Glosse

Wahlwahnsinn

Von Andy Warhol stammt das Bonmot: „In der Zukunft wird jeder 15 Minuten berühmt sein.“ Diese 15 Minuten sind einem Mann aus dem US-Bundesstaat Iowa nicht gut bekommen.

29.10.2020

Von DOMINIK GUGGEMOS

Achtung, Dieb im Anmarsch. Foto: ©Meilun/shutterstock.com

Er hatte ein Wahlplakat von Präsidentschaftskandidat Joe Biden geklaut. Die lokale Tageszeitung berichtete darüber in einem kleinen Sammelstück über kleine Verbrechen.

Damit niemand davon erfuhr, griff der Dieb zu einem ungewöhnlichen Mittel: Er klaute kurzerhand auch die Zeitungen. In Teilen der Region war das Blatt an diesem Tag in Kiosken und Geschäften nicht mehr verfügbar. Dachte der Mann: Aus den Augen, aus dem Sinn? Wenn ja, hätte er ignoriert, dass dieses Phänomen jemandem auffallen könnte.

Vielleicht leidet der Mann aber auch nur an einer hochinfektiösen Krankheit, die allerdings nicht mit C beginnt und weitestgehend auf die USA beschränkt ist: Mad Election Disease, zu Deutsch: Wahlwahnsinn. In der Hauptstadt Washington D.C. ist die Krankheit schon lange außer Kontrolle, ein besonders hartnäckiges Cluster findet sich in einem großen weißen Haus in der Pennsylvania Avenue. Doch auch der südöstlichste Bundesstaat, Heimat aller Florida Men, bleibt nicht verschont. Dort klaute ein 26-Jähriger einen Bulldozer, um in der Nachbarschaft herumzufahren und Plakate von, Sie ahnen es, Joe Biden umzufahren. Immerhin: Ein Impfstoff könnte am 4. November auf den Markt kommen.

Dominik Guggemos

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Erstellt:
29. Oktober 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
29. Oktober 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2020, 06:00 Uhr

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