaturen häufiger, aber kürzer Gassigehen, empfiehlt Schmitz.

Und ihn warm einpacken? Den besten Freund des Menschen einzukleiden, sei in der Regel nicht nötig, sagt Schmitz. Bei Hunden mit lichtem Fell, bei älteren und bei kranken Tieren kann es jedoch sinnvoll sein, sie in einen Pulli oder Mantel einzupacken, bevor man in die Kälte hinausgeht.

Brauchen Hundepfoten Schutz? Sie sollten nackt bleiben, denn es sind wichtige Tastorgane. Gestreutes Salz, das in die Poren eindringt, ist allerdings schmerzhaft. Schmitz empfiehlt, die Pfoten mit Melkfett oder Vaseline einzureiben und sie nach dem Gassigehen abzuspülen. Bei Katzen sei das nicht nötig. Zudem würden sie das Melkfett „sofort ablecken“.

Was ist mit Tieren, die im Freien gehalten werden? Kaninchen oder Meerschweinchen können draußen bleiben, sofern ihre Schutzhütte gedämmt ist und sie genug Heu haben. Wenn es besonders kalt ist, könne man sie aber auch für ein paar Tage ins Haus holen. Pferde brauchen einen witterungsgeschützten Unterstand. Auch Goldfischen im Gartenteich könne die Kälte kaum etwas anhaben, solange das Wasser mindestens 80 Zentimeter tief ist. Dann sei es unten noch warm genug. Man muss nur darauf achten, dass der Teich nicht zufriert – wegen der Sauerstoffzufuhr. Schmitz' Tipp: „Einfach ein Büschel Stroh hineinstellen.“

Wie ergeht es Wildtieren bei solch eisigen Temperaturen? „Sie kommen in der Regel damit zurecht“, sagt Schmitz. Wenn Schnee liegt, sei es aber durchaus sinnvoll, Vogelfutter auszulegen. Denn wenn Vögel zu wenig Nahrung finden, wird es für sie gefährlich, zumal sie bei tiefen Temperaturen einen höheren Energiebedarf haben.

Leiden Pflanzen unter einem Kälteeinbruch Ende Februar? „Momentan würde ich das eher gelassen sehen“, sagt Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Die meisten Pflanzen werden nicht von der Temperatur, sondern ihrer inneren Uhr und die Tageslänge gesteuert und haben zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausgetrieben. Für Obstbäume wäre erst ein Spätfrost in ein bis zwei Monaten eine Gefahr.

Wie kann man die Pflanzen auf dem Balkon oder im Garten noch rasch vor Frost schützen? Heiermann: „Topfpflanzen kann man auch jetzt noch in Jute oder auch Noppenfolie einpacken.“

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Erstellt:
23. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
23. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2018, 06:00 Uhr

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