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Alfa-Kandidat bietet Schülern fünf Euro für Unterstützerunterschriften

Waldorfschule mahnt Chorleiter ab

Waldorf-Lehrer Christian Vogt will für Alfa, die Partei des ehemaligen AfD-Chef Bernd Lucke, in den Landtag von Baden-Württemberg. Dafür braucht er 150 Unterstützer, die auch Schüler sammeln sollten.

29.12.2015

Von UTE GALLBRONNER (MIT DPA)

Chorleiter Christian Vogt hat sich via Facebook an die Schüler der Freien Waldorfschule Ulm gewandt, dass die Stimmen für ihn sammeln. Foto: Freie Waldorfschule Ulm

Ulm. Seit vergangenem Schuljahr ist Christian Vogt als Chorleiter der Waldorfschule Römerstraße in Elternzeit. Mit seiner Arbeit, so Geschäftsführer Günter Fröscher, sei man sehr zufrieden gewesen. Nun aber hat Vogt eine Abmahnung bekommen, weil er Schüler für politische Zwecke instrumentalisiert habe. Vogt wird dagegen vorgehen.

Der Chorleiter will im März für die "Allianz für Fortschritt und Aufbruch" (Alfa) antreten, die neue Partei des Ex-AfD-Vorsitzenden Bernd Lucke. Dafür braucht er bis zum 14. Januar 150 Unterschriften von Wahlberechtigten des Wahlkreises Ulm.

Anfang Dezember hatte er sich via Facebook an die Schüler des Oberstufenchors gewandt: "Unterschreiben dürfen alle Wahlberechtigten aus dem jeweiligen Wahlkreis (...). Nun suche ich Schüler, die pro gültiger Unterschrift 5.- Euro verdienen mögen." Vogt sieht darin nichts Verwerfliches, vielmehr sei es "eine Art Ferienjob", den er den Schülern angeboten habe. Keineswegs habe er Stimmen kaufen wollen. Die zudem im Eintrag angekündigte Schulung für Unterschriftensammler habe mangels Interesse ohnehin nicht stattgefunden. Es hätten zwar "einige, vielleicht sieben" Schüler auf der Liste unterschrieben. "Doch das war schon vorher", betont Vogt. Weiter will er sich nicht äußern, da er sich in einem "juristischen Verfahren" mit der Schule befinde.

Sowohl Fröscher als auch Vorstandsmitglied Roland Prießnietz wären gerne härter gegen Vogt vorgegangen: "Als wir davon erfahren haben, waren wir uns sofort einig, dass wir alles umsetzen, was das Arbeitsrecht ermöglicht."

Ein vom Trägerverein beauftragter Rechtsanwalt habe von einer Kündigung abgeraten. Vogt habe geschickt formuliert. Bezahlung fürs Unterschriftensammeln sei im Gegensatz zur Bezahlung für die eigene Unterschrift nicht strafbar. Es ist eine schwierige Gemengelage, da die Alfa eine demokratische Partei ist. Dass ein Lehrer für sie ein politisches Amt anstrebt, ist ebenso wenig verwerflich, als wenn er für eine andere Partei kandidiert.

Vogts Werben um Unterzeichner kommt kurz nachdem der Partei bereits das Unterschriftensammeln über ein Reisegewinnspiel untersagt wurde. Dabei waren für Unterstützer Trips in die EU-Parlamentsstädte Straßburg und Brüssel ausgelobt worden.

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Erstellt:
29. Dezember 2015, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
29. Dezember 2015, 08:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Dezember 2015, 08:30 Uhr

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