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Kommentar

Wahlkampf um den Euro

Dass Italiens Politik zur dramatischen Zuspitzung neigt, daran hat sich der Rest Europas gewöhnt. Doch diesmal ist es anders.

29.05.2018
  • ULRIKE SOSALLA

Die anderen Euro-Länder, allen voran Deutschland, stecken mittendrin im römischen Wahl-Spektakel. Denn auch wenn es Staatspräsident Sergio Mattarella gelingt, eine Euro-freundliche Übergangsregierung zu zimmern, steht der nächste Wahlkampf bereits ins Haus. Das beherrschende Thema hat der Präsident mit seiner Weigerung, einen Euro-Skeptiker zum Finanzminister zu ernennen, selbst gesetzt: den Euro-Austritt.

Mattarella hat sich auf einen abschüssigen Pfad begeben. Vordergründig steht er als Verfechter der europäischen Idee zwar gut da. Doch falls sich ein Anti-Euro-Bündnis erneut eine Mehrheit sichern sollte, kann er die gewählte Regierung nicht ein zweites Mal zu Fall bringen. Dann wird es sich rächen, dass die EU bei Italien immer nur auf das Prinzip Hoffnung gesetzt hat. Seit Ausbruch der Euro-Krise ist klar, dass Italien zu groß ist für Rettungsaktionen – doch konsequenter Druck aus Brüssel zur Lösung der italienischen Bankenkrise blieb aus. Nun ist guter Rat im wahrsten Sinne des Wortes teuer.

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29.05.2018, 06:00 Uhr
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