Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Tübingen

Waldschutzgebiet auf dem Spitzberg geplant

(tol). Die höhere Forstbehörde des Regierungspräsidiums (RP) Tübingen will im Rahmen der Waldschutzgebietskonzeption des Landes Baden-Württemberg ein Waldschutzgebiet auf dem Spitzberg bei Tübingen-Hirschau ausweisen, teilt das Regierungspräsidium mit. Die Stadt Tübingen ist als betroffene Waldeigentümerin dafür.

27.03.2008

Öffentlich ausgelegt werden die Planungsunterlagen vom 7. April bis zum 6. Mai. Während dieser Zeit können Bürgerinnen und Bürger Einwendungen bei der unteren Forstbehörde vorbringen. Die Träger öffentlicher Belange haben bis zum 9. Mai Gelegenheit, um eine Stellungnahme abzugeben.

Das Waldschutzgebietsprogramm des Landes Baden-Württemberg sieht vor, dass die Bann- und Schonwälder typische Landschaftsausschnitte und Standortsmosaike repräsentieren. Im Keuperbergland des Regierungsbezirks Tübingen sind aber bisher nur wenige Waldschutzgebiete mit zum Teil geringem Flächenumfang ausgewiesen. Das soll sich in Zukunft ändern, so das RP. Zur Erhöhung der Repräsentanz der Waldschutzgebiete auf Keuperstandorten ist zunächst ein 56 Hektar umfassendes Schutzgebiet aus Bann- und Schonwald beim Spitzberg geplant.

Das geplante Waldschutzgebiet grenzt unmittelbar an das Naturschutzgebiet „Spitzberg-Ödenburg“ an. Eigentümerin der Waldflächen ist die Stadt Tübingen. Sie unterstützt das Projekt und hat im Vorfeld des Verfahrens sogar eigens noch einzelne eingesprengte Privatparzellen erworben, um eine sinnvolle Schutzgebietsabgrenzung zu ermöglichen.

Im Waldschutzgebiet stehen überwiegend ältere Eichen- und Waldkiefern. Insbesondere die in den stärker hängigen Lagen des künftigen Bannwaldes anzutreffenden Bestände werden heute gar nicht mehr oder nur extensiv bewirtschaftet. Hier zeugen Relikte ehemaliger Weinbergmauern von der einstigen Nutzung des Spitzberges für den Weinbau.

Schutzzweck des 34 Hektar großen Bannwaldes ist die unbeeinflusste, spontane Entwicklung des Waldes. Typisch sind hier die Waldgesellschaften des Buchen-Eichenwaldes und des Elsbeeren-Eichen-Buchen-Waldes. Von besonderem wissenschaftlichem Interesse ist hier vor allem die weitere Waldentwicklung auf ehemaligen, zwischenzeitlich vom Wald zurück eroberten Weinbauflächen.

Schutzzweck des weiterhin bewirtschafteten 22 Hektar umfassenden Schonwaldes ist die Erhaltung und Entwicklung natürlicher Buchen-Eichenwälder einschließlich der dortigen Waldbiotope sowie die Sicherung der Elsbeere-Vorkommen. Darüber hinaus soll der Schonwald als Pufferzone dienen, um den Bannwald von Randeinflüssen abzuschirmen.

<b>Info</b>

Nach dem Waldgesetz von Baden-Württemberg gibt es zwei Kategorien von Waldschutzgebieten:

Der <b>Bannwald</b> ist ein sich selbst überlassenes Waldreservat. Hier sind Pflegemaßnahmen und Holzentnahmen auf Dauer ausgeschlossen. Im Bannwald sollen die eigendynamischen Entwicklungsprozesse ohne menschlichen Einfluss ablaufen; dieser Wald soll sich also ungestört zum „Urwald von morgen“ entwickeln. Die natürlichen Abläufe in den Bannwäldern werden wissenschaftlich erforscht. Die Erkenntnisse aus der Bannwaldforschung sollen auch Hilfestellung für die Behandlung von Wirtschaftswäldern geben. In Baden-Württemberg gibt es derzeit 109 Bannwälder mit einer Gesamtfläche von 6.757 Hektar.

Der <b>Schonwald</b> ist ein forstwissenschaftlich definierter Waldbereich, in dem eine bestimmte Waldgesellschaft mit ihren Tier- und Pflanzenarten, ein bestimmter Bestandesaufbau oder ein bestimmter Waldbiotop erhalten, entwickelt oder erneuert werden muss. Dabei werden der Zielsetzung entsprechende Pflegemaßnahmen und Bewirtschaftungsweisen festgelegt. In Baden-Württemberg bestehen momentan 376 Schonwälder mit insgesamt 18.655 Hektar.

Waldschutzgebiet auf dem Spitzberg geplant

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

27.03.2008, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Neueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen M&ouml;ssingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Sozialwohnungen Offensive mit einem Haken
Angelika Bachmann über eine Erkenntnis 30 Jahre nach dem Abitur Sechs Algorithmen in einem karierten Schulheft
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular